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Olympia 2026: Bundestrainer enthüllt Zoff mit Gold-Adler Raimund

Trainer enthüllt Streit mit Raimund

Der Gold-Coup von Philipp Raimund ist für Stefan Horngacher die Krönung seiner Zeit als Bundestrainer. Die Beziehung des Duos war anfangs von gewissen Turbulenzen geprägt.
Philipp Raimund holt sensationell Olympia-Gold auf der Normalschanze. Die Eurosport-Kommentatoren sind völlig aus dem Häuschen.
Der Gold-Coup von Philipp Raimund ist für Stefan Horngacher die Krönung seiner Zeit als Bundestrainer. Die Beziehung des Duos war anfangs von gewissen Turbulenzen geprägt.

Der Tourneesieg blieb Stefan Horngacher in seinem letzten Winter als deutscher Bundestrainer verwehrt und auch bei der Skiflug-WM in Oberstdorf verpassten die DSV-Adler eine Medaille. Umso spezieller fühlt es sich für den Skisprung-Bundestrainer an, als Philipp Raimund kurz vor dem Ende seiner Ära mit olympischem Gold doch noch den ganz großen deutschen Skisprung-Paukenschlag landen konnte.

„Es war ein Ziel, zumindest eine Medaille zu gewinnen, wenn es dann die Goldmedaille ist, ist es umso schöner. Für mich zum Abschluss als Bundestrainer ist es eines der schönsten Geschenke, das mir der Philipp gemacht hat“, verdeutlichte der DSV-Coach auf Nachfrage von SPORT1.

Was genau Horngacher im Moment des Gold-Triumphes seines Schützlings durch den Kopf gegangen sei, wusste er selbst nicht mehr, jedoch war er sich direkt bei der Landung sicher, dass die Eins aufleuchten würde. „Ich habe gesehen, wie weit er ungefähr gesprungen ist und dass er einen Telemark ohne Wackler gemacht hat. Dann hat er auch noch Vorsprung gehabt. Da wusste ich: Das reicht 100-prozentig“, erklärte er.

Horngacher musste Raimund einbremsen

Ganz entscheidend für den Coup war, dass der extrovertierte und emotional oft aufgeladene Raimund beim Wettbewerb in Predazzo ganz bei sich und seinen Sprüngen blieb.

„Er neigt ja dazu, ein bisschen zu übertreiben beim Jubeln. Das haben wir ein bisschen besprochen. Er hat das wirklich super gemacht. Er hat sich super vorbereitet, ist extrem fokussiert geblieben und hat sich voll auf die Technik und das körperliche Training konzentriert. Alle Parameter, die man für so einen Sieg braucht, hat er eingehalten“, erklärte Horngacher das Erfolgsrezept.

Noch bei der Vierschanzentournee sah man Raimund häufig emotional jubeln, obwohl sich in seine Sprünge leichte Fehler eingeschlichen hatten - und Podiumsplätze ausgeblieben waren.

Im Vorfeld der Olympischen Spiele hatten zahlreiche Experten Raimund vor allem für den Wettkampf auf der Normalschanze als Medaillenaspirant genannt. Diese kommt dem sprungkräftigen Allgäuer schließlich sehr entgegen.

„Er ist athletisch extrem gut. Er hat eine wahnsinnige Technik, die nur ganz wenige so springen können“, lobte Horngacher die besonderen Eigenschaften seines neuen Super-Adlers.

Horngacher und Raimund mit Turbulenzen zum Start

Auf persönlicher Ebene hatte das Erfolgs-Duo Horngacher/Raimund allerdings mit ein paar Startschwierigkeiten zu kämpfen, wie der Coach preisgab.

„Ich habe lernen müssen, mit ihm umzugehen, aber ich kann jetzt richtig gut mit ihm. Wir haben auch schon ein richtiges Streitgespräch gehabt, da hat es richtig gescheppert, aber das war auch gut. Ich glaube, wir haben einen guten Draht und er ist ein sehr feiner Mensch und ein wahnsinniger Sportler“, beschrieb er die gemeinsame Entwicklung in den letzten Jahren.

Diese muss auch noch nicht am Ende angekommen sein. Die Olympischen Spiele haben schließlich gerade erst begonnen.

Olympia: Hoffen auf weitere Medaillen

Der erfolgshungrige Horngacher hätte gegen weitere Medaillen nichts einzuwenden. „Es sind jetzt noch drei Wettbewerbe, vielleicht kommt noch was dazu. Das Erste ist aber getan und das gibt Auftrieb für das ganze Skispringen in Deutschland“, freute er sich.

Schon am Dienstag kämpfen die DSV-Adler im Mixed-Team (ab 18.45 Uhr im LIVETICKER) um die nächste Medaille. Raimund wird hier gemeinsam mit Felix Hoffmann, Agnes Reisch und Selina Freitag antreten.

Folgerichtig soll am Abend auch nicht überschwänglich gefeiert werden. Klare Regeln für den Bierkonsum stellte Horngacher schon mal auf. „Für Trainer zwei, für Athleten eines“, erklärte er schmunzelnd.

Nach dem Mixed-Wettbewerb warten auf Raimund und Co. noch die Springen auf der Großschanze im Einzel und im Super-Team-Wettbewerb. Medaillen seien Horngacher zufolge auch hier möglich. „Ja, er ist im Sommer auf der Schanze schon Dritter geworden, die kann er auch“, merkte der Coach an. „Aber da wird Domen Prevc natürlich gefährlich“, verwies er auf den slowenischen Favoriten, der auf der Normalschanze leer ausgegangen war.

Olympia-Gold krönt Horngacher-Amtszeit

Horngacher, der nach der Saison 2018/19 das Erbe von Werner Schuster als Bundestrainer der deutschen Skispringer angetreten hatte, wird sein Amt nach den letzten Weltcup-Wettbewerben in Planica Ende März niederlegen.

Im Laufe seiner Amtszeit wurde Karl Geiger Skiflug-Weltmeister, ehe Andreas Wellinger zwei Vize-Weltmeistertitel einflog. Bei den Olympischen Spielen 2022 gewannen das deutsche Team und Karl Geiger im Einzel jeweils Bronze. Das Raimund-Gold von Predazzo ist aber eindeutig die Krönung der Horngacher-Ära.