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Olympia: "Die Österreicher sind verzweifelt, das ist vorsätzlicher Betrug"

„Das ist vorsätzlicher Betrug“

Daniel Tschofenig sieht sich nach seiner Disqualifikation bei den Olympischen Spielen mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Ein Ex-Skisprung-Star spricht von einem „vorsätzlichen Betrug“.
Daniel Tschofenig muss sich heftige Anschuldigungen aus Norwegen anhören
Daniel Tschofenig muss sich heftige Anschuldigungen aus Norwegen anhören
© IMAGO/NurPhoto
Daniel Tschofenig sieht sich nach seiner Disqualifikation bei den Olympischen Spielen mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Ein Ex-Skisprung-Star spricht von einem „vorsätzlichen Betrug“.

Die Disqualifikation des österreichischen Skispringers Daniel Tschofenig bei den Olympischen Spielen schlägt in Norwegen hohe Wellen. Ex-Weltrekordhalter und TV-Experte Johann Remen Evensen richtete im Gespräch mit der Zeitung Dagbladet heftige Vorwürfe gegen den Tournee- und Gesamtsieger aus dem Vorwinter.

„Wenn du disqualifiziert wirst, weil die Schuhe zu groß sind, ist das ein klarer Regelverstoß“, erklärte Evensen - und wird dann deutlich.

„Es ist offensichtlich, dass die Österreicher verzweifelt sind und alle Register ziehen. Das ist vorsätzlicher Betrug“, so sein knallhartes Urteil über den ÖSV-Adler, der seiner Vorjahresform hinterherläuft.

Tschofenig übt Selbstkritik: „Ich war naiv“

Tschofenig war beim olympischen Wettbewerb von der Großschanze aufgrund eines um drei Millimeter zu großen Schuhes disqualifiziert worden. Der Österreicher hatte nach schwachen Trainingssprüngen einen neuen Schuh ausprobiert und auch im Wettbewerb getragen. „Ich war so naiv und habe nicht selbst nachgemessen“, zeigte er sich in einer Medienrunde selbstkritisch.

Nachdem die zuvor gelieferten Schuhe stets ein wenig zu klein ausgefallen seien, habe er nicht damit gerechnet, dass es beim betroffenen Paar anders sein könnte. Für seine Disqualifikation zeigte er Verständnis.

„Regeln sind Regeln, ich kann auf keinen angefressen sein, außer auf mich selbst“, machte er klar. Allerdings habe er keinen Vorteil durch den zu langen Schuh gehabt. „Ich bin deswegen keinen Meter weiter gehüpft“, beteuerte er.

Das sieht Evensen jedoch anders. „Er ist mit Schuhen gesprungen, die vereinfacht gesagt dafür sorgen, dass man längere Vorderski bekommt. Es sind die Vorderski, die einen in der Luft tragen. Er hat versucht, sich längere Ski zu erschleichen, als er eigentlich springen darf“, erklärte der Norweger.

Hannawald und Schuster schützen Tschofenig

ARD-Experte Sven Hannawald lieferte in der ARD eine ähnliche Erklärung. „Wenn man größere Schuhe nimmt, wandert die Skispitze nach vorne. Dann hat man in der Luft mehr Vorderski“, führte der Tournee-Sieger aus dem Jahr 2002 aus.

Den Betrugsvorwürfen schloss er sich aber nicht an. „Ich will ihm jetzt nicht unterstellen, dass es Absicht war“, machte er deutlich.

Der frühere deutsche Bundestrainer und Eurosport-Experte Werner Schuster sprach lediglich von einem „Flüchtigkeitsfehler“ des Athleten. „Das darf nicht passieren, aber ich denke, da steckt keine böse Absicht dahinter“, nahm er den Athleten in Schutz.

Immer wieder Manipulations-Vorwürfe aus Norwegen

Bisher ist Evensen die einzige bekannte Person im Skisprung-Zirkus, die Tschofenig einem gezielten Betrug unterstellt hat.

Schon in den letzten Monaten kamen immer wieder forsche Töne aus Norwegen. Unter anderem wurden Vorwürfe bezüglich der Legalität der Bindung von Manuel Fettner laut. Karl Geiger zeigte sich deswegen schon zu Jahresbeginn genervt.

„Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man selbst betrogen hat und das dann anderen unterstellt. Das gehört sich einfach nicht“, erklärte er bezugnehmend auf den vom norwegischen Team ausgelösten Maniplulations-Skandal bei der WM 2025.