Ist das der richtige Schritt? Nick Woltemade hat Newcastle United vorerst den Rücken gekehrt und sich für ein Jahr Juventus Turin angeschlossen. Das Leihgeschäft kam plötzlich, sein Erfolg steht in den Sternen.
Nick Woltemade zu Juve: TV-Experten äußern schon große Zweifel
Was Helmer bei Woltemade „wundert“
Während der italienische Rekordmeister auf einen fulminanten Neustart des deutschen Nationalstürmers hofft, sieht Thomas Helmer den Wechsel mit gemischten Gefühlen.
Im neuen TV-Format „45 – Die Fußball-Halbzeit auf SPORT1“ äußerte der Europameister von 1996 Zweifel daran, ob Woltemade in Turin die erhoffte Spielzeit bekommen wird. „Es ist natürlich wieder ein großer Name. Das muss man schon sagen“, sagte Helmer. Er brachte auch zum Ausdruck, dass er gerne den Durchbruch in England gesehen hätte. „Ich finde es schon schade, dass sich Nick nicht durchgesetzt hat. Ich hätte es ihm schon auch zugetraut.“
Helmer bei Woltemade skeptisch
Der 24-Jährige galt vor gut einem Jahr noch als eines der heißesten Transferziele Europas. Der Hype um „Spekulationsobjekt“ Woltemade sorgte sogar für einen gewaltigen Krach zwischen zwei deutschen Fußballikonen. Lothar Matthäus und Uli Hoeneß – schon in der Vergangenheit nicht immer die besten Freunde – stritten sich wortgewaltig in der Öffentlichkeit darüber, was der damalige Stürmer des Bundesligisten VfB Stuttgart denn kosten sollte.
Am Ende waren es wohl zwischen 75 und 85 Millionen, die Newcastle United an die Schwaben überwies. Obwohl der FC Bayern im Woltemade-Poker den Kürzeren zog, gratulierte Karl-Heinz Rummenigge dem VfB. Die Stuttgarter, so der frühere Vorstandsboss der Münchner, hätten einen „Idioten“ gefunden, der diese Summe auf den Tisch legte.
In England erwischte Woltemade dann einen vielversprechenden Start, doch das anfängliche Level konnte er nicht halten. Im späteren Saisonverlauf musste der Mittelstürmer dann auch immer wieder in erstaunlich tiefen Positionen auflaufen – oder gar auf der Bank Platz nehmen.
Wird Woltemade bei Juve zum Stammspieler?
Nun soll der Schritt nach Italien die Wende bringen. Dabei kann Helmer den sportlichen Abstieg des Stürmers nur schwer nachvollziehen. „Er muss spielen, finde ich, wenn er in der Nationalmannschaft Akzente setzen will. Er ist technisch ein sehr guter Stürmer. Deshalb wundert es mich, dass er in so ein Loch gefallen ist. Vielleicht kam alles zu schnell.“
Der frühere Bayern-Profi hätte Woltemade lieber bei einem Klub gesehen, bei dem ein Stammplatz realistischer erscheint. „Ich hätte mir einen Verein ausgesucht, wo ich auf jeden Fall meine Einsatzzeiten bekomme. Ob er das bei Juventus Turin bekommt, das weiß ich nicht.“
Mit seinen Zweifeln ist Helmer nicht alleine: „In Italien spielt die Musik seit Jahren eigentlich in Mailand“, bemängelte TV-Experte Dietmar Hamann bei Sky: „Die Mannschaft bei Juventus ist qualitativ ganz gut, sie spielen aber keine Champions League. Ob das jetzt der Wechsel ist, bei dem er sich durchsetzen will?“
Hamann hätte lieber einen Wechsel nach Dortmund gesehen, mit dem BVB wurde Woltemade tatsächlich auch kurzzeitig in Verbindung gebracht: „Ich glaube, dass er nach Dortmund gepasst hätte, dass sie ihn auch brauchen hätten können.“ Auch einen Verbleib bei Newcastle hätte der 53-Jährige präferiert: „Dieser Wechsel gefällt mir nicht wirklich.“
Kampf um Einsatzzeit bei Juve
Bei der Alten Dame hat Woltemade nun ein Jahr Zeit, die Zweifel beiseite zu wischen. Nach seiner schwierigen Zeit in Newcastle soll der Angreifer wieder regelmäßig auf höchstem Niveau zum Einsatz kommen und sich zugleich für die Nationalmannschaft empfehlen (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker).
Helmer bleibt jedoch skeptisch: „Auch da sind die Ansprüche und die Erwartungen sehr hoch. Es wird nicht einfacher für ihn.“
Für Woltemade beginnt eine wegweisende Saison Bei Juve soll der deutsche Nationalspieler nun vor allem das liefern, was zuletzt zu selten gelang: Tore im schwarz-weißen Trikot.
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