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Rassismus: Champ dachte an Boykott

Rassismus: Champ dachte an Boykott

Die Toronto Raptors diskutieren nach dem erneuten Rassismus-Skandal um die US-Polizei daran, zum Playoff-Kracher der NBA gar nicht erst anzutreten.
Für Fred VanVlee und die Toronto Raptors brechen durch Corona logistisch womöglich schwere Zeiten in der NBA an
Für Fred VanVlee und die Toronto Raptors brechen durch Corona logistisch womöglich schwere Zeiten in der NBA an
© Getty Images
SID
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von SID

Nach einem neuerlichen Fall von Polizeigewalt in den USA hat NBA-Champion Toronto Raptors einen Boykott des ersten Playoff-Spiels im Conference-Semifinal gegen die Boston Celtics diskutiert.

"Wir wussten, dass es nicht aufhören wird, egal ob wir spielen oder nicht", sagte Guard Fred VanVleet am Dienstag nach dem Training: "Aber die Frage, ob wir spielen oder nicht, übt Druck aus." Das Duell am Donnerstag (Ortszeit) wird aber wohl stattfinden.

Am vergangenen Wochenende war der Schwarze Jacob Blake von einem Polizisten von hinten niedergeschossen worden.

Laut Medienberichten trafen den 29-Jährigen sieben Kugeln im Rücken. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art in diesem Jahr.

NBA-Stars wollen Druck auf Behörden machen

"Es ist in Kenosha/Wisconsin passiert, liege ich da richtig?", so VanVleet: "In einer perfekten Welt würden alle sagen: Wir spielen nicht - auch der Besitzer der Milwaukee Bucks, das würde da ankommen. Er könnte Druck auf die Staatsanwaltschaften des Bezirks und des Bundesstaates, auf Gouverneure und Politiker machen." Milwaukee liegt in Wisconsin.

Die NBA nutzt die Blase in Orlando/Florida, um gegen Polizeigewalt und Ungerechtigkeit zu kämpfen. Die Mehrzahl der Spieler trägt entsprechende Botschaften auf dem Trikot.

Doch VanVleet will jetzt mehr. "Ich weiß, dass es nicht so einfach ist. Aber am Ende des Tages, wenn wir hier sitzen und über Veränderungen reden, müssen wir irgendwann Eier zeigen", sagte der Amerikaner.