Es sollte das Jahr der Brooklyn Nets werden. Das Superstar-Trio Kevin Durant, Kyrie Irving und James Harden sollte nach einer kompletten Vorbereitung zusammen endlich den ersten NBA-Titel in den New Yorker Stadtteil holen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)
NBA: Brooklyn Nets - die Selbst-Demontage eines Super-Teams
Ein Super-Team demontiert sich selbst
Auch das restliche Team las sich mit Namen wie Blake Griffin, Joe Harris und LaMarcus Aldridge, der aus seiner Basketball-Rente zurückgekommen ist, hochkarätig.
Nach der 103:109-Niederlage gegen die Boston Celtics im dritten Playoff-Spiel der ersten Runde steht das Star-Ensemble nun aber in Spiel 4 in der Nacht auf Dienstag vor dem frühen Aus - kein Wunder angesichts der Entwicklungen der vergangenen Wochen und Monate. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NBA)
Nets trotzen Chaos um Irving
Dabei sah es zunächst noch richtig gut aus für die Nets. Nach zwei Siegen in den ersten fünf Spielen ließen sie einige Siegesserien folgen und führten teilweise die Eastern Conference an. Mit einer Bilanz von 23 Siegen und zehn Niederlagen ging das Team ins neue Jahr. (DATEN: Alle Tabellen der NBA)
Diese Erfolge gelangen ihnen ohne Irving. Der Point Guard stand nicht im Team, da er als Impfverweigerer nicht spielen durfte. Der Grund: In New York City galt eine Impfpflicht für Profisportler.
Mitte Dezember holte ihn dann General Manager Sean Marks zurück ins Team. Eingeplant war er aber nur für die Auswärtsspiele, denn sein Spielverbot in Brooklyn blieb aufgrund seines Impfstatus bestehen.
Neues Jahr - neue Probleme um Nets-Trio
Mit dem Jahreswechsel änderte sich die Stimmung im Super-Team. Beim Spiel gegen die New Orleans Pelicans Mitte Januar zog sich Kevin Durant, der bis dato auf MVP-Niveau spielte, eine Innenbandverletzung zu und fiel mehrere Wochen aus.
Dieser Ausfall brachte das Team komplett aus dem Konzept, denn von den nächsten 14 Spielen wurden lediglich zwei gewonnen.
Zu allem Überfluss gab es dann auch noch Zoff im Team. Harden hatte keine Lust mehr auf die Nets und forderte einen Trade. Kurz vor dem All-Star Wochenende schickten die Nets ihn und Paul Milsap zu den Philadelphia 76ers.
Im Gegenzug erhielt die Franchise unter anderem Ben Simmons. Eigentlich ein großer Name, doch der Point Guard der 76ers entpuppte sich bisher als Reinfall.
Nach seinem Streik bei seinem Ex-Team hat er bisher noch nicht ein einziges Spiel für die Nets absolviert. Doch damit nicht genug, denn aktuell streitet er sich mit Philadelphia um sein ausstehendes Gehalt - Ausgang offen. Ob er dieses Jahr nochmal das Nets-Jersey tragen wird, ist nach seinem verletzungsbedingten Ausfall, wofür er hart kritisiert wird, mehr als fraglich.
Geht Spiel vier gegen Boston auch verloren, war es das mit Simmons bei den Nets - zumindest für diese Saison. Denn für die kommende - womöglich schon letzte - Partie der Runde gegen die Celtics steht der Australier wieder auf der offiziellen Verletztenliste. Laut ESPN machen ihm weiterhin Rückenschmerzen zu schaffen.
Nets sorgen für Schlagzeilen abseits des Feldes
Es war bei Weitem nicht das einzige Thema, das in Brooklyn den Fokus weg vom sportlichen Geschehen genommen hat. Schließlich schwelte immer noch das Drama um den ungeimpften Irving.
Die Thematik ging sogar soweit, dass Durant den Bürgermeister öffentlich kritisierte und der „Ausgesperrte“ eine saftige Strafe zahlen musste.
Ende März wurde er dann erlöst und durfte wieder in der heimischen Halle spielen. Gepaart mit dem wieder genesenen Durant brachten sie das Team zurück in die Spur und konnten sich gerade noch so in die Playoffs retten.
Gegen die Boston Celtics wird jedoch deutlich, dass die beiden Superstars alleine das Team nicht tragen können. „Ich habe in der gesamten Serie zu viel nachgedacht, um ehrlich zu sein“, gestand der 33-Jährige Durant vor dem entscheidenden Spiel am Montag.
In keinem der drei Duelle gelangen ihm 30 Punkte, und auch die Wurfquote von lediglich 38,5 Prozent ist zu wenig für einen Spieler seiner Klasse. Der MVP von 2014 wirkt überfordert und hilflos angesichts der schwierigen Lage seines Teams.
Da kann ihm auch Irving nicht helfen. Der streut zwar immer mal wieder starke Spiele mit sensationellen Statistiken ein. Doch häufig merkt man ihm eben auch seine fehlende Spielpraxis an. Nicht einmal die Hälfte der Partien hat er in dieser Saison bestritten.
Im dritten Spiel gegen die Celtics traf er keinen seiner sieben Dreierwürfe.