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NBA: Wird "Alien" Wembanyama seinem Hype gerecht? Eine Analyse

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NBA: Wird "Alien" Wembanyama seinem Hype gerecht? Eine Analyse

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Wird „Wemby“ dem Hype gerecht?

Mit einem Hype, wie es ihn seit LeBron James nicht mehr gab, kam Victor Wembanyama in die NBA. Nach knapp 20 Spielen stellt sich die Frage: Kann Wemby seinen Hype rechtfertigen?
NBA-Supertalent Victor Wembanyama fuhr seinen ersten Sieg mit den San Antonio Spurs ein. Nach der Partie zeigte sich der 19-Jährige extrem stolz, auch wenn ihm im Spiel ein "Rookie-Fehler" unterlief.
Gabriel Skoro
Gabriel Skoro

Seit LeBron James startete wohl niemand mit so einem großen Hype um seine Person in die NBA wie Victor Wembanyama. Schon lange vor dem Draft war selbst Laien klar, dass der Franzose an erster Stelle von den San Antonio Spurs gezogen werden würde. Ein absoluter No-Brainer eben - und ein Segen für die schwächelnden Spurs.

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Mit einer Körpergröße von 2,24 Metern galt er in der Defense als Block-Monster, das die Zone dominieren würde, auch wenn er noch ein paar Kilos draufpacken müsse. Dazu bestach er mit Ballgefühl und der Übersicht eines Guards, gepaart mit einem runden, hochprozentigen Jumper.

So wurde der erst 19-Jährige von zahlreichen Draft-Experten als größtes Talent seit „King“ James bewertet. Jener selbst bezeichnete Wemby als „generational talent“, gar als „Alien“. Unmenschlich wirkte er eben, weil er neben seiner Körpergröße noch so viel mehr versprach, weshalb in der Folge ein Hype um Wemby entbrannte, der seinesgleichen suchte.

Wird Wemby dem Hype gerecht?

Doch wird er dem Hype - für den er selbst wenig kann - gerecht? Nach inzwischen 19 absolvierten Spielen zeichnet sich ein etwas breiteres Bild - umfassender, als das seiner Highlight-Spiele, wie dem gegen die Phoenix Suns.

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Denn an manchen Abenden mutiert er zum „Cheat Code“, gegen den auch die besten Defender wenig ausrichten können, kommt deswegen mit durchschnittlich 18,9 Punkten und 9,7 Rebounds auf starke Zahlen. In anderen Spielen merkt man dann allerdings, dass es erst Wembys erste Saison in der besten Basketball-Liga der Welt ist und dass selbst er klassische Rookie-Fehler in seinem Spiel hat.

Offensive: Turnover- und Wurfquoten-Probleme

So ist er zwar dank seiner Übersicht ein guter Ballverteiler und legt solide 2,5 Assists pro Spiel, leistet sich aber noch zu viele Turnover (3,4). Für einen Rookie, der sich erst an die Geschwindigkeit in der NBA gewöhnen muss, ist das jedoch nichts, worüber man sich den Kopf zerbrechen muss.

Ähnlich verhält sich das mit seinen Wurfquoten. Auch hier muss Wemby noch eine Schippe drauflegen, vor allem in Auswahl seine Würfe. Durch seine Körpergröße ist er zwar beinahe unmöglich zu blocken, trotzdem nimmt er noch zu viele als schwer eingestufte Würfe.

Abseits von ringnahen Abschlüssen (75 Prozent) trifft er deswegen noch nicht hochprozentig genug. Von jenseits der Dreierlinie finden bislang lediglich 26,5 Prozent seiner Wurfversuche ihr Ziel und auch aus der Mitteldistanz trifft Wemby unter 40 Prozent seiner Versuche.

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Trotz Schwächen: Noch kein Grund zur Sorge

Und trotzdem muss man sich in der Offensive keine Sorgen machen.

Auf lange Sicht wird es sein „Alien“-Mix aus Größe, Schnelligkeit und seinen Fähigkeiten am Ball (Wurf, Pass, Dribbling) den gegnerischen Verteidigern immer schwerer machen, wenn er sich erstmal an die NBA gewöhnt hat. Sein 38-Punkte-Spiel gegen die Suns ist aktuell noch ein Ausreißer, könnte aber in Zukunft häufiger werden.

Defensive: Block-Monster und agiler Verteidiger

Doch neben seinen bereits herausstechenden Qualitäten auf der offensiven Seite des Feldes brilliert der junge Franzose in der Defensive.

Allein durch seine Größe stellt er ein Hindernis dar, kam so gegen die Memphis Grizzlies auf beeindruckende acht Blocks. Mit im Schnitt 2,6 abgewehrten Würfen liegt er in der Bestenliste damit lediglich hinter Anthony Davis und Brook Lopez (beide 2,8) auf Platz drei.

Wembys Kompetenzen in der Defense beschränken sich aber nicht nur auf Blocks oder die Verteidigung in der Zone. Seine Agilität und Schnelligkeit ermöglichen es ihm ebenfalls, gegnerische Guards zu verteidigen, wenn es die Situation erfordert. Mitunter mussten das auch schon Stars wie Luka Doncic, Kyrie Irving oder Paul George erfahren.

George stellt Wembys Vielseitigkeit heraus

„Es ist nicht das erste Mal, dass wir einen Spieler von seiner Größe sehen“, erklärte George, um dann die Besonderheiten von Wemby hervorzuheben. „Man ist daran gewöhnt, die Seven-Footer (über 2,13m große Spieler, Anm. d. Red.) unter dem Ring zu sehen, aber bei ihm ist das anders.“

„Aber er ist teilweise an der Seitenlinie, dribbelt mit dem Ball in Fastbreaks (Schnellangriffen, Anm. d. Red.). Er ist am Ring, dann plötzlich nicht mehr. Du schaust die ganze Zeit, wo er gerade steht“, stellte der Clippers-Superstar Wembys Vielseitigkeit heraus und erinnerte sich an eine spezielle Szene.

„Als hätte er einfach die Arme ausgestreckt und sich den Ball gegriffen“

„Es gab eine Szene, als wir gegen ihn gespielt haben. Russell (Westbrook, Anm. d. Red.) ist zum Korb gezogen und ich schaue ihm zu, als diese verdammt langen Arme kommen und ihm den Ball von hinten klauen“, erzählte George. „Man konnte Russell ansehen, dass er dachte: ‚Wer zum Teufel hat den Ball geklaut?‘ Es sah so aus, als hätte er einfach die Arme ausgestreckt und sich den Ball gegriffen.“

Wo eine weitere Freak-Eigenschaft von Wembanyama ins Spiel kommt: Ist er mit 2,24 m ohnehin schon ein Hüne unter NBA-Spielern, setzt er mit einer Spannweite von 2,43 m nochmal einen drauf. Seine langen Arme machen es ihm in vielen Bereichen natürlich nochmal leichter, ob bei Steals, Blocks oder beim Werfen im Angriff.

Wemby ist genau das, was LeBron mit der Bezeichnung „Alien“ meinte

Bei den Spurs gibt es in dieser Saison deshalb viele solcher Szenen, in denen Wemby Dinge tut, die man von einem Spieler seine Größe schlichtweg nicht erwartet. Als ihn LeBron als „Alien“ bezeichnete, wird er wohl genau das gemeint haben.

Und das Alien erfüllt bislang die Erwartungen - auch wenn andere Top-Talente, wie zum Beispiel Chet Holmgren (OKC), hinter dem Wemby-Hype zu wenig Beachtung erhalten.