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NFL: Marcel Dabo über Draft 2022, Tipps von Jakob Johnson - und was er an Deutschland vermisst hat

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NFL: Marcel Dabo über Draft 2022, Tipps von Jakob Johnson - und was er an Deutschland vermisst hat

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Das nächste deutsche NFL-Märchen?

Das nächste deutsche NFL-Märchen?

Jakob Johnson hat es vorgemacht. In diesem Jahr will Marcel Dabo seinen NFL-Traum verwirklichen. Mit SPORT1 spricht er über seine Mission - und was er in den USA besonders vermisst hat.
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Sebastian Mühlenhof
Sebastian Mühlenhof

Aller Anfang ist schwer - in der NFL aber nochmal deutlich mehr als anderswo.

Zwar wird die beste Football-Liga der Welt immer internationaler, doch für Spieler, die nicht aus den USA kommen und die dort üblichen Football-Stationen High School und College durchlaufen, ist es ein schwerer Schritt, die Tür in die Eliteklasse aufzustoßen.

Mit Jakob Johnson gibt es jedoch ein Beispiel aus Deutschland, welches zeigt, dass der Weg erfolgreich bestritten werden kann - über das International Player Pathway Program IPP. (NFL-Transfers - die größten Trades und heißesten Gerüchte im TICKER)

Mit Marcel Dabo will auch in diesem Jahr wieder ein Deutscher seinen Traum von der NFL verwirklichen und in die Fußstapfen von Johnson, Moritz Böhringer und Washingtons David Bada treten.

Bei SPORT1 erzählt der Defensive Back, der zuletzt bei Stuttgart Surge in der European League of Football ELF aktiv war, von seinen Trainingserfahrungen in den USA. Dazu spricht der 22-Jährige über den Draft 2022 und was er in Übersee am meisten vermisst hat.

SPORT1: Herr Dabo, Sie waren jetzt seit Januar in den USA - nehmen Sie uns doch einmal etwas mit auf diese Reise.

Marcel Dabo: Diesmal war das Training in Phoenix, Arizona und nicht bei der IMG Academy, wo es in den Jahren zuvor immer gewesen ist. Es war eine super Zeit und ich habe auf jeden Fall viel gelernt. Ich habe mich zehn Wochen nur auf Football konzentriert und das Maximale herausgeholt, was ich mitnehmen konnte. (SERVICE: NFL-Wissen - die wichtigsten Begriffe im Football)

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Jakob Johnson und Kasim Edebali geben Tipps

SPORT1: Während der Zeit waren auch andere Spieler da, unter ihnen Jakob Johnson und Kasim Edebali. Konnten diese Ihnen ein paar Tipps geben?

Dabo: Wir hatten Besuche von IPP-Alumni, die in den vorherigen Jahren das Programm durchlaufen haben. Sie haben uns Tipps gegeben, so viel sie konnten, weil es immer wertvoll ist, wenn man Spieler wie Kasim, Jakob, Björn (Werner, Anm. d. Red.) und die ganzen Jungs da hat, die es geschafft haben. Sich dort Tipps zu holen, ist extrem wertvoll.

SPORT1: Worauf lag in den zehn Wochen der Fokus?

Dabo: Es war eine Kombination aus Athletiktraining und positionsspezifischem Training sowie auch Videostudium. Das heißt, ich bin sowohl als Spieler besser geworden als auch als Athlet. Dementsprechend war es eine super Zeit. Ich habe viel mitgenommen und bin gespannt, was nun kommt.

Marcel Dabo zum Pro Day: „Gelaufen wie erhofft“

SPORT1: Spielten in den Videosessions auch NFL-Playbooks eine Rolle?

Dabo: Auf jeden Fall. NFL-Playbooks sind deutlich komplexer als deutsche Playbooks. Man muss jetzt aber noch kein NFL-Playbook lernen, denn das kommt dann hoffentlich im Camp.

SPORT1: Sie haben den Pro Day absolviert und dabei gute Leistungen gezeigt. Wie zufrieden sind Sie?

Dabo: Der Pro Day ist genauso gelaufen wie es mir vor ein paar Wochen vorgestellt habe. Deswegen bin ich mega zufrieden. Die Position Drills liefen super. Ich habe mich schnell gefühlt, ich habe mich beweglich gefühlt - es hat super geklappt. Wenn ich jetzt den Pro Day ändern könnte, würde ich nichts ändern. Es ist wirklich genauso gelaufen, wie ich es mir erhofft habe.

Entscheidung fällt erst nach NFL Draft 2022

SPORT1: Bis wann wissen Sie, ob Sie es in die NFL geschafft haben?

Dabo: Ich muss jetzt auf jeden Fall den Draft abwarten. Ich bin ja „eligible“, kann dort also ausgewählt werden. Moritz Böhringer wurde damals auch in der sechsten Runde gezogen. Deswegen muss ich das auf jeden Fall abwarten. Danach wird dann wahrscheinlich bekannt gegeben, welche Spieler am IPP teilnehmen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

SPORT1: Die New Yorks Giants haben mit Roy Mbaeteka einen der Kollegen aus dem IPP bereits verpflichtet. Haben Sie sich für ihn gefreut, als Sie das gelesen haben?

Dabo: Auf jeden Fall. Der Junge hat auf jeden Fall die Maße für die NFL. Vielleicht wird er der nächste Jordan Mailata (Left Tackle der Philadelphia Eagles, Anm. d. Red.). (SERVICE: NFL-Wissen - die Positionen im Football)

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Gespräche mit Scouts und gegenseitiges Kennenlernen

SPORT1: Haben Sie schon Anrufe von Teams bekommen? Oder haben Sie bisher nur mit den Scouts am Pro Day gesprochen?

Dabo: Ich habe die Chance genutzt und danach mit den Scouts geredet, aber das heißt noch nichts. Es heißt einfach nur, dass die Scouts ihren Job machen. Da kommt jemand, der hat überragende Werte, bewegt sich gut - und die Leute fragen sich, woher kommt der und warum kennen wir den nicht? Also müssen die erstmal ihren Job machen und mich kennenlernen.

SPORT1: Was für Feedback haben Sie von den Scouts bekommen?

Dabo: Ich denke, dass ich gutes Feedback bekommen habe, aber in den Gesprächen ging es eher darum, sich persönlich kennenzulernen.

SPORT1: Wenn Sie frei wählen dürften, wo würden Sie gerne hingehen?

Dabo: NFL ist NFL. Am besten ist natürlich ein Team, das mit mir arbeiten möchte - auch als internationaler Spieler - und mich im Special Team einsetzt, so lange ich auf meiner Position als Defensive Back noch etwas lernen muss. Deswegen würde ich mir ein Team wünschen, dass mir die Chance gibt, mich zu zeigen - auch im Special Team jetzt im ersten Jahr. (SERVICE: NFL-Wissen - die wichtigsten Regeln im Football)

SPORT1: Trauen Sie es sich zu, ähnlich wie Jakob Johnson, direkt den Sprung in den 53-Mann-Kader zu schaffen?

Dabo: Ich mache einen Schritt nach dem anderen. Ich gehe hoffentlich ins Mini-Camp, dann ins Trainingscamp und alles andere wird sich dann in der Zukunft herauskristallisieren.

Das hat Dabo in den Staaten am meisten vermisst

SPORT1: Sie sind jetzt am Samstag zurück nach Deutschland gekommen. Wissen Sie schon, wann es wieder zurück in die USA geht?

Dabo: Die NFL ist ein hartes Business. Du weißt nie, was passiert. Es kann sein, dass nächste Woche ein Team anruft und sagt: ‚Hey, wir wollen dich sehen, wir wollen dich kennenlernen.‘ Grundsätzlich bin aber jetzt erstmal bis zum Draft da und dann geht es hoffentlich wieder zurück.

SPORT1: Was haben Sie als erstes gemacht, als Sie wieder zurück waren?

Dabo: Ich bin erstmal zu meiner Oma zum Mittagessen gegangen. Dort gab es dann schwäbische Rouladen mit selbstgemachten Spätzle. Deutsches Essen habe ich schon vermisst, aber man gewöhnt sich an alles.

SPORT1: Haben Sie sich schon damit beschäftigt, was Sie machen, wenn Sie den Sprung nicht schaffen? Gehen Sie dann zurück zu Stuttgart Surge in die European League of Football?

Dabo: Nein, das ist für mich kein Thema zurzeit. Ich möchte gerne in die NFL und darauf liegt mein Fokus gerade.

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