Anzeige
Home>US-Sport>NFL>

Trubisky, Rudolph oder Pickett - Der Kampf um den Quarterback-Posten der Steelers

NFL>

Trubisky, Rudolph oder Pickett - Der Kampf um den Quarterback-Posten der Steelers

Anzeige
Anzeige

Die verzwickte Lage der Steelers

Die verzwickte Lage der Steelers

Nach dem Rücktritt von Ben Roethlisberger suchen die Pittsburgh Steelers ihren neuen Quarterback. Der Kampf um seinen Nachfolger ist eröffnet, doch der erste Eindruck hinterlässt Zweifel.
Mit dem 42:21-Sieg gegen die Pittsburgh Steelers schicken die Kansas City Chiefs Ben Roethlisberger in den Ruhestand. “Big Ben” freut sich schon auf den neuen Lebensabschnitt mit seiner Familie.
Sebastian Mühlenhof
Sebastian Mühlenhof

Wer wird der neue Starting Quarterback?

Diese Frage wird nirgends so heiß diskutiert wie bei den Pittsburgh Steelers. Dort wird der Nachfolger von Ben Roethlisberger gesucht, der nach 18 Jahren bei den Steelers seinen Helm an den Nagel gehängt hat. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

Vier Spieler stehen für die wichtigste Position im Football im Kader. Dabei dürfen sich bis auf Chris Oladokun, der in der siebten Runde des diesjährigen Drafts gezogen wurde, alle berechtige Hoffnungen auf den Startplatz machen.

Als leichter Favorit geht Mitchell Trubisky ins Rennen. Schließlich verfügt der 27-Jährige bereits über vier Jahre Erfahrung als Starter und hat damit seinen Konkurrenten Mason Rudolph und Kenny Pickett etwas voraus.

Doch das Polster ist nicht allzu groß, denn Trubisky ist nicht umsonst von seinem Ex-Team, den Chicago Bears, weggeschickt worden.

Trubisky wackelt trotz Pole Position

„Ich bereite mich vor, der Starter zu sein“, sagte er selbstbewusst im Juni. So behandelten ihn auch die Coaches im Trainingslager. Er bekam bisher von allen Quarterbacks die meiste Zeit mit der potentiellen ersten Elf.

Dabei durfte er unter Beweis stellen, wie gereift er nach einem Jahr bei den Buffalo Bills, zu denen er nach seinem Aus in Chicago gegangen war, ist. (NFL-Transfers - die größten Trades und heißesten Gerüchte im TICKER)

Mitchell Trubisky konnte bei den Steelers noch nicht überzeugen
Mitchell Trubisky konnte bei den Steelers noch nicht überzeugen

In den über zwei Wochen blieb er den Beweis, dass er der beste Spieler auf seiner Position ist, noch schuldig. Immer wieder zeigt er schlechte Würfe und wirkt weiterhin enorm inkonstant in seinem Auftreten.

So hatte er bei dem Trainingsspiel „Seven Shots“ - eine Einheit, in der die Offense sieben Versuche von der Zwei-Yard-Linie bekommt und dabei mindestens vier Touchdowns erzielen soll - eine denkbar schlechte Serie. 16 Mal in Folge blieb er mit seinen Teamkollegen ohne einen Sieg. (SERVICE: NFL-Wissen - die Positionen im Football)

Das will Mike Sullivan, Quarterback-Trainer der Steelers, nicht überbewerten. „Es gibt genug Vorwürfe an die gesamte Offense“, verteidigte er seinen Schützling im Interview mit dem Online-Portal The Athletic.

Steelers-Coach nimmt Trubisky in Schutz

Sullivan lobte viel mehr Trubisky für dessen „guten Fortschritte“ und meinte, dass er „im Zeitplan“ sei. Hinzukommt, dass der zweite Pick des 2017er Drafts ein komplett neues System lernen muss und das geht nun mal nicht von heute auf morgen.

Der Verdienst für die harte Arbeit folgt prompt. Er darf im ersten Vorbereitungsspiel gegen die Seattle Seahawks starten. Das verkündete Head Coach Mike Tomlin am Donnerstag.

Dort wird er mit Argusaugen beobachtet werden, denn der bisherige Eindruck von ihm macht Sorgen. Selbst die Reporter, die die Steelers regelmäßig begleiten und gerne mal Spieler besser machen als sie sind, sind bisher nur durchschnittlich beeindruckt von dem neuen Mann.

Pickett mit Problemen im Trainingslager

Diese Schwäche könnten seine beiden ärgsten Verfolger nun zu ihrem Vorteil ausnutzen. Dabei steht vor allem Pickett im Fokus, schließlich ist er doch der Junge aus der Gegend.

Er spielte fünf Jahre lang an der Universität von Pittsburgh, sodass der 24-Jährige den Football-verrückten Menschen in Pittsburgh bereits bestens bekannt ist. Entsprechend groß sind die Hoffnungen in den 20. Pick des diesjährigen Drafts.

Für viele Experten galt er aufgrund seiner Erfahrung von fünf Jahren am College als das Quarterback-Talent, das am frühesten in der NFL starten würde. Diese Möglichkeit besteht auch weiterhin, doch dafür muss der Rookie dringend eine Schippe drauflegen.

Zwar kam er bisher noch nicht so häufig in den Genuss, mit der ersten Garde der Steelers-Offense zu spielen, dennoch zieht sich bei ihm ein besorgniserregender Trend durch: Er fokussiert sich zu sehr auf seinen ersten Read. Dadurch macht er sich zu berechenbar und sorgt für Frust bei möglicherweise freien Receivern.

Kaum ein Thema wird zurzeit im US-Sport so kontrovers diskutiert wie die Sperre für Deshaun Watson.
00:57
NFL: Darf Quarterback Deshaun Watson nie wieder spielen?

Sullivan wollte dieser Beobachtung nicht zu viel Bedeutung beimessen und lobte darüber hinaus die starke Defense, die aktuell „die Oberhand hat“. Das will er natürlich ändern und baut dabei auf eine Stärke von Pickett. „Eine Sache, die wir von Kenny bisher gesehen haben, ist dieselbe, wie wir es auch am College gesehen haben und das sind seine genauen Würfe im Lauf. Er wirft im Laufen genaue Pässe über die Kurz- und Mitteldistanz“, betonte der 54-Jährige. (SERVICE: NFL-Wissen - die wichtigsten Begriffe im Football)

Es wird jedoch mehr als diese eine Fähigkeit brauchen, um ein Starter in der besten Liga der Welt zu sein. Um sich genau an dieses Niveau zu gewöhnen, dürfte er auch die Zeit bekommen und erst dann zum Einsatz kommen, wenn er auch wirklich bereit ist.

Wird Rudolph der Nachfolger von Big Ben?

Der gerne mal Vergessene im Duell um den Startplatz ist Mason Rudolph. Auf dem offiziellen Depth Chart des Teams ist er auf Position zwei gelistet und somit der ärgste Verfolger von Trubisky.

Sein Vorteil ist die Vertrautheit mit dem System von Offensive Coordinator Matt Canada. Schließlich kam er 2018 über den Draft zum Team und konnte bereits seine Qualität als Starter der Schwarz-Gelben unter Beweis stellen.

In seinem zweiten Jahr sprang er für den verletzten Ben Roethlisberger ein und machte sein Sache bis zu einer Gehirnerschütterung sehr solide. Nach seiner Genesung musste er zunächst noch zuschauen, holte sich den Platz dann aber von Devin Hoges zurück. Nach der üblen Aktion von Myles Garrett, der mit seinem Helm auf ihn einschlug, musste Rudolph erneut aussetzen. In den vergangenen zwei Jahren durfte er dann nur vereinzelt auf dem Feld stehen.

Dennoch scheint er sich auf dem richtigen Weg zu befinden, wenn man Sullivan glauben mag. „Mason reagiert sehr gut auf den Wettkampf, zeigt eine gute Antwort auf die Herausforderung, zeigt Anzeichen einer Verbesserung und hat in diesen Bereichen gearbeitet“, meinte der Quarterback-Trainer. Damit positioniert sich der 27-Jährige, um die Nachfolge von Roethlisberger anzutreten.

Der erste Härtetest steht am Samstag an, wenn die Steelers in einem Vorbereitungsspiel auf die Seattle Seahawks treffen. Dort könnte sich dann vielleicht schon die Spreu vom Weizen trennen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Alles zur NFL auf SPORT1.de