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NFL: Zerbricht der Meister nach dem Aus?

Zerbricht der Meister nach dem Aus?

Die Philadelphia Eagles scheiden als Meister vorzeitig aus. Zerbricht das Topteam nun an den vielen Problemen?
In der Wildcard Round der NFL-Playoffs müssen die San Francisco 49ers beim Super-Bowl-Champion in Philadelphia ran. Trotz Heimvorteils streichen die Eagles die Segel.
Die Philadelphia Eagles scheiden als Meister vorzeitig aus. Zerbricht das Topteam nun an den vielen Problemen?

Auf einmal war es 41 Sekunden vor dem Ende im Lincoln Financial Field ganz still. Denn genau in dem Moment zerplatzten alle Träume der heimischen Philadelphia Eagles, ihren Titel in der NFL zu verteidigen.

In der ersten Playoff-Runde gab es gegen die San Francisco 49ers mit einem 19:23 das Aus. Nun könnten sich die Chancen auf weitere große Leistungen der Eagles in der Zukunft deutlich verringern. Denn es gibt einige Probleme.

Die größte Komplikation wurde am Sonntag schon während der ersten Hälfte mal wieder mehr als deutlich und hat einen Namen: AJ Brown.

NFL: Wirbel um Star-Receiver AJ Brown

Der Star-Receiver ging nach einem missglückten Angriff sehr langsam vom Feld. Das erzürnte Trainer Nick Sirianni total. Er sprintete daraufhin herbei, um ihn zum Rausgehen zu bewegen, und lieferte sich ein Kopf-an-Kopf-Duell mit seinem Star.

Brown reagierte gereizt und es kam zu einem hitzigen Wortgefecht, das nur durch Sicherheitschef Dom DiSandro entschärft wurde.

Schon während der gesamten Saison hatte Brown rund um das Team für große Diskussionen gesorgt. Er beschwerte sich ab Woche vier quasi durchgehend über zu wenig Anspiele und meckerte auch in den Sozialen Medien.

Der vermeintlich ignorierte Star kam dennoch auf 1.003 Yards und sieben Touchdowns - ließ dann aber sein Team hängen. Im entscheidenden Moment gegen San Francisco wurde er nämlich eigentlich perfekt bedient. Doch Brown ließ den Ball beim dritten Versuch fallen und erntete Spott von vielen Fans.

Nun liegt seine Zukunft wohl außerhalb der Eagles. Kansas City oder die Baltimore Ravens wurden direkt nach Abpfiff schon von ESPN als Kandidaten gehandelt.

Warum wurde Barkley nicht in Szene gesetzt?

Für die Eagles würde ein Trade durchaus Sinn machen, denn Brown hatte mit seinen Meckerattacken großen Einfluss auf die Taktik und damit auch auf die Leistung von anderen Stars.

Den größten Nachteil hatte wohl Saquon Barkley. Der Running Back hatte das Team in der vergangenen Saison mit überragenden Leistungen zum Titel geführt. Er verpasste einen 40 Jahre alten Fabel-Rekord nur hauchdünn.

Doch nun bekam er gar nicht mehr die Chance, erneut so zu glänzen. Für viele Experten und Fans war es ein Mysterium. Denn nach Browns Beschwerden stellten die Eagles in der Offensive um und versuchten krampfhaft, ihr Passspiel für Brown in Gang zu bekommen.

Barkley wurde als bester Spieler des Kaders kaum genutzt. Zum ersten Mal übertraf er in Woche acht die Marke von 100 Yards. Zuvor kam er in sechs Partien nicht einmal über 60 Yards durch Läufe!

Barkley zeigt, was möglich gewesen wäre

Nur sieben Touchdowns und nur 1.140 Yards nach Läufen gelangen Barkley am Ende der regulären Spielzeit, dazu kamen zwei Touchdowns nach Pässen. Aber auch durch die Luft fand der Ball kaum den Weg in die Hände des 28-Jährigen.

Ausgerechnet beim Aus gegen die 49ers zeigte Barkley, was möglich gewesen wäre. 106 Yards erlief er und sammelte auch noch 25 Yards durch Pässe. Damit ist er der beste Running Back in den Playoffs bisher.

Spielmacher Jalen Hurts hätte im Nachhinein viel häufiger auf Barkley vertrauen müssen. Denn der Quarterback hinkte den Erwartungen weit hinterher. Er schwächelte mit 168 Yards und einem Touchdown gegen die 49ers - es war ein Abbild der Saison.

Hurts kam auf 3.224 Yards und belegte im Ligavergleich nur Platz 16. Seine 25 Touchdowns waren unterer Durchschnitt. Der beste Spielmacher Matthew Stafford von den Los Angeles Rams hängte ihn mit 4.707 Yards und 46 Touchdowns komplett ab.

Eagles-Coach Sirianni verzockt sich

Zuletzt wäre also auch die Rolle von Coach Sirianni kritisch zu beleuchten. Er ließ es zu, dass Brown ohne Konsequenzen meckerte. Stattdessen opferte er danach die größte Stärke seiner Mannschaft mit dem Laufspiel durch Barkley - und dann verzockte er sich auch noch gewaltig!

Denn am letzten Spieltag der regulären Spielzeit schonte er nahezu alle Stars beim 17:24 gegen die Washington Commanders. Mit einem Sieg wären die Eagles aber sogar anstelle der Chicago Bears als Nummer zwei in der NFC in die Playoffs eingezogen und hätten anstelle der 49ers gegen die zuletzt schwächelnden Green Bay Packers gespielt.

Nun muss sich der Meister also neu ordnen. Vor allem die Dallas Cowboys dürften dabei hoffen, dass die Probleme nicht schnell gelöst werden. Immerhin ist „America‘s Team“ der Divisionskonkurrent der Eagles - und der träumt vom ersten Titel seit 1995.