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Wie deutsche Stars die NHL aufmischen

Wie deutsche Stars die NHL aufmischen

Leon Draisaitl ist auf bestem Weg, seine beste Saison in der NHL zu spielen. Neben ihm wissen auch andere deutsche Stars zu glänzen.
Der deutsche Eishockey-Star Leon Draisaitl geht in seine achte NHL-Saison. An seiner Seite: Model und Schauspielerin Celeste Desjardins.
Franziska Wendler
Franziska Wendler
von Franziska Wendler

Bei der Frage nach deutschen Spielern in der besten Eishockey-Liga der Welt dürften die meisten sportbegeisterten Fans wohl an einen denken: Leon Draisaitl.

Der Profi der Edmonton Oilers ist DER deutsche Star schlechthin in der NHL. Nach 16 Partien führt der 26-Jährige in der laufenden Saison die Scorerwertung der Liga mit 33 Punkten (75 Treffer/16 Vorlagen) an. Er überflügelt damit derzeit sowohl seinen Oilers-Sturmpartner Connor McDavid als auch Superstar Alexander Owetschkin. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der NHL)

„Es ist nicht so, dass ich tagtäglich auf der Couch sitze und mir die Rankings durchschaue. Mir ist das eigentlich egal“, hatte der Stürmer noch vor dem Saisonstart erklärt. Und doch: die Zahlen des Angreifers sind beeindruckend. Längst kennt ihn jeder, der sich nur im entferntesten für Eishockey interessiert.

Draisaitl holt 2020 MVP-Titel

Die laufende Saison, in der Draisaitl nichts geringeres als den Meistertitel anstrebt, ist dabei für ihn nur eine Fortführung bereits erreichter Erfolge. In der Saison 2020 wurde er nicht nur zum Topscorer, sondern auch als wertvollster Spieler der NHL ausgezeichnet.

Doch so beeindruckend die Leistungen des besten deutschen Eishockeyspielers auch sein mögen, der 26-Jährige ist nicht mehr der Einzige, der mit seinem Können für Furore sorgt. Ganze neun weitere Spieler aus der Bundesrepublik sind aktuell in der NHL oder einem Farmteam einer NHL-Franchise in der zweitklassigen AHL beschäftigt.

Einer davon ist Tim Stützle. Der ehemalige Stürmer der Adler Mannheim spielte bei den Ottawa Senators im vergangenen Jahr eine starke Debütsaison mit zwölf Toren und 17 Vorlagen.

Senators schwärmen von Stützle

Die Franchise lobte ihn als dynamischen und technisch starken Offensivspieler – der nun auch in der aktuellen Saison endlich als Torschütze glänzen konnte. So gelang ihm beim 6:3-Sieg gegen Pittsburgh der Treffer zum zwischenzeitlichen 4:0.

Für noch mehr Aufsehen sorgt derweil Moritz Seider. Beim Draft 2019 wurde er an sechster Stelle gezogen, dann folgte eine Leihe nach Schweden, die sich im Nachhinein als wahrer Glücksgriff entpuppte. Beim Erstligisten Rögle BK gewann der Youngster an Reife und Persönlichkeit, bei der vergangenen WM in Lettland wurde er sogar zum besten Verteidiger des Turniers gewählt. (DATEN: Tabellen der NHL)

Auch deshalb traf der Trainer der Detroit Red Wings, Jeff Blashill, die Entscheidung, Seider endgültig in den Kader zu holen. Bereut haben dürfte er dies nicht. Im Oktober stand der 20-Jährige bei allen neun Partien seiner Franchise auf dem Eis, bereitete acht Treffer vor und wurde zudem zum Rookie des Monats gewählt.

Seider macht bei Red Wings Fortschritte

Inzwischen steht Seider bereits bei 13 Scorerpunkten und hat auch in den US-Medien einen guten Eindruck hinterlassen. So schrieb kürzlich The Detroit News, die Red Wings seien dynamischer und aufregender anzuschauen, seit Seider und Rookie-Kollege Lucas Raymond auf dem Eis stehen. Zudem hätten sie sich „besser entwickelt als erwartet“.

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Als erfahrenen Kollegen im Team kann sich der Youngster an Thomas Greiss wenden. Der Routinier spielt bereits seine 13. NHL-Saison Zwar wechselt er sich in dieser Spielzeit mit seinem Torhüter-Kollegen Alex Nedeljkovic ab, seine Leistungen sind dabei aber konstant.

In Sachen Keeper kann aktuell auch Philipp Grubauer glänzen. 2018 gewann er mit den Washington Capitals den Stanley Cup, dann folgte der Wechsel zu den Colorado Avalanche. Seit dieser Saison steht er für die Seattle Kraken als unangefochtene Nummer eins auf dem Eis.

Grubauer fühlt sich in Seattle wohl

Viele Siege gibt es für das Team zwar nicht zu feiern, an Grubauers Leistung liegt dies aber nicht. Vielmehr ist es die Unbeständigkeit des neu gegründeten Teams, die Erfolge schwer macht.

Aber: In seiner neuen Heimat Seattle fühlt sich der Keeper pudelwohl. So lobte er erst vor wenigen Tagen im Interview mit dem US-Magazin Bleacher Report, die Natur rund um Seattle biete „viele tolle Stellen“ und er sei froh, bei diesem spannenden neuen Projekt involviert zu sein. (NEWS: Alles Wichtige zur NHL)

Ein weiterer Deutscher, der inzwischen so richtig in der Liga angekommen ist, ist Nico Sturm. Bereits in der zurückliegenden Saison stand er für die Minnestoa Wild 50 Mal auf dem Eis und durfte sich über 17 Scorerpunkte freuen. In der laufenden Spielzeit steht er bei 15 Spielen und fünf Scorerpunkten, die Ambitionen bei ihm sind dabei groß.

Philipp Grubauer fühlt sich bei den Seattle Kraken wohl
Philipp Grubauer fühlt sich bei den Seattle Kraken wohl

Reichel, Peterka, Gawanke und Bokk in der Hinterhand

„Ich möchte einfach den nächsten Schritt in die richtige Richtung machen, ein vollwertiger Spieler in der dritten Reihe werden, meine Eiszeit konstant ausbauen und meine Center-Position festigen“, erklärte er NHL.com. „Ich will jetzt gerne Verantwortung übernehmen, das habe ich dem Management und dem Trainer so signalisiert.“

Ganz so weit sind einige andere Spieler derweil noch nicht. Mit Lukas Reichel (Rockford IceHogs, Farmteam der Chicago Blackhawks), John-Jason Peterka (Rochester Americans, Farmteam der Buffalo Sabres), Leon Gawanke (Manitoba Moose, Farmteam der Winnipeg Jets) und Dominik Bokk (Chicago Wolves, Farmteam der Carolina Hurricanes) sind gleich vier Deutsche in der zweitklassigen AHL aktiv.

Die Aussicht auf noch mehr NHL-Profis Made in Germany ist also ziemlich groß.