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Auf diesen Moment musste er 793 Tage warten

Comeback nach 793 Tagen

Marco Schwarz hat die letzten bösen Geister seines katastrophalen Sturzes in Bormio hinter sich gelassen. 793 Tage nach seinem Kreuzbandriss sah der Österreicher in Garmisch erstmals wieder das Ziel einer Weltcup-Abfahrt.
Die deutschen Alpin-Athleten enttäuschten vor rund 5.000 Fans. Der Garmischer Simon Jocher verpasste in seinem Heimrennen als 37. die Punkteränge.
Marco Schwarz hat die letzten bösen Geister seines katastrophalen Sturzes in Bormio hinter sich gelassen. 793 Tage nach seinem Kreuzbandriss sah der Österreicher in Garmisch erstmals wieder das Ziel einer Weltcup-Abfahrt.

Bereits 26 Monate ist es her, dass sich Marco Schwarz in Bormio schwer verletzt hatte. Doch erst jetzt - 793 Tage später - hat das ÖSV-Ass seinen Schicksalstag auf der „Stelvio“ voll und ganz hinter sich gelassen.

Am Samstag hat sich der 30-Jährige in Garmisch zum ersten Mal seit seiner verhängnisvollen Verletzung im Dezember 2023 auf eine Weltcup-Abfahrt gewagt.

„Natürlich ist das ein cooler Schritt in die richtige Richtung“, sagte Schwarz in Garmisch nach dem abgesagten Super-G exklusiv im Gespräch mit SPORT1.

Marco Schwarz: „Habe mich runtergeplagt“

Direkt nach dem Abfahrtsrennen auf der „Kandahar“ hatte sich Schwarz noch über seinen 29. Platz geärgert. „Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, ich habe mich ein bisschen heruntergeplagt“, zitiert die Kronen-Zeitung den Österreicher.

Doch die 2,96 Sekunden Rückstand auf den strahlenden Gewinner Marco Odermatt ließen sich auch mit stark nachlassenden Pistenbedingungen im frühlingshaften Garmisch erklären.

Um die Lücke zur Weltspitze zu schließen, sei nun vor allem Fahrpraxis wichtig. „Natürlich bin ich mir bewusst, dass ich noch sehr viele Trainingstage brauche, um das Gefühl wieder zu bekommen“, betonte Schwarz im Gespräch mit SPORT1.

Schwarz will wieder alle Rennen fahren

Deshalb plant der achtmalige Weltcupsieger - ähnlich wie vor seinem bitteren Kreuzbandriss - bis zum Saisonende in allen vier Disziplinen an den Start zu gehen.

Schon nach seinem verhängnisvollen Sturz von Bormio hatte Schwarz betont, dass die Verletzung nichts mit einer möglichen Überbelastung zu tun gehabt habe.

„Der Kalender ist dicht, aber ich war mental und körperlich voll da“, erklärte der ÖSV-Athlet im Januar 2024 auf einer Pressekonferenz.

Ende der Slalom-Karriere?

Doch in der kommenden Saison könnte Schwarz wieder mit nur drei Disziplinen Vorlieb nehmen.

Die Kronen-Zeitung mutmaßt sogar, dass sich Schwarz vom trainingsintensiven Slalom verabschieden könnte. 2021 hatte der Villacher in dieser Disziplin noch die Gesamtwertung für sich entschieden.

Im Interview mit SPORT1 wollte sich Schwarz noch nicht in die Karten schauen lassen. „Das weiß ich selber noch nicht genau. Da muss ich erstmal die Saison fertig fahren und dann einen guten Plan aufstellen, wo ich besser abliefern kann“, erklärte Schwarz in Garmisch.

Schwarz: Mit Olympia-Saison nicht zufrieden

In einem ersten Saisonfazit gibt Schwarz zu, dass trotz seiner zwei Weltcup-Siege in Alta Badia (Riesenslalom) und Livigno (Super-G) mehr möglich gewesen wäre.

„Der Beginn war sehr gut, doch im Januar wurde es dann sehr schwer für mich“, sagte Schwarz.

Auch die Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina seien „nicht nach Wunsch“ verlaufen. Schwarz hatte in Bormio die Medaillenränge deutlich verfehlt. So war der neunte Platz im Riesenslalom sein bestes Ergebnis.

Sollte Schwarz noch einmal voll und ganz in der Abfahrt angreifen, wäre das sicherlich auch für den Österreichischen Skiverband eine gute Nachricht.

Bei der Kandahar-Abfahrt in Garmisch stellte die österreichische Mannschaft um Vincent Kriechmayr einen neuen Negativrekord auf. 23 Rennen in Folge konnte sich kein ÖSV-Athlet den Sieg auf einer Abfahrt sichern.