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Biathlon: "Dieses Gold wird immer einen schwarzen Schimmer haben"

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Biathlon: "Dieses Gold wird immer einen schwarzen Schimmer haben"

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Biathletin mit beklemmendem Auftritt

Die Ukrainerin Olena Bilossjuk gewann 2014 unter schon damals überschatteten Umständen Olympia-Gold in Sotschi. In einer ARD-Doku drückt sie unter Tränen ihre anhaltende Fassungslosigkeit über die gewaltsame Tragödie in ihrer Heimat aus.
Die ukrainischen Biathletinnen gewann 2014 bei Olympia in Sotschi Staffel-Gold
Die ukrainischen Biathletinnen gewann 2014 bei Olympia in Sotschi Staffel-Gold
© IMAGO/USA TODAY Network
SPORT1
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von SPORT1

Mit einer Goldmedaille bei Olympia krönte sie ihre Karriere im Biathlon - zehn Jahre später hat sie keine Freude mehr, wenn sie auf ihren sportlich größten Moment zurückblickt.

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In der ARD-Doku „Olympias dunkles Erbe“ zum 10. Jubiläum der Winterspiele in Sotschi hat die ukrainische Skijägerin Olena Bilossjuk (damals: Olena Pidhruschna) ihren heutigen Blickwinkel auf das Großereignis in einem beklemmenden Auftritt geschildert.

Ukrainische Olympiasiegerin: „Schlief weinend ein“

„Dieses Gold wird immer einen schwarzen Schimmer haben“, sagte die heute 37-Jährige über den Sieg der ukrainischen Staffel, der schon damals von der politischen Lage in der Heimat überschattet war.

Kurz vor dem Rennen eskalierten in Bilossjuks Heimat die Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, wo hunderttausende Menschen gegen den russlandfreundlichen Präsidenten Wiktor Janukowytsch und die Nicht-Unterzeichnung eines Annäherungsvertrags mit der EU protestierten. Beim Versuch, die Demonstrationen gewaltsam niederzuschlagen, wurden über 100 Menschen getötet.

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„Zwei Tage schlief ich weinend ein und wachte weinend auf, den anderen Mädchen ging es genauso“, erinnerte sich Bilossjuk: „Selbst wenn das Thema nur angesprochen wurde, saßen wir einfach zusammen und weinten. Einige unserer Freunde und Familienmitglieder waren auf dem Maidan, mein Mann hat damals Leichen aus dem Beschuss getragen.“

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Putin veranlasste Krim-Annexion vor der Abschlussfeier

Am 21. Februar führte die Sprint-Weltmeisterin von 2013 die ukrainische Staffel zu Gold. Zusammen mit Wita Semerenko, Julija Dschyma und Walentyna Semerenko siegte sie vor den Russinnen - später wegen eines positiven Dopingtests bei Olga Saizewa disqualifiziert. Am selben Tag wurde die Euromaidan-Krise unter internationaler Vermittlung vorläufig beigelegt.

Die ukrainische Tragödie endete damit bekanntlich nicht: Im Frühjahr 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim von der Ukraine. Wie Staatspräsident Wladimir Putin drei Jahre später ausplauderte, gab er den Befehl am 23. Februar - am Morgen vor der Abschlussfeier, die Putin an der Seite des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach bestritt. Unmittelbarer Auslöser war der Sturz des kremltreuen Janukowytsch kurz zuvor.

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Der damals begonnene militärische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine mündete in dem bis heute andauernden russischen Angriffskrieg, den Putin vor zwei Jahren veranlasst hat.

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Bilossjuk bricht vor der Kamera in Tränen aus

Bilossjuk - die nach den Euromaidan-Protesten in ihrer Heimat auch politisch aktiv geworden ist - empfing die ARD nun am Mahnmal für die Maidan-Toten, für die sie Blumen niederlegte.

Mit Tränen in den Augen drückte sie dann ihre anhaltende Fassungslosigkeit zum Ausdruck: „Es schmerzt. Es ist schwer zu begreifen, dass so etwas wirklich im 21. Jahrhundert passiert. Der Maidan, der Krieg. Kinder, Erwachsene, ganz normale Leute, die nur ihre Zukunft, ihre Kinder, ihr Land verteidigen wollten, wurden rücksichtslos ermordet.“

Der Abschlusstag der Spiele in Sotschi mit ihrem zwiespältigen Vermächtnis jährte sich am Freitag zum zehnten Mal.