Federica Brignone hat beim Riesenslalom am Kronplatz (LIVETICKER) ein spektakuläres Weltcup-Comeback gefeiert. Im ersten Lauf kam die Italienerin mit der siebtbesten Zeit ins Ziel und gab den Fans beim Heim-Weltcup allen Grund zur ausgelassenen Freude.
"Das ist das Comeback des Jahres!" Ski-Star gefeiert
„Das ist das Comeback des Jahres“
„Eine Kämpfernatur ohne Ende. Gratuliere, das ist das Comeback des Jahres“, zeigte sich Eurosport-Kommentator Guido Heuber begeistert über den Brignone-Auftritt. Die im Ziel führende Schwedin Sara Hector klatschte anerkennend Applaus und umarmte die Rückkehrerin herzlich.
„Es waren sehr große Emotionen für mich, ich bin sehr froh“, sagte die 35-Jährige im BR und ergänzte: „Es ist unglaublich, ein schöner Traum!“ Dass es so gut laufen würde, habe sie nicht erwartet. Am Start sei sie „sehr nervös“ gewesen, unterwegs auf dem sehr drehenden Kurs „habe ich mich schlecht gefühlt“, bekannte Brignone.
Brignone zweifelte am Start: „Weiß nicht, ob ich bereit bin“
Auch im italienischen Fernsehen gab Brignone zu, dass sie in den Momenten vor dem Start ziemlich mit ihren Gedanken zu kämpfen hatte.
„Als ich meine Stöcke aus dem Starttor nahm, dachte ich für einen Moment: Ich weiß nicht, ob ich bereit bin”, teilte sie laut Angaben der Gazzetta dello Sport mit. Umso erleichterter zeigte sie sich darüber, dass das Comeback so gut geglückt ist. „Durch das Adrenalin habe ich nicht allzu viel Schmerz gespürt. Ich bin überglücklich“, erklärte sie.
Nach dem ersten Durchgang liegt Brignone 1,18 Sekunden hinter Hector auf dem siebten Platz. Der Rückstand auf das Podium beträgt rund acht Zehntel. Zwar sah man der Italienerin an, dass sie noch nicht wieder auf ihrem Top-Level unterwegs ist, jedoch ist der Zwischenstand angesichts ihres langen Ausfalls beachtlich.
Die 35-Jährige hatte sich am 3. April eine doppelte Fraktur des Schien- und Wadenbeins im linken Unterschenkel zugezogen. Die Aussicht auf die Olympischen Spiele zu Hause trieb sie in der Reha-Phase aber derart an, dass der Traum nun ganz nahe zu sein scheint.
Robinson zwei Tage nach üblen Sturz zurück
Neben Brignone hat auch Alice Robinson ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Die Neuseeländerin trat nur zwei Tage nach ihrem schweren Sturz beim Super G von Tarvisio und anschließenden Tränen wieder an und erreichte den 13. Zwischenrang.
„Ich bin sehr, sehr dankbar, dass nach aktuellem Stand alles okay zu sein scheint, von ein paar Schrammen abgesehen“, hatte Robinson am Montag Entwarnung gegeben, nachdem zunächst eine schwerere Verletzung befürchtet wurde.
Dürr plant Aufholjagd in Durchgang zwei
Eher durchwachsen lief der erste Durchgang hingegen für Lena Dürr. Die 34 Jahre alte Münchnerin liegt nach dem ersten Lauf auf dem 15. Platz.
Dürrs Rückstand auf die „Halbzeit“-Führende, Olympiasiegerin Hector aus Schweden, beträgt 2,51 Sekunden. Slalom-Weltmeisterin Camille Rast aus der Schweiz (+0,15) ist Zweite vor der Österreicherin Julia Scheib (+0,39). Skikönigin Mikaela Shiffrin (USA/+0,89) folgt auf Platz vier.
Dürr hofft nun auf eine Aufholjagd in Durchgang zwei. „Es ist ganz schön kurvig, vom ersten Tor weg“, sagte sie: „Ich habe die Ski nicht so gut auf Zug halten können, vor allem die Linksschwünge unten waren schwer zu treffen. Ich hoffe, dass ich es im zweiten Durchgang aktiver fahren kann“, schilderte sie.
Das war ihr zuletzt in ihrer Zweitdisziplin gut gelungen. Während sie im Slalom eine Formkrise durchläuft, kam sie im „Riesen“ in allen sechs Saisonrennen in die Punkte und dreimal in die Top 10.
Doriga erreicht Finale: Aicher pausiert
Mit Fabiana Dorigo erreichte noch eine zweite DSV-Läuferin als 28. das Finale. Romy Ertl kämpfte sich in ihrem zweiten Weltcup-Rennen ins Ziel, musste sich aber mit Rang 48 begnügen.
Emma Aicher hat nach schon 21 Weltcup-Rennen in diesem Winter auf einen Start am Hausberg von Bruneck verzichtet. Am Wochenende in Spindlermühle (Slalom/Super-G) und bei der Olympia-Generalprobe eine Woche später in Crans-Montana (zwei Abfahrten/Super-G) will sie wieder dabei sein.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)