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Skispringen: Zahlreiche Stars fehlen - letzte Olympia-Chance für Geiger?

Letzte Olympia-Chance für Geiger?

In Abwesenheit zahlreicher Top-Springer kämpfen die kriselnden DSV-Adler in Zakopane um ihre verloren gegangene Form. Für Karl Geiger könnte es die letzte Chance sein, auf den Olympia-Zug aufzuspringen.
Bei Karl Geiger läuft es einfach nicht
Bei Karl Geiger läuft es einfach nicht
© IMAGO/Ulrich Wagner
In Abwesenheit zahlreicher Top-Springer kämpfen die kriselnden DSV-Adler in Zakopane um ihre verloren gegangene Form. Für Karl Geiger könnte es die letzte Chance sein, auf den Olympia-Zug aufzuspringen.

Gerade einmal vier Tage nach dem finalen Springen der Vierschanzentournee in Bischofshofen geht es für die Skispringer mit dem Weltcup in Zakopane weiter.

Da ist es kaum verwunderlich, dass sich der eine oder andere Athlet im Hinblick auf die Skiflug-WM und Olympia eine kleine Pause gönnt.

Im deutschen Team fehlen mit Philipp Raimund und Felix Hoffmann die beiden aktuell besten Springer, die kleinere Wehwehchen auskurieren sollen. Doch auch andere Nationen reisen nicht in Bestbesetzung ins polnische Skisprung-Mekka.

So verzichten die Österreicher beispielsweise auf Bischofshofen-Sieger Daniel Tschofenig und Dauerbrenner Stefan Kraft. Mit Ryoyu Kobayashi und Ren Nikaido haben zudem die besten Japaner die Heimreise nach Japan angetreten und werden erst beim darauffolgenden Weltcup in Sapporo wieder starten.

Chance für kriselnde DSV-Springer: Geiger unter Druck

Das dezimierte Starterfeld ist jedoch gleichzeitig für diejenigen eine Chance, die zuletzt regelmäßig Top-Platzierungen verpassten. Zu nennen wären in erster Linie Andreas Wellinger und Karl Geiger, die gemeinsam mit Pius Paschke das deutsche Aufgebot in Zakopane (Samstag, 16.10 Uhr im LIVETICKER) bilden.

„Ich bin dankbar dafür, dass das Trainerteam entschieden hat, dass ich nach Zakopane weiterreisen darf und Teil des Teams bin. Über den Wettkampf zu kommen ist der richtige Weg, auch wenn es manchmal zäh und hart ist“, erklärte Geiger in seiner Kolumne auf sport.de.

Der 32-Jährige steht aus dem DSV-Trio am meisten unter Druck. Schließlich hat er rund einen Monat vor Beginn der Olympischen Winterspiele noch keine Norm vorzuweisen. Der DSV verlangt entweder einen Top-8-Platz oder zwei Ergebnisse in den Top-15. Die beste Platzierung des Skiflug-Weltmeisters aus dem Jahr 2020 war ein 23. Platz in Lillehammer.

Bedenkt man, dass Geiger im Rahmen der Tournee nicht ein einziges Mal in den Top-30 landete und in Bischofshofen gar nur 45. wurde, könnte der Weltcup in Zakopane so etwas wie die letzte Chance auf eine Olympia-Teilnahme sein. Immerhin fehlen zahlreiche Weltklasse-Springer. Dennoch wird sich der Oberstdorfer steigern müssen, zumal auch nur ein Einzelspringen in Zakopane ausgetragen wird.

Skisprung-Star Geiger gibt sich kämpferisch

Eine Woche später stehen noch zwei Springen in Sapporo an, die angesichts der Nominierungs-Deadline die letzten Gelegenheiten darstellen. Aufgeben möchte Geiger noch nicht.

„Ein Skispringerleben verläuft selten gerade und es kommt meiner Meinung nach jetzt darauf an, nicht nach hinten zu schauen und Jammertiraden anzustimmen, sondern weiterhin hellwach zu bleiben und zu arbeiten. So schnell werde ich mich nicht unterkriegen lassen“, zeigte er sich kämpferisch.

Paschke und Wellinger haben bereits die Olympia-Norm in der Tasche und werden mutmaßlich gemeinsam mit Hoffmann und Raimund das deutsche Aufgebot bilden.

Wellinger profitierte von einem siebten Platz beim stark vom Wind beeinflussten Springen in Ruka, welches in nur einem Durchgang ausgetragen wurde. Der 30-Jährige konnte sich abgesehen vom besagten Springen auch noch nicht in den Top-15 platzieren.