Als Domen Prevc nach seinem historischen Coup den Goldadler in die Höhe stemmte, brachen alle Dämme. Den Sieg im letzten Springen der Vierschanzentournee musste der überragende Slowene zwar dem entthronten Titelverteidiger Daniel Tschofenig überlassen, mit Rang zwei ließ er in der Gesamtwertung aber nichts mehr anbrennen - 4000 mitgereiste Fans starteten eine wilde Schanzen-Party.
Vierschanzentournee: Triumph perfekt! Das gab es in über 70 Jahren noch nie
Tournee-Triumph! Novum perfekt
Den angeschlagenen DSV-Adlern blieb erneut nur eine Nebenrolle. Immerhin: Felix Hoffmann sicherte als Zehnter auf der Paul-Außerleitner-Schanze zumindest den sechsten Rang in der Tourneewertung.
Skispringen: Prevc schafft Einmaliges
Nicht zu stoppen war aber Überflieger Prevc. Im Hexenkessel von Bischofshofen verpasste er seinen dritten Tagessieg aber, auch weil Tschofenig mit Flügen auf 137,0 und 140,5 m zu stark war. Rang drei ging an den Japaner Ryoyu Kobayashi.
Prevc sorgte damit für ein Novum in mehr als 70 Jahren Tournee-Geschichte: Bislang hatte sich unter den 52 verschiedenen Gesamtsiegern noch kein Brüderpaar befunden. Die Familie Prevc änderte das eindrucksvoll. Nachdem Peter Prevc das prestigeträchtige Event in der Saison 2015/16 gewonnen hatte, trug sich mit Domen nun erstmals auch sein Bruder in die Siegerliste ein.
Vierschanzentournee: Hörl und Embacher komplettieren das Podest
In der Gesamtwertung hatte Prevc nach Siegen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und einem zweiten Platz in Innsbruck mit 1195,6 Punkten umgerechnet 23,5 Meter Vorsprung auf den Österreicher Jan Hörl (1153,3), der zum Abschluss Vierter wurde.
Rang drei holte in Stephan Embacher (1150,6) ein weiterer ÖSV-Adler. Der deutsche Meister Hoffmann (1120,3), der am Montag erstmals von anhaltenden Knieprobleme berichtet hatte, verpasste das insgeheim noch erhoffte Podest in der Gesamtwertung.
Die übrigen DSV-Adler zeigten einen mäßigen Abschluss. Der erkältete Philipp Raimund landete auf dem zwölften Platz und fiel in der Tournee-Wertung auf Rang acht zurück. Pius Paschke landete am Dienstag auf Position 24. Die Sorgenkinder Andreas Wellinger (35.) und Karl Geiger (45.) verpassten dagegen auch im vierten Tournee-Springen den zweiten Durchgang.
Zu den ersten Gratulanten von Prevc gehörte sein Bruder und Vorgänger Peter, der ebenfalls an der Schanze war. „Domen liebt es, Ski zu springen. Die Ergebnisse sehen wir jetzt“, sagte der 33-Jährige der ARD. Auch Schwester und Weltmeisterin Nika, die wenige Stunden zuvor im nahen Villach gewonnen hatte, fieberte mit: „Ich habe ihm eine kurze Nachricht geschrieben, er hat ein paar Witze gemacht. Ich wünsche ihm alles Gute“, sagte sie vor dem Wettkampf.
Skispringen: Wieder kein deutscher Tournee-Sieg
Zum ersehnten ersten deutschen Tourneesieg seit 2001/02 reichte es erneut nicht, im nächsten Winter ist der Grand Slam von Sven Hannawald bereits ein Vierteljahrhundert her. Wer dann als Nachfolger von Bundestrainer Stefan Horngacher das deutsche Team betreut, soll in Kürze feststehen. „Es wird sicherlich nicht vor Olympia passieren, aber wahrscheinlich im März“, sagte Sportdirektor Horst Hüttel dem SID in Bischofshofen.
Das nächste Highlight steht aber schon Ende Januar mit der Skiflug-WM in Oberstdorf an. Gut möglich, dass Hoffmann vorher noch eine Zwangspause einlegen wird. „Mein Knie zwickt ein bisschen“, sagte der 28-Jährige vor dem letzten Tourneespringen, die Schmerzen habe er schon in „den letzten paar Springen“ gespürt.
Auf die Frage, ob er nach der Tournee eine Wettkampfpause einlegen werde, meinte Hoffmann: „Vielleicht, ja.“
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)