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MJF Shoot Promo bei WWE-Rivale AEW: Quoten-Hit sorgt für interne Verstimmung

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MJF Shoot Promo bei WWE-Rivale AEW: Quoten-Hit sorgt für interne Verstimmung

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Interne Kritik nach Wrestling-Hammer

Interne Kritik nach Wrestling-Hammer

Die kunstvolle „Shoot Promo“ des (scheinbar?) mit WWE flirtenden AEW-Jungstars MJF wird zum Thema Nummer 1 der Wrestling-Welt - soll aber hinter den Kulissen auch für Kritik sorgen.
MJF hielt bei AEW Dynamite eine Aufsehen erregende Shoot Promo
MJF hielt bei AEW Dynamite eine Aufsehen erregende Shoot Promo
© AEW
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann

Es ist aktuell das Thema Nummer 1 der Wrestling-Welt - und der erste Ertrag der spektakulären Inszenierung von WWE-Rivale AEW ist eingefahren.

Die Aufsehen erregende Ansprache des scheinbar (?) mit WWE flirtenden Jungstars MJF - gipfelnd in der an seinen Boss Tony Khan gerichteten Forderung „Feuer mich!“ - verhalf der TV-Show Dynamite im US-Heimatmarkt zu ihrer besten Quote seit Monaten (0.40 in der Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen).

Der vorab via Social Media angekündigte Auftritt, in vielerlei Hinsicht an die legendäre „Pipe Bomb“ seines Rivalen CM Punk erinnernde „Shoot Promo“ war das Segment, welches meiste Interesse auf sich zog, die zweite Showviertelstunde, in der er platziert war, war die mit Abstand meistgesehene. (NEWS: Alle Neuigkeiten zu AEW)

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Eine gelungene Verarbeitung des echten und zuletzt unerwartet hässlich gewordenen Konflikt um den Anfang 2024 auslaufenden Vertrag des 26-Jährigen? Oder gar von Anfang an ein gemeinsam ausgeheckter, über Monate kunstvoll eingefädelter „Worked Shoot“?

Nicht nur unter Fans wird rege diskutiert, auch hinter den Ligakulissen soll Verwirrung herrschen - und nicht nur Freude über die undurchschaubare Szenerie.

Eine „Pipe Bomb“ als „Max Friedman“

MJF - am Sonntag beim Pay Per View Double or Nothing noch in einem lang aufgebauten Match mit Ex-Bodyuard Wardlow abgefertigt und mit einer Trage abtransportiert - nahm am Mittwoch zu Beginn seiner Rede seinen Burberry-Schal ab und signalisierte damit, dass nun „Max Friedman“ und nicht die Kunstfigur MJF spreche.

Friedman ging auf diverse reale Begebenheiten ein, etwa auf die Berichte eines Treffens zwischen ihm und Khan am Dienstag - das er als erfolglos darstellte (“Too little, too late“) - und die Anwesenheit hochrangiger Entscheider des TV-Imperiums Warner Discovery, mit dem AEW bald eine Verlängerung seiner US-Fernsehverträge aushandeln muss.

Friedman holte aus, dass er seit der AEW-Gründung 2019 alles zu Gold gemacht hätte, was er angefasst hätte, er liefere nicht nur großartige, sondern „perfekte“ Auftritte, schlage nicht nur „Homeruns“, sondern „Grand Slams, und das jede Woche“. Die verdiente Anerkennung dafür bekomme er aber weder von den Fans, noch von Khan.

MJF griff in brisanten Worten diverse Kritikpunkte an der Liga auf, indem er erklärte, dass er nicht „untrainiert“ sei, „nicht so tue, als würde mich New Japan interessieren“, dass er keinen „Sterne-Ratings nachjage“ und „andere Leute nicht auf ihren Kopf fallen lasse“. Er brauche diesen „Bullshit“ nicht, um sich auszuzeichnen, er sei ein „generational talent“, eine Ausnahmeerscheinung.

Er wolle nicht mehr hier sein, sagte Friedman und schloss mit der von vielen F-Worten begleiteten Aufforderung an Khan, ihn zu entlassen - an deren Ende ihm das Mikro abgedreht wurde. So wie einst bei Punk oder auch beim großen, früh verstorbenen Vorbild Brian Pillman, der sich beim früheren WWE-Rivalen WCW als „Loose Cannon“ zum Mythos machte (in einer tragischen Ironie der Geschichte starb Pillmans Witwe Melanie - an der sich MJF auch schon vor der AEW-Kamera abgearbeitet hatte - wenige Stunden vor MJFs Auftritt).

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MJF soll tatsächlich deutlich weniger verdienen als Ex-WWE-Stars

Die vielleicht brisanteste Anspielung fiel mit dem Satz, dass Khan ihn „womöglich besser behandeln würde, wenn ich ein Ex-WWEler wäre“. Doch „statt in seine Tasche zu greifen, um den Mann angemessen zu bezahlen, der sich seit Tag 1 den A**** für ihn aufreißt, hortet er sein Geld lieber, um lautet Ex-WWE-Typen zu holen, die mir nicht das Wasser reichen können“.

Tatsächlich berichtete der Pro Wrestling Torch kurz zuvor, dass MJF nachhaltig verstimmt sei, weil er seit der Unterschrift seines Vollzeit-Vertrags im Sommer 2019 keine Gehaltsanpassung auf Top-Niveau bekommen habe. Er verdiene inzwischen sechsstellig, sein Deal sei jedoch immer noch „bescheiden“ im Vergleich zu späteren Verpflichtungen. Torch-Chef Wade Keller nannte namentlich neben den Topstars CM Punk und Bryan Danielson auch Adam Cole und Malakai Black sowie die Altstars Christian Cage und Mark Henry. Manche Stars würden „ein Vielfaches“ verdienen.

Laut Keller hätten Friedman und Khan bis zum vergangenen Jahr ein sehr gutes persönliches Verhältnis gepflegt, es hätte sogar informelle Pläne gegeben, aus dem Vertragsthema eine Story zu spinnen und seinen öffentlichen WWE-Flirt in einer Verlängerung bei AEW münden zu lassen, potenziell mit einem „Face Turn“ vom Schurkencharakter zum Publikumsliebling.

Kritik an Firmenpolitik trifft Nerv - ungewollt?

De facto ist dies nun - wohl ungewollt - schon jetzt passiert: MJFs Kritik an der Rolle der früheren WWE-Stars stieß beim AEW-Publikum auf Beifall. Am Ende des Auftritts gab es Sprechchöre für MJF. Obwohl er die Fans immer wieder ebenfalls beschimpfte - die Intensität und rhetorische Schärfe von MJF löste trotzdem impulsive Begeisterung aus.

Der MJF-Auftritt wurde von AEW nach der Show nicht mehr erwähnt, es gab auch keine offiziellen Social-Media-Posts und MJF fehlte auch in den sonst üblichen, nach Dynamite an die Presse versandten Highlight-Fotos.

AEW hat auch das Profil von MJF von seiner Homepage entfernt, die Liga hält die Illusion eines feindlichen Akts aufrecht und setzt darauf, dass sich der Auftritt auch so viral verbreitet - wie auch der nicht mehr im TV ausgestrahlte Nachklapp, bei dem der frisch gekürte Champion Punk seinen jungen Wiedergänger in der Arena konfrontierte. Eine Begegnung, die auf das Endziel der Story hindeuten dürfte.

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Alles von Anfang an ein „Work“?

Ganz offensichtlich ist die MJF-Story inzwischen generalstabmäßig geplant, womit unklarer denn je ist, was an dem vorher nach außen getragenen Streit zwischen MJF und Khan wirklich real ist.

Die am wenigsten verschwörungstheoretische Erklärung wäre die, dass der TV-Auftritt das Ergebnis einer Aussprache und der Versuch ist, für den Moment das Beste aus der Situation zu machen, die am Pay-Per-View-Wochenende in Las Vegas eskaliert sein soll.

Friedman war dort nicht bei einem Fanfest, für das er angekündigt war, aufgetaucht, es folgten Berichte über eine Abflugsdrohung noch vor dem Event, inklusive Flugdokumenten, die mehreren US-Medien vorgelegt wurden.

Keller hatte vor Dynamite auch eine Besorgnis erregende neue Facette der Geschehnisse berichtet: Friedmans Abwesenheit bei dem Fanfest in Las Vegas sei womöglich kein wirklicher Boykott gewesen. Friedman sei wohl „nicht in einem Zustand gewesen, in dem es gut gewesen wäre, vor die Öffentlichkeit zu treten“.

AEW-Wrestler üben anonym Kritik

Inzwischen ist klar, dass MJF und der zu allem schweigende Boss aktuell im selben Boot sitzen, über den Wegg dorthin herrscht nun aber mehr Konfusion denn je.

Keller berichtete in einem Kommentar zu seinem Showreport, dass es weiterhin Vertraute in Friedmans Umfeld gebe, die glaubten, dass Friedman von Beginn an alle an der Nase rumführe - während andere ebenso sicher seien, dass sein Frust zu 100 Prozent real sei und seine Ansprache dies voll widerspiegele.

Einen ähnlichen Tenor gibt auch das Branchen-Leitmedium Wrestling Observer von Dave Meltzer wieder (zu dessen Lebzeiten auch mit MJF-Vorbild Pillman persönlich befreundet). In Meltzers aktuellem Newsletter werden jedoch auch anonym AEW-Wrestler zitiert, die verärgert über die neblige Situation sind.

Einer hätte hinterlegt, „dass Spielchen-Spielen mit den Talenten und das Im-Dunkeln-Lassen von Entscheidungsträgern bei wichtigen Dingen eine Sache sind, von denen sie gehofft hätten, dass diese Liga sie nie tun würde“. Ein anderer sprach von einem „schlampigen Work, von dem langfristig niemand profitieren wird“.

Kurzfristig sieht die Lage in jedem Fall anders aus - Wrestling-Fans auf der ganzen Welt warten gespannt, wie es weitergeht.

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