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Kevin Krawietz (r.) war begeistert von Alexander Zverevs Match gegen Novak Djokovic
Kevin Krawietz (r.) war begeistert von Alexander Zverevs Match gegen Novak Djokovic © Imago
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München und Melbourne - Für den neuen SPORT1-Tennis-Podcast "Cross Court" spricht Kevin Krawietz über seine Ziele bei den Australian Open. Auch der Mies-Ausfall und Zverev sind Thema.

Kevin Krawietz ist zweimaliger Grand-Slam-Sieger - doch bei den Australian Open muss er ohne seinen Stammpartner Andreas Mies antreten, der sich verletzt hat.

Der 29-jährige Coburger hat mit Yannick Hanfmann schnell Ersatz gefunden, doch als ungesetztes Duo hat die Paarung eine ungleich schwerere Auslosung erwischt. (Australian Open 2021 von 8. bis 21. Februar im LIVETICKER)

Krawietz verfolgt dennoch große Ziele, wie er SPORT1 vorab verraten hat. Dazu sprach er auch über die Situation rund um Mies, was Novak Djokovic so stark macht und warum er Alexander Zverev alles zutraut. 

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Das komplette Gespräch gibt es im neuen Tennis-Podcast "Cross Court" auf podcast.sport1.de und auf allen gängigen Plattformen zu hören - dabei verrät Krawietz unter anderem, mit welcher deutschen Spielerin er im Mixed antritt.

SPORT1: Herr Krawietz, wie war es, beim ATP Cup endlich wieder vor Zuschauern spielen zu können?

Kevin Krawietz: Es ist immer etwas Besonderes, in der Rod-Laver-Arena zu spielen. So oft bekommt man da nicht die Chance - und dann auch noch mit Zuschauern. Es ist immer viel besser, als wenn man vor leeren Zuschauerrängen spielen muss. Dass dann auch eine Reaktion von den Fans kommt, wenn man einen guten Ballwechsel spielt, ist schon besonders.

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SPORT1: Während des ATP Cups gab es den Schreckensmoment mit dem positiven Corona-Test einen Hotel-Angestellten, woraufhin alles gestoppt wurde. Wie wirkt sich so eine Ausnahmesituation auf die Psyche eines Profisportlers aus?

Krawietz: Ja, da wurden einige schon nervös. Wir auch, als der Fall auf einmal in den News kam. Wir wissen, wie streng die australische Regierung ist. Auf dem Hinflug hat man es gesehen, als bei einem positiven Test der ganze Flieger 14 Tage in Quarantäne geschickt wurde. Es war eine angespannte Stimmung, denn wir wussten nicht, was passiert. Dann kam die Info, dass sich jeder testen lassen muss, der in dem Hotel war, auf das Ergebnis warten muss und dann wieder auf die Anlage darf. Das waren über 150 Spieler und der Staff darum. Wenn da noch ein positiver Fall ist, kann es passieren, dass das Turnier gecancelt wird. Aber zum Glück lief alles gut.

Krawietz: Mies-Ausfall "sehr bitter"

SPORT1: Ein weiterer Schreckmoment war der verletzungsbedingte Rückzug von Andreas Mies, Ihrem Doppelpartner. Wie war Ihre Reaktion darauf?

Krawietz: Das sind natürlich keine guten Nachrichten, wenn der Partner wegfällt. Er ist mit Problemen im Knie angereist, hat ein paar Einheiten gemacht, aber direkt gemerkt, es geht nicht so richtig. Das war sehr bitter, besonders für ihn. Wir haben gehofft, 2021 einen guten Start hinzulegen, aber bei einer Verletzung kann man nichts machen. Er ist heimgeflogen und ich habe mir Yannick Hanfmann ausgesucht, der noch keinen Doppel-Partner für die Australian Open hatte. Ich habe mit ihm vor zwei Jahren mal gespielt und finde ihn sehr gut. Aber keine Frage: Wenn der Partner wegfällt, ist es nicht optimal.

Der neue Tennis-Podcast "Cross Court" ist ab sofort auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App sowie auf den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Google Podcast, Amazon MusicDeezer und Podigee abrufbar

SPORT1: Wurde Mies schon durchgecheckt bzw. weiß man, ob eine Operation vonnöten ist?

Krawietz: Schwierig zu sagen. Er geht am Dienstag zum Arzt und lässt alles abchecken, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er sich operieren lässt. Das würde bedeuten, dass er ein paar Monate wegfällt.

SPORT1: Mit dem Duo Herbert/Mahut würde in der 2. Runde ein Härtetest warten, nachdem man weiß, wohin die Richtung geht. Mies und Sie hatten ja angekündigt, bei einem Sieg in den dreckigen Yarra River zu springen – haben Sie schon mit Hanfmann darüber gesprochen, ob er das im Fall der Fälle auch machen würde?

Krawietz: Den zwinge ich dazu. Da mache ich mir keine Sorge, dann muss er es machen (lacht). Aber klar, die Auslosung ist natürlich hart, Herbert/Mahut in der zweiten Runde habe ich auch schon im Augenwinkel gesehen. Aber die erste Runde ist auch nicht so einfach und wenn man ungesetzt ist, ist es von der Auslosung her natürlich schwieriger.

Kevin Krawietz war in Folge 1 zu Gast im neuen Tennis-Podcast "Cross Court"
Kevin Krawietz war in Folge 1 zu Gast im neuen Tennis-Podcast "Cross Court" © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago

Krawietz traut Zverev Titel zu

SPORT1: Es heißt, dass die Bedingungen diesmal extrem schnell sind. Können Sie das bestätigen und was glauben Sie, für wen das ein Vorteil ist?

Krawietz: Gute Frage. Es liegt natürlich eher den Aufschlagspielern, wenn es wärmer und schnell ist. Dann geht der Ball noch mehr ab. Aber Djokovic liegt das auch sehr gut mit dem guten Return. Ich habe das beim ATP Cup gesehen. Es ist egal, wie gut der Aufschlag ist. Wenn Djokovic drankommt, ist der Ball drin. Grundsätzlich würde ich schon sagen, dass die Aufschlagspieler profitieren, aber auch die, die sich sehr gut bewegen.

SPORT1: Sie haben Djokovic angesprochen. Setzen Sie wieder auf ihn oder wird es doch mal Alexander "Sascha" Zverev?

Krawietz: Das Match zwischen Sascha und Djokovic war das Beste, das ich je live gesehen habe und so nah dran war. Was der (Zverev, Anm. d. Red.) für ein Niveau gespielt hat. Da wusste man teils gar nicht, wie Sascha einen Fehler machen sollte. Der hat den Ball so sauber und satt im Schläger gehabt. Auch gegen Medvedev war er Satz und Break vor. Wenn er so spielt, kann er Djokovic schlagen, das hat man gesehen. Best-of-five ist natürlich noch einmal bisschen was anderes, aber trotzdem. Er kann den Titel holen, da bin ich mir sicher. Aber: Djokovic hat achtmal die Australian Open gewonnen und ist schon viel öfter durch die verschiedenen Situationen gegangen als Sascha.

SPORT1: Wie weit würde Kevin Krawietz kommen, wenn er bei den Australian Open im Einzel mitspielen würde?

Krawietz: Im Moment? Das kommt auf die Auslosung an (lacht). Das ist eine gute Frage, die ich gar nicht beantworten kann. Ich habe immer riesigen Bock auf das Einzel. Besonders, wenn ich draußen sitze wie hier und Sascha und Struffi Einzel spielen sehe. Da kitzelt es überall. Ich trainiere auch viel Einzel noch mit den Jungs und spiele gern einmal einen Einzel-Satz. Aber ich sage mal: Best-of-5 könnte es im 5. Satz bisschen eng werden (lacht).

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SPORT1: Wann wären Sie auf ihrer Heimreise zufrieden mit dem Abschneiden bei den Australian Open?

Krawietz: Wenn man Halbfinale, Finale verliert, ist man in erster Linie auch noch nicht zufrieden. Der Anspruch ist sehr hoch. Man ist dann zufrieden, wenn man einen Titel in der Tasche hat. Das ist ein sehr hochgegriffenes Ziel, aber mit zwei Titeln in der Tasche, wäre es doof zu sagen, das Viertelfinale ist mein Ziel - auch wenn es ein neuer Partner ist. Das Ziel ist, alles zu geben auf dem Platz, nicht nervös zu werden - und dann schaut man, ob man mit dem Ergebnis wirklich zufrieden ist.

SPORT1: Was ist denn Ihr großes Ziel in dem Jahr - die Olympischen Spiele, falls sie stattfinden sollten?

Krawietz: Auf jeden Fall sind die Olympischen Spiele das große Ziel dieses Jahr. Jetzt muss man abwarten, was mit Andis Verletzung rauskommt. Wenn der mehrere Monate ausfällt und Olympia wackelt, muss ich den Struffi verpflichten.

Das komplette Gespräch gibt es ab sofort auf podcast.sport1.de, in der SPORT1 App sowie auf den gängigen Streaming-Plattformen Spotify, Apple Podcasts, Google Podcast, Amazon MusicDeezer und Podigee.

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