Meyer im Geldregen: Der lukrative Wechsel in die Premier League
teilenE-MailKommentare

München - Max Meyer schließt sich nach langem Hin und Her Crystal Palace an. SPORT1 zeigt, was den Ex-Schalker bei seinem neuen Klub erwartet.

Ob Max Meyer Dinosaurier mag? Im Süden Londons erstreckt sich über den Crystal Palace Park der älteste Dinosaurier-Park der Welt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts begeistern die Skulpturen Touristen aus aller Welt.

Meyer wird den Urzeit-Tieren künftig ganz nah sein. Nach seinem unrühmlichen Abgang vom FC Schalke 04 und langem Hin und Her hat der 22-Jährige einen neuen Klub gefunden.

Der Mittelfeldspieler wird künftig für den englischen Mittelklasse-Klub Crystal Palace auflaufen, am Donnerstagabend gab der Verein den Wechsel offiziell bekannt.

Sein Gehalt: Wohl nicht ganz so hoch wie die astronomisch anmutenden zehn Millionen Euro im Jahr, von denen die Boulevardzeitung Daily Mail zunächst berichtete - ohne Bonus. Aber auch die vom Guardian kolportierten fünf Millionen Euro plus einmaliges Handgeld in Höhe von zehn Millionen Euro wären eine ordentliche Summe.

Was bedeutet dieser Wechsel für einen Spieler, dem laut Schalkes Sportvorstand Christian Heidel von seinem Berater das Potenzial zur Weltklasse attestiert wurde?

SPORT1 zeigt, was Meyer neben Dinosauriern bei seinem neuen Klub erwartet.

Der Verein:

Crystal Palace wurde 1905, ein Jahr nach dem FC Schalke im für die Weltausstellung 1851 entworfenen Crystal Palace (Kristallpalast) gegründet.

Bis 1973 war der Spitzname des Klubs daher "Glazier" (Glaser), ehe der damals einflussreiche Trainer Malcolm Allister inspiriert von Benfica Lissabon das Wappen ändern ließ und die "Eagles" ausrief.

Einen Titel konnten sowohl die Glazier als auch die Eagles nicht einfahren. 1990 und 2016 ging das Finale im FA-Cup jeweils gegen Manchester United verloren. In der vergangenen Saison landete das Team nach einem Katastrophenstart mit null Punkten aus sieben Spielen am Ende auf Platz elf. Das internationale Geschäft dürfte auch in der anstehenden Spielzeit nicht zu erreichen sein.

Der CPFC ist in Besitz des Eigentümer-Trios Steve Parish (Ex-CEO von Tag Worldwide), Joshua Harris, der zudem Haupt-Eigentümer der New Jersey Devils und der Philadelphia 76ers ist, sowie David S. Blitzer (Mit-Eigentümer der Devils und 76ers).

Das Stadion:

Seit 1924 trägt Crystal Palace seine Heimspiele im Selhurst Park aus. Das Stadion, das 1922 für 30.000 Pfund gebaut wurde, bietet Platz für 26.047 Zuschauer.

Real Madrid trug am 18. April 1962 im Selhurst Park erstmals ein Spiel auf Londoner Boden aus. Mit seinen Superstars Ferenc Puskas und Alfredo di Stefano gewannen die Königlichen zur Einweihung des neuen Flutlichts mit 4:3 gegen die Gastgeber.

Bis 2021 soll das Stadion für rund 100 Millionen Pfund modernisiert und auf 34.000 Plätze erweitert werden. Die Haupttribüne soll in alter Tradition eine Glasfassade zieren.

Der Selhurst Park ist seit 1924 die Heimspielstätte von Crystal Palace
Der Selhurst Park ist seit 1924 die Heimspielstätte von Crystal Palace © Getty Images

Die Fans:

Die Stimmung im Selhurst Park zählt zu den eindrucksvollsten in England. Großen Anteil daran haben die Holmesdale Fanatics.

Die in ihrer Form einzige Ultra-Gruppierung der Premier League sorgt nicht nur für eine lautstarke Atmosphäre, sondern beeindruckt auch durch Choreos und macht auch immer wieder auf Missstände wie überteuerte Ticketpreise aufmerksam.

Während auf Schalke stets "der Steiger kommt", wird im Selfhurst Park seit über einem halben Jahrhundert aus tausenden Kehlen "Glad All Over" von den Dave Clark Five intoniert.

Zu den berühmtesten Anhängern zählen die Schauspieler Neil Morrisey und Simon Bird, Comedian James Buckley sowie Journalistin und Moderatorin Susanna Reid.

Die Mitspieler/Konkurrenz:

Durch Yohan Cabayes Abgang nach Dubai zu Al-Nasr klafft im zentralen Mittelfeld eine Lücke neben Luka Milivojevic. Diese könnte Meyer ausfüllen, die Konkurrenz auf dieser Position ist nicht sonderlich groß. Dem 22-Jährigen dürfte ein Stammplatz sicher sein.

Die Stars tummeln sich in der Offensive. Christian Benteke, Andros Townsend und Wilfried Zaha sind hier zu nennen - wobei Letzterer seit geraumer Zeit mit einem Wechsel zu einem Top-Klub in Verbindung gebracht wird.

Palace hält sich bislang auf dem Transfermarkt merklich zurück. Als Zugänge stehen neben Meyer nur der ablösefreie Torhüter Vicente Guaita sowie Rückkehrer Jordon Mutch, dessen Leihe bei den Vancouver Whitecaps ausgelaufen ist, auf der Habenseite. Allerdings sollen die Verpflichtungen von Stürmer Jordan Ayew (Swansea) und Verteidiger Cheikhou Kouyate (West Ham) kurz vor dem Abschluss stehen.

Basler: So lief der Meyer-Poker wirklich

Der Trainer:

2016 wurde Roy Hodgson für das blamable EM-Aus der Engländer gegen Island verantwortlich gemacht, es hagelte Hohn und Spott.

Es dauerte bis September 2017, ehe er wieder einen Job bekam. Hodgson übernahm Crystal Palace in der vergangenen Saison für den glücklosen Frank de Boer, konnte die Wende zunächst aber nicht herbeiführen und verewigte sich mit dem schwächsten Saisonstart in der Geschichte der Premier League.

Mit dem ersten Sieg gegen den FC Chelsea am 8. Spieltag wurde die Wende eingeleitet, Hodgson gelang der Klassenerhalt.

Hogdson, der unter anderem bereits Erfahrung als Nationaltrainer in Finnland und der Schweiz sammelte, ist ein äußerst redegewandter Trainer. Neben seiner Muttersprache spricht er unter anderem Französisch und Finnisch.

Er hatte bei all seinen Stationen einen guten Draht zu seinen Spielern, wandelt immer etwas zwischen Kumpeltyp und Trainer mit klaren Vorstellungen.

Seine Teams sind meist gut organisiert und taktisch hervorragend ausgebildet. Etwas, das Meyer auch von Schalkes Cheftrainer Domenico Tedesco kennt.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image