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München - Bayern-Präsident Uli Hoeneß schwärmt von Kylian Mbappé, hält einen Transfer aber nicht für realisierbar. In Richtung Nationalmannschaft gibt es eine klare Ansage.

Uli Hoeneß hat Weltmeister Kylian Mbappé in den höchsten Tönen gelobt, kann sich einen Transfer des Franzosen aber nicht vorstellen.

"Mbappé würde ich sofort kaufen. Der Spieler ist toll", sagte der Bayern-Präsident bei der Deutschen Presse-Agentur über den 20 Jahre alten Jungstar von Paris Saint Germain. "Aber für den fehlt uns das notwendige Geld."

Schon vor knapp zwei Jahren hatte PSG 180 Millionen Euro an den AS Monaco bezahlt. Mittlerweile ist Mbappés Marktwert auf über 200 Millionen Euro angewachsen.

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Hoeneß schließt 100-Millionen-Transfer aus

Selbst die Hälfte werden die Bayern in der kommenden Transferperiode nicht für einen Spieler ausgeben. Einen 100-Millionen-Transfer schloss Hoeneß zumindest für diesen Sommer aus. 

"Dieses Jahr sicherlich nicht", erklärte der 67-Jährige. "Und ich muss zugeben, auch 80 Millionen hätte ich mir vor zehn Jahren nicht vorstellen können."

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Bayern verwundert über Kritik an Hernández-Kauf

Diese Summe hatte der deutsche Rekordmeister für Mbappés Landsmann und Weltmeister-Kollege Lucas Hernández (23) von Atlético Madrid ausgegeben und damit für einen Rekordtransfer in der Bundesliga gesorgt.

Hoeneß zeigte sich verwundert, dass die Rekordausgabe von 80 Millionen Euro für Hernández in Deutschland so kritisch bewertet wurde.

"Vor kurzem hieß es noch, mit seiner vorsichtigen Transferpolitik habe der FC Bayern keine Chance mehr, in die Phalanx der englischen und spanischen Topclubs sowie von Paris Saint-Germain einzudringen. Jetzt liefern wir, und die Leute schreien: Wie kann man für einen Spieler 80 Millionen ausgeben?"

Ursächlich für die neuen finanziellen Dimensionen auf dem Transfermarkt ist für Hoeneß die Tatsache, "dass ausländische Investoren, Oligarchen, amerikanische Hedgefonds und sogar ganze Staaten wie Abu Dhabi und Katar ins Fußballgeschäft eingestiegen sind".

Hoeneß: Nationalmannschaft abhängig vom FC Bayern

Trotz der finanziell potenten Konkurrenz feilt der FC Bayern weiter fleißig am Umbruch. Mit Timo Werner und Kai Havertz werden auch immer wieder junge deutsche Nationalspieler als kurz- oder mittelfristige Neuzugänge gehandelt. Dazu haben die Münchner in Niklas Süle (23 Jahre), Joshua Kimmich (24), Leon Goretzka (24) und Serge Gnabry (23) bereits kommende Säulen des DFB-Teams im Kader.

"Die Nationalmannschaft hat immer dann ihre erfolgreichsten Phasen, wenn der FC Bayern genügend Spieler liefert", sagte Hoeneß: "Ich denke an die WM-Titel 1974 und 2014, auch 1990 hatte der Kern eine prägende Vergangenheit bei uns. Wir sind gerade dabei, wieder zu liefern."

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Geht es nach dem mächtigen Bayern-Boss, hängt der Erfolg des DFB-Teams unmittelbar mit dem FC Bayern zusammen.

"Beim DFB in Frankfurt sollten sie einige Kerzen aufstellen, dass der FC Bayern für neue Erfolge genug Spieler parat hat", machte der Weltmeister von 1974 deutlich.

Hoeneß: Haben Kovac Robben und Ribéry aufgebürdet

Neue Erfolge erhofft sich der Präsident selbstredend auch für seinen Herzensklub - allerdings nicht zu jedem Preis, wie die Personalien Franck Ribéry und Arjen Robben deutlich machen.

"Einen Übergang könnte man so abwickeln, dass man Leute, denen man dankbar sein muss und viel geleistet haben, vor den Kopf stößt. Das ist aber nicht meine Welt. Ich habe hier beim FC Bayern immer dafür gekämpft, dass wir Persönlichkeiten wie Arjen und Franck, auch einem Rafinha, einen vernünftigen Abgang verschaffen. Und zwar in einem Jahr des Übergangs, ohne einen totalen sportlichen Einbruch zu erleben", äußerte Hoeneß.

Angesichts dessen sei auch die Leistung des vor der Saison neu gekommenen Trainers Niko Kovac weit höher einzuschätzen. "Mir hat gefallen, wie er die Mannschaft aus dem schwierigen Tal im November geführt hat. Die Mannschaft ist im Umbruch. Wir haben ihm auch aufgebürdet, mit Robben und Ribéry den Übergang zu schaffen. Da ist klar, dass man auch Geduld haben muss."

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