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Frankfurt am Main - Wollte Ante Rebic mit seiner schwachen Leistung in Straßburg seinen Verkauf provozieren? Eintracht Frankfurt lässt den bösen Verdacht im Raum stehen.

Er ist das letzte Mitglied der Büffelherde, des Traumsturms, der Eintracht Frankfurt eine Traumsaison beschert hat. Geht nun auch er - und das auch noch unter unwürdigen Umständen?

Ante Rebic schoss gemeinsam mit Luka Jovic und Sébastian Haller vergangene Saison 57 Tore für Frankfurt. Sie führten die Adler national wie international zu ungeahnten Höhen. Jovic (27 Tore - zu Real Madrid) und Haller (20 Tore - zu West Ham United) sind bereits weg - nun scheint auch noch Rebic (10 Tore) das Weite suchen zu wollen.

Sein schwacher Auftritt beim verlorenen Playoff-Hinspiel in der Europa League bei Racing Straßburg hat bei den Frankfurter Verantwortlichen den bösen Verdacht hinterlassen, dass der 25-Jährige in Gedanken schon woanders ist.

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Will Ante Rebic Verkauf provozieren?

"Ante hat in der Pause um eine Auswechslung gebeten. Ich hätte ihn aber so oder so erlöst. Die Leistung war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", ärgerte sich Trainer Adi Hütter in bemerkenswerter Deutlichkeit.

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Hütter wechselte Rebic zur Pause aus, ebenso wie den ebenfalls schwachen Mijat Gacinovic. Und sogar ein unzweideutiges Ultimatum an Rebic formulierte der österreichische Coach: "Wenn es um die Playoffs geht, dann möchte ich sehen, dass man sich zerreißt. Das habe ich bei ihm nicht gesehen. Wenn er hierbleiben möchte, dann soll er das zeigen - und wenn nicht, dann müssen wir eine Lösung finden."

Trapp lässt Raum für Spekulationen

Auch Sportdirektor Bruno Hübner gab der Diskussion Nahrung, ob hinter Rebics Performance Hintergedanken steckten: "Wenn er uns verlassen sollte, muss es geklärt sein, dass wir auf dem Markt noch einmal handeln können. Das ist klar."

Viel Raum für Interpretation ließen auch die Aussagen von Torhüter Kevin Trapp: "Wir kennen die Gründe, warum es so eine erste Halbzeit war. Das sind Dinge, die wir intern in der Halbzeit und nach dem Spiel angesprochen haben, das soll auch intern bleiben. Jeder weiß, ob er alles dafür getan hat oder nicht."

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Bobic schloss Verkauf schon vor dem Spiel nicht aus

Gerade bei Rebic fällt die Diskrepanz auf, wenn er nicht alles gibt, denkt man zurück an die Willensstärke, die er an besseren Tagen gezeigt hat. Sein Doppelpack beim 3:1-Sieg im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern 2017 ist legendär, auch in der UEFA Europa League begeisterte Rebic immer wieder.

Und eben erst schoss er einen Dreierpack beim 5:3-Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Waldhof Mannheim, klopfte sich noch aufs Vereinswappen und küsste dieses vor den eigenen Fans. Alles Makulatur?

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Inter Mailand buhlt um Rebic

Kein Geheimnis ist, dass Rebic seit längerem von Inter Mailand umworben wird. Nachdem die Nerazzurri Ivan Perisic an die Bayern verloren haben, könnte Landsmann Rebic diese Lücke schließen.

Schon vor dem Straßburg-Spiel hatte Sportvorstand Fredi Bobic einen Rebic-Verkauf keinesfalls ausgeschlossen. "Ich gehe momentan davon aus, dass er bleibt", sagte er zwar bei Sky, sprach aber von potenziell "verrückten Dynamiken", die durchaus noch alles ändern könnten.

Für die Eintracht wäre der Verlust von Rebic sicherlich der endgültige Verlust der eigenen Offensiv-Identität, die von Niko Kovac etabliert und von Hütter weiterentwickelt wurde. Doch wenn Rebic die SGE verlassen will, muss Sportvorstand Fredi Bobic reagieren. 

Ein Rebic-Abgang würde den ohnehin anstehenden Umbruch sicherlich nicht leichter machen. Selbst wenn der geplante Transfer des früheren Wolfsburger Stürmers Bas Dost über die Bühne gehen sollte, muss Bobic dann noch einmal handeln.

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