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Zwischen Paul George (l.) und "Magic" Johnson (r.) soll es verbotenen Kontakt gegeben haben © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/ Imago/ Getty Images
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München - Den Lakers wird illegales Baggern an Paul George vorgeworfen. Nun drohen Magic und Co. harte Strafen. Platzt damit auch der Traum vom Wechsel von LeBron James?

Die Meldung hat in den USA für reichlich Aufsehen gesorgt: Die NBA hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Los Angeles Lakers eingeleitet, nachdem die Indiana Pacers schwere Vorwürfe erhoben haben.

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den möglichen Abwerbungsskandal in der NBA.

Was ist passiert?

Die Pacers haben bei der Liga eine Beschwerde wegen Manipulationsverdacht gegen die Lakers eingereicht.

Nach Informationen von NBA-Fachmann Peter Vecsey sollen die Lakers mit All-Star Paul George noch während dessen Vertragslaufzeit bei den Pacers Gespräche über einen Wechsel geführt haben.

Laut Adrian Wojnarowski von ESPN hat es Kontakt zwischen George und Lakers-Präsident Earvin "Magic" Johnson gegeben haben.

Brisant vor allem deshalb, weil George die Pacers im Juni informierte, dass er seinen Vertrag nicht erfüllen und 2018 zu den Lakers wechseln will. Um überhaupt noch einen Gegenwert zu erhalten, tradete das Team seinen besten Spieler daraufhin am 30. Juni für einen vergleichsweise geringen Gegenwert zu den Oklahoma City Thunder.

Wie lauten die Regeln?

NBA-Teams ist es über den Großteil des Jahres untersagt, mit noch unter Vertrag stehenden Spielern zu sprechen. Der Kontrakt von George bei den Pacers lief noch bis 2018.

Teamvertreter dürfen erst ab dem 1. Juli mit diesen Spielern sprechen, wenn die Free Agency beginnt. Zwar wird diese Regel von einigen Teams immer häufiger übergangen - über Agenten kommuniziert etc. - doch wer sich dabei erwischen lässt, wie er Spieler direkt kontaktiert, dem droht eine saftige Strafe.

Das könnte auch den Lakers blühen - wenn ihnen nachgewiesen werden kann, dass sie unerlaubt an George gebaggert haben.

Wie wahrscheinlich ist eine Bestrafung?

Die NBA hat den Fall einer unabhängigen Anwaltskanzlei übertragen. Diese hat bisher noch kein Fehlverhalten festgestellt und die Lakers verhalten sich laut eigenen Angaben sehr kooperativ.

Die Pacers wissen, dass für eine Bestrafung ausreichende Beweise schwer zu finden sein werden - falls sie überhaupt existieren. Die Lakers streiten jedenfalls jegliches Fehlverhalten ab.

Die Untersuchungen sind aber noch nicht abgeschlossen und neu ausgewertete Interviews könnten für eine überraschende Wende sorgen.

Gibt es ähnliche Fälle?

In jüngster Vergangenheit hielten sich die Teams – zumindest offiziell - meist brav an die Regeln. Die NBA setzt ihre Fristen streng durch, was zum Vor- und Nachteil der Teams sein kann.

So waren sich die Dallas Mavericks 2015 mit dem damaligen Free Agent DeAndre Jordan bereits über Vertragsdauer und Gehalt einig – doch da die Spieler erst eine Woche nach Beginn der Free Agency unterzeichnen dürfen, konnten die Los Angeles Clippers den Star-Center umstimmen.

Wie streng die NBA auf die Einhaltung der Regeln achtet, bekam Rapper Drake zu spüren. Bei einem Konzert hatte er in Richtung des anwesenden Kevin Durant gesagt: "Ich will, dass du siehst, was passiert, wenn du in Toronto spielst", worauf die Zuschauer ohrenbetäubenden Lärm erzeugten.

Das Problem: Drake ist Botschafter der Toronto Raptors und bekleidet damit eine offiziellen Funktion. Die NBA sah sein Werben deshalb als verbotene Manipulation und belegte Toronto mit einer Geldstrafe von 25.000 Dollar.

Was drohen den Lakers für Strafen?

Sollte Los Angeles ein Fehlverhalten nachzuweisen sein, droht der Franchise eine ganze Reihe von Strafen. 

Bis zu fünf Millionen Dollar kann die Geldstrafe für die Lakers betragen, was aber vermutlich das geringste Problem wäre. Viel schmerzhafter wäre der ebenfalls mögliche Verlust von Draft-Picks oder Einschränkungen bzw. der Verbot eines Wechsels von George in der Zukunft.

NBA-Legende Magic Johnson und eventuell weiteren beteiligten Offiziellen würde zudem wahrscheinlich noch eine persönliche Sperre seitens der Liga erwarten.

Welche Folgen kann dies auf die Liga haben?

Verbietet die Liga einen Wechsel von George nach L.A., hätte dies nicht nur Auswirkungen für die Lakers. Denn nicht nur George, sondern auch LeBron James - dessen Vertrag bei den Cleveland Cavaliers 2018 endet - wird mit den Lakers in Verbindung gebracht.

Damit die Lakers realistische Chancen auf den viermaligen MVP haben, brauchen sie jedoch einen zweiten Superstar in ihren Reihen, um LeBron einen Wechsel schmackhaft zu machen und die Hoffnung zu schüren, dass man die übermächtigen Golden State Warriors herausfordern kann.

Schreitet die Liga ein, blieben mit "PG13" und James gleich absolute Topstars auf dem Free-Agent-Markt 2018.

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