Hier zerlegt der Greek Freak Golden State
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München - Die Milwaukee Bucks sorgen in der NBA für Furore und erinnern die Fans an vergangene goldene Zeiten. Vor allem ein Duo ist verantwortlich für den Aufschwung.

Ungewöhnliche Verhältnisse nach fast einem Monat der neuen NBA-Saison: Während einige hochgehandelte Spitzenmannschaften noch immer nach ihrer Form suchen, sorgen andere Teams für unerwartet viel Furore. Unter anderem: die Milwaukee Bucks.

Mit sieben Siegen in den ersten sieben Spielen blieb das Team aus der 600.000-Einwohner-Stadt in Wisconsin länger ungeschlagen als Titelverteidiger Golden State. Im direkten Duell in der Nacht auf Freitag behielten sie gegen das Superteam sogar die Oberhand - das 134:111 war deutlich.

Aktuell sind die Bucks mit einer 9:2-Bilanz zweitbestes Team im Osten hinter den Toronto Raptors (11:1) und fast gleichauf mit den Warriors (10:2) im Westen und damit so erfolgreich wie lange nicht.

Giannis Antetokounmpo führte die Bucks zum Sieg gegen die Warriors
Giannis Antetokounmpo führte die Bucks zum Sieg gegen die Warriors © Getty Images

Milwaukee mischt die Liga auf - und weckt Erinnerungen an die goldenen Jahre in den 70ern. (Die Tabelle der NBA)

Diese Szene schockt die Warriors

Angeführt vom legendären Kareem Abdul-Jabbar war das Team aus dem Bundesstaat Wisconsin damals Stammgast in den Playoffs, stand zweimal in den Finals und sicherte sich als Krönung 1971 den ersten und bis heute einzigen Titel in der NBA. Heute wandelt vor allem der "Greek Freak" Giannis Antetokounmpo auf den Spuren der späteren Lakers-Ikone.

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"Greek Freak" Gesicht des Aufschwungs

Kleiner Blick zurück: Nachdem die Bucks 2013/2014 mit gerade einmal 15 Siegen aus 82 Spielen zum schlechtesten Team der Liga avancierten, startete der Klub einen erneuten Versuch zum Neubeginn. Die beiden Hedgefonds-Manager Wesley Edens und Marc Lasry übernahmen die Franchise für 550 Millionen US-Dollar von Herb Kohl. Im Jahr zuvor war bereits Antetokounmpo per Draft gekommen. Der heutige Franchise-Player wurde bis zur 15. Position verschmäht, ehe die Bucks zuschlugen - ein Glücksgriff.

Seit 2013 hat sich der junge Grieche zu einem der verheißungsvollsten Anwärter auf den begehrten Titel des Most Valuable Players entwickelt. Zweimal in Serie schaffte er es zuletzt ins All-Star-Team, wurde zudem 2017 als Most Improved Player - also als Spieler mit der größten Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr - ausgezeichnet (Ergebnisse und Spielplan).

Und: Nach dem Wechsel von LeBron James nach Los Angeles gibt es nicht wenige, die in dem 23-Jährigen den neuen "Herrscher" der Eastern Conference sehen.

Vor allem die große Übersicht, Vielseitigkeit, Athletik sowie sein feines Ballhandling zeichnen den "Greek Freak" aus, der mit seiner Größe von 2,11 Metern auf nahezu jeder Position zum Einsatz kommt.

Arbeiten muss er dagegen noch an seinem Wurf. Antetokounmpos Dreierquote in dieser Saison beträgt nicht einmal zehn Prozent! Das Problem für die Gegner? "The Alphabet" ist trotzdem nicht zu stoppen, mit seinen langen Schritten und langen Armen findet er immer irgendwie den Weg zum Korb und hat bereits den ein oder anderen Defender per Dunk aufs Poster gebracht. 25,4 Zähler pro Partie sprechen eine klare Sprache, Golden State schenkte er 24 ein.

Dazu kommt die enorme Stärke beim Rebound - mit 12,9 Boards im Schnitt ist der Grieche die Nummer fünf der Liga! Das gesamte Team führt mit durchschnittlich 52,5 Rebounds sogar die NBA an.

Budenholzer hebt Angriff auf neues Niveau

Der jüngste Erfolg steht allerdings auch mit einer weiteren Personalentscheidung in Verbindung. In der Vorsaison war Cheftrainer Jason Kidd im Januar entlassen worden, Assistenzcoach Joe Prunty konnte trotz des Erreichens der Playoffs nicht nachhaltig überzeugen.

Im Sommer übernahm Mike Budenholzer, der zuvor bei den Hawks um Dennis Schröder sein Können unter Beweis gestellt hatte. Budenholzer hat die Defense stabilisiert, die Bucks kassieren im Osten die drittwenigsten Punkte. Viel wichtiger aber: "Bud" hat dem Angriff neues Leben eingehaucht. Über 121 Zähler zaubert Milwaukee pro Abend aufs Parkett und damit satte 14 Punkte mehr als im Vorjahr. Nur ein Team ist ligaweit besser: Richtig, die Warriors.

Der Punkteaufschwung ist besonders durch die neue Liebe zum Dreier zu erklären. Während man im Vorjahr bei den versuchten Distanzwürfen noch im Tabellenkeller war, hat Budenholzers Team bislang die meisten Dreier genommen und getroffen.

Vor allem Antetokounmpos Co-Star Khris Middleton zeigt hier diese Saison seine Extraklasse. 19,3 Punkte bei starken 45,5 Prozent getroffenen Dreiern (acht Versuche pro Spiel) legt der Flügelspieler auf.

Das Duell mit Golden State wurde zum erhofften Offensivspektakel. Und es verdeutlichte, wie stark die Mannschaft tatsächlich ist.

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