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München - Zwei ehemalige Mitspieler von Dirk Nowitzki geben spannende Einblicke zur Persönlichkeit der Basketball-Legende. SPORT1 stellt zehn Nowitzki-Facts vor.

Der Rücktritt von NBA-Legende Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks hat hohe Wellen geschlagen.

Mit Nowitzkis Karriereaus endet auch eine Ära, die selbst die Zuschauer des Gegners huldigen - sinnbildlich für eine einzigartige Karriere, die nach 1521 Saisonspielen ihr Ende fand.

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Im SPORT1-Interview verraten seine ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Demond Greene und Ademola Okulaja interessante Details aus dem Leben und der Karriere des 40-Jährigen.

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Zehn Dinge, die Sie über "Dirkules" vielleicht noch nicht wussten:

1. Art des Abschieds in typischer Nowitzki-Manier

Ursprünglich hatte Nowitzki angekündigt, erst im Urlaub einige Wochen nach Saisonende über seine Zukunft entscheiden zu wollen. Insofern kam es für viele überraschend, als er plötzlich nach dem letzten Heimspiel gegen die Phoenix Suns sein Karriereende verkündete - nicht so für seine Ex-Mitspieler.

"Dirk bleibt sich treu. Viele haben eine große Runde gedreht wie Kobe Bryant, Dwyane Wade. Er kürzt das ab und sagt im letzten Heimspiel einfach 'Tschüss'. Ich glaube, er weiß es schon länger", sagt Okulaja. Auch Greene habe geahnt, dass es jetzt so weit sein wird. "Dieses Jahr war es für ihn nach seiner Verletzung und der langen Reha schwer. Man hört dann auf, wenn es noch schön ist."

2. Nowitzki hält Kontakt zu alten Kollegen

Der Würzburger ist nie abgehoben und hält selbst heute noch Kontakt zu alten Teamkollegen. Ein Grund dafür, dass so viele Leute kommen, wenn er zu seinem Charity-Baseball-Spiel oder Tennis-Turnier einlädt.

Auch mit früheren Nationalmannschaftskollegen steht er noch in Kontakt, wie Greene verriet: "Wir texten hin und wieder, es gibt immer wieder Momente, die man miteinander teilt, Bilder von der Familie. Wir sind nach wie vor in Kontakt."

Mit allen 199 Teamkollegen in seiner langen NBA-Karriere - übrigens ein weiterer seiner Rekorde - ist das aber wohl selbst für Nowitzki nicht möglich.

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3. Nowitzki ist sich immer treu geblieben

Eine Phrase, die man bei Sportstars oft hört - doch bei Nowitzki scheint sie zuzutreffen: Er sei sich treu geblieben, findet Okulaja. Ein "loyaler, bodenständiger, intelligenter Mann", der "keine Ausschweifungen" hatte.

Dieser Einschätzungen kann sich auch Greene nur anschließen: "Trotz all des Fames und Ruhms ist er immer noch der gleiche Dirk. Bei manchen Stars sieht man: Das da ist der Reiche und drum herum ist der Anhang. Aber wenn Dirk mit dir unterwegs ist, siehst du keinen Unterschied. Außer, dass ein Typ 2,13 Meter groß ist."

4. Nowitzki veränderte sich in der Kabine sehr

In jungen Jahren wirkte Nowitzki oft noch sehr schüchtern, was wohl auch in der Kabine der Fall war. Doch wie Greene und Okulaja unisono bestätigen, änderte sich das mit zunehmender Erfahrung.

Okulaja macht sogar drei Zeitpunkte in seiner Karriere aus, nach denen sich sein Verhalten veränderte: Nach den ersten NBA-Spielen, nach den verlorenen Finals und nach dem Titel.

Und falls einer den Erfolg des Teams mit seiner Einstellung gefährdete, konnte Nowitzki sogar energisch werden. "Wenn er gemerkt hat, dass Jungs nicht mitziehen – die hat er sich dann gepackt, ihnen die Ohren langgezogen und klargestellt: Wenn, dann geben hier alle Gas", verrät Greene.

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5. Nowitzki ist ein Spaßvogel

Anfangs hielten ihn die US-Amerikaner noch für verschlossen. Doch mit den Jahren wurde Nowitzki sicherer mit der englischen Sprache, bekam mehr Selbstvertrauen durch gute Leistungen und wurde auch in der Öffentlichkeit lockerer.

Dass Nowitzki für fast jeden Spaß zu haben ist, war in der Nationalmannschaft länger bekannt. "Er hat sehr viel gelacht, Späßchen gemacht, auch einmal Geschichten aus der NBA erzählt oder wir ihm aus Europa und der Nationalmannschaft", erinnert sich Okulaja. Manchmal sei er auch mit der Gitarre gekommen, wenn man gelegentlich abends unterwegs war. "Er war sehr angenehm, ein Kumpel eben."

6. Nowitzki hat eine große Schwäche

"Natürlich ist Dirk ein harter Junge, obwohl: Das Schmerzvollste war wohl seine Version von 'We are the Champions' während der Siegesfeier", machte sich selbst Barack Obama über Nowitzkis spezielle Version des Klassikers lustig. 

Das bestätigt auch Green: "Er konnte komischerweise jeden Text. Aber die Stimmlage... Ein Sänger wäre er definitiv nicht geworden!" 

Für die NBA-Legende hatte die Musik aber selbst während der Spiele eine große Bedeutung. Zur Beruhigung sang oder summte er einige Jahre lang Lieder vor sich hin, wenn er an der Freiwurflinie unter Druck stand.

7. Ruder-Coach bringt Nowitzki auf die Palme

Nowitzki kann nichts aus der Ruhe bringen? Einem Ruder-Coach gelang genau dies, berichtet Greene. Sie seien oft am Starnberger See gewesen, wo am Morgen Rudern auf dem Programm stand. Der Rudertrainer habe dabei die Marschroute vorgegeben - und das auch mal etwas strenger.

"Irgendwann hatte Dirk dann einen Hals, meinte nur 'Du gehst mir auf den Sack' und schmiss sein Paddel einfach weg. Auf eine lustige Art natürlich. Und dann waren wir da draußen auf dem See, alle hatten ihre zwei Paddel noch - und er hat seines zehn Meter weit weggefeuert."

8. Nowitzki wollte immer besser werden

Nowitzki war unermüdlich, erzählt Okulaja: "Während seine Teamkameraden schon beim Duschen waren, hatte er noch einen PR-Auftritt, eine Autogrammstunde und musste irgendwo hinfahren."

Und wenn er zurückkam? "Dann hat erneut mehr trainiert. Er hat nie rumgeheult: 'Warum immer ich?' Er hat es stets durchgezogen - und war dennoch immer der Erste im Training und der Letzte, der ging", so Okulaja.

9. Nowitzki machte seine Mitspieler besser

Mitspieler sahen, wie Nowitzki trainierte und konnten vom Besten lernen, der ihnen auch Tipps gab. Für Okulaja sei er immer auch Ansporn gewesen. "Als ich mit ihm trainierte und bei mir die Batterie leer war, machte er immer noch weiter. Und da sagt man: 'Wow, wie geht das?', mental und körperlich."

Er gab ihnen aber auch Selbstvertrauen. Es wäre ein leichtes für Nowitzki, in der Nationalmannschaft zu fordern, dass jeder Angriff über ihn geht, aber: "Er war nie ein Typ, der gesagt hat: 'Ich brauche jetzt 100 Würfe. Stellt euch hinten an, ich mache das schon'. Er wollte, dass wir es als Mannschaft hinkriegen", erzählt Okulaja.

10. Nowitzki wird dem deutschen Basketball treu bleiben

Nowitzki hat den deutschen Basketball viele Jahre über getragen. Dem Sport wird er daher extrem fehlen, auf dem Spielfeld - aber auch abseits davon.

Aber seine Mitspieler sind sich sicher: Auch wenn er wohl in Dallas bleiben wird, wird er den deutschen Basketball weiter unterstützen. "Mit den Dingen, die er neben dem Platz macht, wird er auch weiterhin präsent sein, da bin ich mir ganz sicher. Da wird es bestimmt noch Einiges geben, was Dirk Nowitzki starten wird", glaubt Greene.

Diese Meinung teilt auch Okulaja: "Der Verband und er werden sicher etwas zusammenschustern. Er wird auch bestimmt bei WM, EM oder Olympia mal da sein - oder eine Videobotschaft oder ähnliches machen."

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