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München - Ein Faktenbericht legt neue Details über den Helikopterabsturz offen, bei dem NBA-Legende Kobe Bryant ums Leben kam. Die Erkenntnisse legen fahrlässiges Handeln nahe.

Ein Faktenbericht über den Hubschrauberabsturz, in dem unter anderem der frühere NBA-Superstar Kobe Bryant ums Leben kam, legt neue Details zur Unfallursache offen. Vieles deutet darauf hin, dass der Helikopter aufgrund schlechter Wetterbedingungen gar nicht hätte starten dürfen. 

Der Pilot beklagte sich offenbar im Funk über schlechte Sicht, ehe das Flugobjekt mit zirka 300 Stundenkilometern auf einem Berghang zerschellte. Er verwechselte aufgrund mangelnder Orientierung wohl Steig-und Sinkflug.

Neben Kobe Bryant starben bei dem Unglück sieben weitere Passagiere, darunter seine Tochter Gianna. Die Lakers-Legende war auf dem Weg nach Orange County zu einem von seiner Sportakademie veranstaltetem Basketball-Mädchenturnier. 

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Kobe-Hubschrauber startete trotz starken Nebels

Im Bericht des National Transportation Safety Board hieß es, der Pilot Ana Zobayan habe die Neigungswinkel aufgrund fehlender Orientierung "falsch eingeschätzt". Die Sicht war offenbar so schlecht, dass der Pilot fälschlicherweise davon ausging, dass sich der Helikopter im Steigflug befand. Er funkte den Fluglotsen an, auf über 1200 Meter Höhe gelangen zu wollen, um über die dichten Wolken hinweg zu fliegen. Tatsächlich steuerte er den Hubschrauber jedoch unwissentlich in Richtung Abgrund, was letztlich in der bekannten Katastrophe endete. 

Im Bericht heißt es außerdem, dass der Helikopter mit einer ungleichmäßigen Flugbahn durch die Luft schwebte. Unter anderem habe sich das Fluggerät während des Sinkfluges zur Seite geneigt. 

Anzeichen für technische Probleme an der Maschine konnten die Sicherheitsermittler nicht feststellen. 

Die neuen Details legen Fragen offen, warum der Flug bei solch schlechten Witterungsbedingungen überhaupt startete. Pilot Zobayan soll rund 45 Minuten vor dem Start einer Gruppe von Flugbeobachtern geschrieben haben, das Wetter sehe "okay" aus. Richard Webb, Besitzer der beteiligten Firma "OC Helicopters", der den Flug buchte, stimmte ihm zu.

Kobes Witwe Vanessa Bryant klagt gegen die Helikopterfirma aufgrund fahrlässigen Handelns. Außerdem sollen ohne Zustimmung Fotos des Unfallortes an die Öffentlichkeit gelangt sein, die seelisches Leid bei bei der 38-Jährigen ausgelöst hätten

Ermittler befragten vier Piloten, die ehemals für "Island Express" flogen. Während einige die Firma lobten meinten andere, die Sicherheitsstandards hätten besser sein können.

Auch Kawhi Leonard flog mit der Heli-Firma

Ein Pilot äußerte sich sehr kritisch über Zobayan. Dieser habe seine Mitarbeiter nicht auf die Mindestsichtweite aufmerksam gemacht, die beim Fliegen benötigt wird. Ein anderer Zeuge behauptet, die Firma verfüge über kein gutes Sicherheitsmanagement.

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Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe und beteuert keine Probleme damit zu haben, Flüge aufgrund unsicherer Witterungsbedingungen abzusagen. Unter anderem seien in der Vergangenheit deshalb fünf Buchungen storniert worden, die der Clippers-Star Kawhi Leonard arrangiert hatte. Im Jahr 2020 stornierte die Helikopterfirma bis zum Unglückstag am 26. Januar 13 Flüge, allesamt wenige Tage vor dem Absturz. 

Die neuen Details zur Tragödie bestärken nun den Verdacht, dass die Hubschrauberfirma nicht von Verantwortung am Unglück freizusprechen ist. Ein abschließender Bericht über die Unfallursache steht jedoch noch aus. Das Unternehmen hatte das Unglück als "höhere Gewalt" bezeichnet. 

Autopsien des Piloten ergaben keine Hinweise darauf, dass der Pilot die Maschine unter Alkohol-oder Drogeneinfluss steuerte.

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