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München - John Wall gehörte in der letzten Dekade lange zu den besten Spielern in der NBA, bis ihn eine Verletzung außer Gefecht setzte. Nun ist er zurück. Und wie!

Wir schreiben den 16. Dezember 2018. Die Washington Wizards empfangen die Los Angeles Lakers um Superstar LeBron James.

Alle Augen sind auf den "King" gerichtet. Doch statt James läuft ein anderer in diesem Spiel zur Höchstform auf: John Wall.

Der Point Guard der Wizards zeigt eine der besten Leistungen seiner Karriere, schenkt den Lakers 40 Punkte ein und legt zudem 14 weitere Korberfolge auf. LeBron hingegen beendet die Partie mit einer ernüchternden Statline von 13/3/6. (Spielbericht)

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Die Wizards gewinnen gegen die Glamour-Franchise aus Los Angeles, Wall ist nach der Partie in aller Munde. Und sein damaliger Coach Scott Brooks lobt: "Er ist der Schlüsselspieler."

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Die lange Leidenszeit von John Wall

Was damals keiner wusste: Es sollte die letzte Gala-Vorstellung von Wall im Trikot der Wizards gewesen sein. Denn nur zehn Tage später gab die Franchise bekannt, dass der Point Guard aufgrund einer Fersenverletzung die restliche Saison ausfallen wird.

Der Washington Post sagte Wall damals: "Wenn ich mich nicht mit den Schmerzen herumplagen möchte oder sie verschlimmern will und die Möglichkeit besteht, dass ich mir später meine Achillessehne komplett reiße, muss ich eine Operation in Kauf nehmen."

Der Superstar berichtete: "An manchen Tagen war es schrecklich, wiel ich nicht spielen oder kaum laufen könnte. Es war also keine schwere Entscheidung für mich. Es war klar. Die Frage war nur, ob alle in meinem Team und alle Mitglieder der Wizards-Organisation auf derselben Seite sind."

Wall bangt um Bein

Nach geglückter Operation im Januar folgte dann der nächste Schock für Wall: eine Infektion an der operierten Stelle wurde festgestellt.

Welche gravierenden Folgen dies hätte nach sich ziehen können, verriet der 30-Jährige im Dezember 2020 in einem Interview mit Stadium: "Ich habe drei oder vier verschiedene Infektionen durchgemacht. Es kam zu dem Punkt, an dem ich mich fragte: Muss ich meinen Fuß amputieren lassen?"

Doch damit nicht genug. Nach überstandener Infektion rutschte Wall im Februar zuhause unglücklich aus und riss sich doch die Achillessehne.

Plötzlich drohte nicht mehr nur das Aus für die restliche Saison 2018/19, sondern auch für die Saison 2019/20. Tatsächlich stand Wall in keiner dieser Spielzeiten auf dem Feld.

Wizards trennen sich von Wall

Folglich entschieden sich die Wizards am 2. Dezember 2020 schließlich dazu, die gemeinsame Zusammenarbeit mit ihrem Star nach zehn Jahren zu beenden.

Doch wer will einen Spieler, der fast zwei Jahre nicht mehr auf dem Platz gestanden hat, große gesundheitliche Fragezeichen mit sich herumschleppt und noch dazu in den kommenden drei Jahren insgesamt über 130 Millionen Dollar verdienen wird?

Die Houston Rockets! Die Franchise aus Texas suchte nämlich nach einem Abnehmer für Russell Westbrook, der sich mit Superstar James Harden verstritten hatte und so ebenfalls zum Problem geworden war.

Wall feiert Mega-Comeback

So kam es, dass Wall nach einer Dekade in Washington bei den Rockets anheuerte. Während in seinen Anfangswochen in seiner neuen Heimat Houston der abwanderungswillige Superstar James Harden die Schlagzeilen dominierte, konnte sich der ehemalige All Star in Ruhe auf sein NBA-Comeback vorbereiten.

Am 31. Dezember 2020 war es dann soweit. Über zwei Jahre nach seinem letzten Spiele kehrte Wall auf den NBA-Court zurück. Und wie! 

Mit 22 Punkten, 9 Assists und 6 Rebounds führte der Ex-Wizard die Rockets gegen die Sacramento Kings zum ersten Saisonsieg und wischte damit viele Zweifel an seiner Leistungsfähigkeit zur Seite. Nach seinem Mega-Comeback erklärte Wall: "Es war großartig, einfach da rauszugehen und Spaß zu haben."

Tritt Wall in Fußstapfen von Harden? 

Die Reifeprüfung folgte zwei Tage später. Denn im erneuten Duell gegen die Kings mussten die Rockets auf ihren angeschlagenen Anführer Harden verzichten.

Plötzlich war Wall noch mehr im Fokus - auch dem des Gegners. Doch statt unter dem Druck zusammenzubrechen, spielte der Point Guard erneut groß auf. 28 Punkte, sechs Assists und vier Rebounds lautete am Ende die persönliche Statistik Walls, über den sein Trainer Stephen Silas, der vor der Saison aus Dallas gekommen war, nach der Partie sagte: "Welche Erwartungen ich auch immer hatte, er hat sie offensichtlich schon übertroffen". 

Während Houston beide Spiele gegen die Kings gewann, gab es am Montag gegen die Dallas Mavericks - wieder mit Harden in de rRockets-Startformation - eine 100:113-Niederlage. Wall (14 Punkte, 4 Assists, 4 Rebounds) musste dabei wieder die zweite Geige spielen.

Doch sein Auftritt gegen die Kings zeigte: Houston ist auch ohne Harden konkurrenzfähig. Und sollte "The Beard" die Rockets im Laufe der Saison noch verlassen, steht mit Wall bereits der neue Anführer im Kader.

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