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München - Nur durch Zufall kommt Nele Barber als Kind zum Volleyball. Nach erfolgreichen Jahren in den USA will sie in ihrem zweiten Jahr in der Bundesliga durchstarten.

Nele Barber zählt zweifelsohne zu den Shootingstars des deutschen Volleyballs.

Mit dem SSC Palmberg Schwerin rangiert die Außenangreiferin vor dem Spiel gegen den Dresdner SC (Volleyball-Bundesliga: Dresdner SC – SSC Palmberg Schwerin, ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) auf dem dritten Platz, im Sommer gab sie ihr Debüt in der Nationalmannschaft und nahm zudem mit den DVV-Team an der Universiade, den Weltsportspielen der Studenten, in Neapel teil.

Dabei kam die 25-Jährige, die in ihrer Kindheit zunächst turnte, eher zufällig zum Volleyball.

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"Sport war immer ein riesen Teil meines Lebens. Dann hatte ich die Chance, auf eine Sportschule zu gehen und da war ein Test, den habe ich bestanden, auch wenn ich davor noch nicht groß Volleyball gespielt habe. Dann dachte ich mir: Sportschule klingt geil, jetzt muss ich auch einen Sport machen, den sie haben. Und dann habe ich mit Volleyball angefangen", erklärte sie im SPORT1-Volleytalk.

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Barber glänzt in USA am College 

Erst vor der Saison wechselte die gebürtige Berlinerin vom VC Wiesbaden zum zwölfmaligen deutschen Meister nach Schwerin. Zuvor spielte sie fünf Jahre in den USA am College für die Golden Eagles der Marquette University in Milwaukee und für The 49ers der California State University in Long Beach.

In den USA gelang es ihr, sowohl ins All American College Team in der Halle als auch auf Sand gewählt zu werden – als erst zweite Spielerin überhaupt in der Geschichte. (Tabelle der Volleyball-Bundesliga)

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War sie in Amerika zumeist Führungsspielerin in ihren Teams, hat sich ihre Rolle in der Bundesliga etwas geändert, was auch daran liegt, dass sie auf ihrer angestammten Position auf Außen in McKenzie Adams und Gréta Szakmáry namhafte Konkurrenz hat.

"Ich bin da, um viel dazuzulernen, um dann später in der Saison oder nächstes Jahr voll durchzustarten. Momentan stehe ich hauptsächlich draußen und schau mir die anderen beiden an und sehe, was sie machen. Das ist einfach richtig schöner Volleyball und ich hoffe, dass ich, je mehr ich hier mittrainiere, auch auf dem Level spielen kann", sieht sie die aktuelle Situation dennoch als Chance.

Schwieriges erstes Jahr beim VC Wiesbaden

Denn langfristig will sich Barber auf ihrer angestammten Position auf den Außen durchsetzen und nicht, wie zuvor bereits in Wiesbaden, auf die Diagonalposition geschoben werden. (Spielplan der Volleyball-Bundesliga)

"Es war schwierig. Ich habe eigentlich keinen Einsatz als Außen bekommen, nur als Diagonale. Am Anfang dachte ich mir: Solange ich spiele, macht es keinen großen Unterschied, da ist es mir egal, was ich spiele. Später habe ich dann nicht mehr ganz so viel gespielt. Im Großen und Ganzen ist diese Variabilität an sich etwas Gutes. Aber in dem Fall war es vielleicht sogar ein Nachteil, dass ich auf Außen nicht ganz die Chance bekommen habe", zog sie ein Resümee für ihre Zeit bei den Hessinnen.

Doch trotz alledem blickt sie positiv auf ihre erste Station in der Bundesliga zurück, verfolgt noch heute die Spiele ihrer alten Mannschaft. "Einfach, weil man sich mit den Leuten angefreundet hat, schaut man auch, wie die sich machen, wie sich das Team macht. Da ist das Interesse schon da", sagte sie.

Daher sei es auch ein absolutes Highlight gewesen, gleich im ersten Spiel für Schwerin im DVV-Pokal gegen die alten Kameradinnen zu spielen. "Es war schon cool, dass das gleich unser erstes Spiel im Pokal war. Noch besser war, dass wir gewonnen haben."

Stirnband als Markenzeichen von Barber

Von ihren neuen Mitspielerinnen ist sie indes gut aufgenommen worden und entging dabei sogar einem Aufnahmeritual, wie sonst im Profisport oftmals üblich. "Ich kann mich noch erinnern, in Amerika mussten sich die neuen immer die Haare abrasieren und so. Aber so was gibt es hier zum Glück nicht", erklärte sie im Gespräch mit SPORT1.

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Zum Glück für sie, denn sonst hätte Barber eventuell ihr Markenzeichen verloren. Bei jedem Spiel trägt sie ein Stirnband – allerdings nicht aus Style-, sondern aus praktischen Gründen. "Ich habe so Babyhaare, die immer in meinen Augen rumflattern. Ich habe schon alles versucht, mit Spangen, Haarspray und was auch immer und das hält alles nicht. Da muss ich dann zu so einem Stirnband greifen. Ein kleines Extra war, dass mich Leute, die mich kannten, die zugeschaut haben, immer sofort an dem Stirnband erkannt haben", verriet sie.

Sollte es für sie persönlich mit dem SSC Palmberg Schwerin auch weiterhin so gut laufen, dürften sie aber bald nicht mehr nur ihre Verwandten und Bekannten am Stirnband erkennen.

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