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München - Mit einem Sieg im EM-Achtelfinale gegen Slowenien können die deutschen Volleyballerinnen ihr Minimalziel erreichen. Aber Bundestrainer Koslowski will mehr.

Den Umzug ins 500 km entfernte Lodz hätte sich Felix Koslowski gerne gespart.

Eigentlich wollte der Volleyball-Bundestrainer seine Spielerinnen für das EM-Achtelfinale gegen Slowenien (am Sonntag ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) "wieder hochfahren", stattdessen hockten alle gemeinsam im Bus. Zumindest den dringend benötigten freien Tag hatte die Mannschaft noch genießen können. "Die Gesichter waren sehr, sehr leer", sagte Koslowksi: "Wir waren am Limit, die Regeneration haben wir gebraucht." 

Nach fünf Spielen in Bratislava mit fünf Siegen in sechs Tagen, darunter auch der Sensationserfolg gegen Russland (3:2), führte die Konstellation in den anderen Vorrundengruppen dazu, dass das Team früher als geplant den Spielort wechseln musste.

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Auch ein mögliches Viertelfinale findet in Lodz statt - Koslowski liebäugelt aber schon mit dem Sprung nach Ankara. Dort steigt das Final Four.

"Wir haben vor der EM gesagt, dass es für uns eine große Herausforderung sein wird, Gruppenzweiter zu werden, damit wir im Achtelfinale eine realistische Chance haben ins Viertelfinale einzuziehen. Diese Ausgangslage haben wir verbessert", sagte der 35-Jährige. 

Koslowski: "Respekt erarbeiten" 

Sein im Schnitt 23,7 Jahre junges Team hat sich in der Vorrunde rasant entwickelt, wichtige Erfahrungen gesammelt und sich Wettkampfhärte erarbeitet. "Es geht auch darum, sich den Respekt der anderen zu erarbeiten", so Koslowski.

Das ist dem Team um Star-Angreiferin Louisa Lippmann nicht nur durch den Triumph über Rekordeuropameister Russland gelungen. "Wir haben eine echt gute Atmosphäre. Das Team harmoniert sehr gut", erklärte Außenangreiferin Jana-Franziska Poll bei SPORT1 das Erfolgsgeheimnis.

In das kommende Duell mit dem Außenseiter geht die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) mit viel Selbstbewusstsein. "Das ist eine Mannschaft, die wir schlagen können", sagt Koslowski: "Dann werden wir nochmal ein sensationelles Spiel brauchen, wenn es dann weitergehen soll. Ich würde es aber auch nicht als unmöglich bezeichnen." 

Poll meint: "Wir müssen jetzt auch wieder 100 Prozent in jedem Spiel und in jedem Satz geben, um weiterzukommen."

Junges DVV-Team überrascht auch den Trainer

Schließlich hat sein Team auch ihn mit seinen konstanten Leistungen auf hohem Niveau überrascht ("Das funktioniert besser, als wir uns alle erträumt haben"). Koslowski hat für die EM den perfekten Mix aus jungen, aufstrebenden Talenten und erfahrenen Kräften gefunden. Stabilisiert durch die Auftaktsiege wuchsen seine Spielerinnen über sich hinaus und überzeugten auf ganzer Linie.

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Das weiß auch Koslowski ganz genau. "Jetzt ist die Mannschaft so im Fokus, dass sie darauf brennt, im Achtelfinale zu spielen." Der Trainer prophezeit seinen Schützlingen eine große Zukunft und glaubt fest daran, dass diese Mannschaft Medaillen gewinnen kann.

Wenn es bei dieser EM noch nicht klappt, geschenkt.

Was die DVV-Auswahl am meisten braucht, sind Erfahrungen auf hohem Niveau, schließlich will Koslowski mit seinem Team zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Im Januar kämpft Deutschland in der Europa-Qualifikation um das letzte Kontinentalticket - doch die Konkurrenz ist groß.

Jeder weitere Sieg bringt die Volleyballerinnen ihrem großen Ziel ein Stückchen näher - die Gegner sind gewarnt.

Die TV-Zeiten auf SPORT1

Sonntag, 1. September

Achtelfinale: Russland - Belgien (15.25 Uhr LIVE auf SPORT1)
Achtelfinale: Deutschland - Slowenien (17.55 Uhr LIVE auf SPORT1)

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