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FC Wuerzburger Kickers v 1. FC Kaiserslautern - Second Bundesliga
Uwe Stöver war von September 2003 bis Oktober 2007 Leiter des FCK-Nachwuchsleistungszentrums © Getty Images

München - Vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf spricht Kaiserslauterns Sportchef Uwe Stöver im SPORT1-Interview über den schlechten Saisonstart des FCK und Ex-Coach Konrad Fünfstück.

Mit dem neuen sportlichen Führungsduo um Trainer Tayfun Korkut und Sportchef Uwe Stöver sollte vieles besser werden beim 1. FC Kaiserslautern.

Doch nach den ersten drei Pflichtspielen ist in der Pfalz Ernüchterung eingekehrt. Unterm Strich stehen eine Niederlage, ein Remis und das Aus im Pokal.

Vor dem Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (ab 19.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) spricht Stöver im SPORT1-Interview über den FCK, die Neuzugänge und Ex-Coach Konrad Fünfstück.

SPORT1: Herr Stöver, wie bewerten Sie die ersten drei Pflichtspiele?

Uwe Stöver: Wir hatten im ersten Spiel mit Hannover 96 einen Gegner, der in dieser Liga für sich steht. Ärgerlich war das Remis in Würzburg. Und ärgerlich war sicherlich auch das Aus im Pokal in Halle. Aber der Kader ist noch nicht komplett. Wir werden noch aktiv. Dann werden wir eine Truppe zusammen haben, die besser abschneiden wird als der zehnte Platz in der vergangenen Saison. 

SPORT1: Warum läuft es noch nicht beim FCK?

Stöver: Wir brauchen aufgrund eines Umbruchs noch Zeit, um dahin zu kommen, wohin wir wollen. Darüber hinaus müssen wir auf dem Transfermarkt noch aktiv werden. Wir müssen noch etwas abwarten, dürfen uns nicht verrückt machen. Dann wird man sehen, wohin der Weg des FCK in dieser Saison führt.

SPORT1: Der FCK hat den größten Umbruch seit Jahren hinter sich. War das nötig?

Stöver: Fakt ist, dass man im vergangenen Jahr am Ende nur Zehnter war und in 17 Spielen in Folge nur 16 Punkte eingefahren werden konnten. Da mussten wir überlegen, ob wir so weitermachen oder ob wir einiges verändern wollen. Es war wichtig, der Mannschaft Qualität zuzuführen und das haben wir getan. Und wir wollen noch zwei Transfers tätigen.

SPORT1: Mit unter anderem Naser Aliji, Christoph Moritz, Marlon Frey und Zoltan Stieber haben Sie namhafte Spieler verpflichtet. Wie sehen Sie die vier?

Stöver: Absolut positiv. Naser Aliji hat für den Schweizer Serienmeister FC Basel eine Vielzahl an Spielen absolviert und Marlon Frey stand in der abgelaufenen Saison bei Bayer Leverkusen über 30 Mal im 18er Kader eines Champions League-Aspiranten. Christoph Moritz, Zoltan Stieber und Jacques Zoua haben schon in der Bundesliga gespielt. Aliji ist Nationalspieler Albaniens, Zoua bei Kamerun und Stieber bei Ungarn. Alle haben eine große Qualität.

SPORT1: Torwart Marius Müller wurde dagegen an RB Leipzig verkauft. Dabei wollte der Verein auf Eigengewächse setzen.

Stöver: Wir haben wirklich alles unternommen, um Marius Müller über 2017 hinaus zu behalten. Wenn aber der Spieler und sein Berater definitiv entscheiden, nicht verlängern zu wollen, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Man behält den Spieler bis 2017 und kassiert null Euro oder kassiert 2016 eine ordentliche Ablösesumme. Der Markt regelt den Preis. Es gibt mit dem FC Bayern in Deutschland nur einen Verein, der Spieler nicht verkaufen muss, egal wie viel andere Klubs bieten.

SPORT1: Wird die Heimat des FCK auf Jahre hinaus nur noch die Zweite Liga sein?

Stöver: Es gibt mittlerweile einige Vereine in der Zweiten Liga, die einen höheren Etat haben als wir. Da gibt es Hannover und den VfB Stuttgart, die das Doppelte von unserem Mannschaftsetat haben. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir mit diesen Vereinen nicht mithalten. Mittelfristig gilt es den Klub wieder dahinzuführen, dass er um die vorderen Plätze mitspielen kann. Das funktioniert nur dann, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so sind, dass wir uns auch berechtigte Hoffnungen darauf machen können.

SPORT1: Es wartet also viel Arbeit auf Tayfun Korkut.

Stöver: Wir müssen zueinander finden, wenn wir komplett sind. Wir haben uns in der Offensive deutlich entwickelt. In der Defensive haben wir noch Nachholbedarf. Vor allem müssen wir die individuellen Fehler abstellen, die wir in jedem Spiel machen. 

SPORT1: Sie wollten mit Konrad Fünfstück nicht weitermachen. Er war aber schon in die Kaderplanungen miteinbezogen, wurde dann entlassen. Wurde da ehrlich mit ihm umgegangen?

Stöver: Das möchte ich so nicht stehen lassen. Solange ein Trainer im Amt ist, wird er bei allen Tätigkeiten, die mit seiner Funktion in Verbindung stehen, also auch bei allen Gesprächen, mit einbezogen. Ab dem Zeitpunkt, wo eine Entscheidung getroffen wird, verändert sich das. 

SPORT1: Am Montag ist Fortuna Düsseldorf zu Gast auf den Betzenberg. Wie geht der FCK ins Spiel?

Stöver: Wir sollten versuchen, die Ärmel hochzukrempeln und das Spiel zu gewinnen. Und wir tun gut daran, jedem Gegner so zu begegnen, dass er für uns eine ernstzunehmende Konkurrenz ist. Eine andere Einstellung sollten wir gar nicht an den Tag legen.

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