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Max Hopp verliert bei seinem Premiere-League-Heimspiel gegen Raymond van Barneveld. Auch Michael van Gerwen kassiert eine empfindliche Niederlage.

Max Hopp ist bei seinem ersten Auftritt in der Premier League Darts den hohen Erwartungen an sich selbst nicht gerecht geworden. 

Deutschlands bester Darts-Profi unterlag vor knapp 12 000 Zuschauern in Berlin seinem Kindheitsidol Raymond van Barneveld mit 3:7.

"Ich habe mich selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Es waren einige Legs dabei, die wirklich nicht gut wären", gab Hopp nach der Partie im Gespräch mit SPORT1 zu.

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Der 22-Jährige war von der Professional Darts Corporation (PDC) für den verletzten Schotten Gary Anderson (Rückenschmerzen) für das Gastspiel in der deutschen Hauptstadt nachnominiert worden.

"Bei mir steht alles auf Sieg. Ich brenne auf das Spiel gegen Van Barneveld", hatte der "Maximiser" am Mittwoch im Interview mit SPORT1 gesagt. 

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Sein großes Selbstvertrauen spiegelte sich in einem guten Start wieder. Mit einem 104er-Finish holte sich Hopp das erste Leg - es sollte aber das letzte für längere Zeit bleiben.

Während der Deutsche nach dem guten Auftakt nicht an Sicherheit gewann, spielte "Barney" fast wie in seinen besten Zeiten. Nach zwei Breaks lag er binnen weniger Minuten mit 4:1 in Führung (Die Spitznamen der Dartspieler).

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Hopp und die ihn lautstark unterstützenden Fans schöpften nach einem Re-Break und einem weiteren gewonnenen Leg noch einmal Hoffnung, diese erstickte der niederländische Altmeister jedoch mit einem grandiosen Finish von 170 Punkten. Es war zugleich das erste Maximum Finish in dieser Premier-League-Saison. 

Spätestens mit diesem Geniestreich hatte Van Barneveld seinem Kontrahenten den Zahn gezogen und stand kurz darauf als strahlender Sieger fest. Der zuvor noch sieglose Van Barneveld, der seine Karriere nach der Saison beendet, wahrte mit dem Erfolg seine Playoff-Chance (DATENCENTER: Die Tabelle).

Van Gerwen kassiert Niederlage

Eine überraschende Niederlage musste Michael van Gerwen einstecken. Der Niederländer verlor gegen  Daryl Gurney mit 5:7. Es war die die zweite Pleite für den Weltmeister in der laufenden Saison. Damit ist er auch die Tabellenführung los.

"MvG" glückte zwar ein frühes Break und führte 2:0, "Superchin" konterte jedoch direkt und hielt das Duell bis zum 3:3 ausgeglichen. Ein Break zum 4:3 brachte den Nordiren dann auf die Siegerstraße. Gurney legte einen 13-Darter bei eigenem Anwurf nach und spielte sich in einen kleinen Rausch, was wiederholte 180er Aufnahmen beweisen. 

Gurney beendet Negativlauf

Beim Stand von 6:4 vergab er noch einen Matchdart. Mit der Gewissheit, bereits ein Unentschieden gegen den Titelverteidiger sicher zu haben, behielt er die Nerven und beendete mit einem Treffer in die Doppel-20 die Partie. 

Für Gurney war es der erste Sieg seit seinem Erfolg am 3. Spieltag gegen Michael Smith. Mit sieben Punkten liegt er jetzt im breiten Mittelfeld der Tabelle, während Van Gerwen mit neun Punkten als Zweiter zum nächsten Spieltag am kommenden Mittwoch in Rotterdam reisen wird.

"Das wichtige gegen Van Gerwen ist, dein eigenes Tempo zu spielen und die Chancen zu nutzen. Das habe ich heute gemacht", sagte Gurney später im Interview mit SPORT1.

Cross neuer Spitzenreiter

Erster Nutznießer von Van Gerwens Patzer ist Rob Cross. Er setzte sich im ersten Spiel des Abends mit 7:4 gegen Gerwyn Price durch und übernahm die alleinige Tabellenführung.

Der Engländer fand fantastisch in die Partie und spielte über weite Strecken einen 112-er Average. Der "Iceman" versuchte zwar alles, war aber letztlich nicht dazu in der Lage, dem formstarken Überraschungs-Weltmeister von 2018 ein Schnippchen zu schlagen. (DATENCENTER: Die Tabelle). 

Wright gibt Sieg aus der Hand

Im Anschluss trennten sich Peter Wright und James Wade 6:6. 

"Snakebite" Wright gab wie am vergangenen Spieltag eine komfortable Führung aus der Hand und steht trotz des Unentschiedens am Ende quasi als Verlierer da. Der Schotte warf zwischenzeitlich sechs perfekte Darts auf die Scheibe und lag mit 5:2 in Front. Allerdings gingen anschließend alle entscheidenden Pfeile auf die Doppel daneben, sodass "The Machine" sich nochmal zurückkämpfen konnte und einen verdienten Punkt sicherte.

Dies belegt auch ein Blick auf die Statistik. Wright spielte einen Drei-Dart-Average von 98,79 Punkten, Wade stand diesem mit 98,42 in nichts nach. 

Mit jeweils acht Punkten liegen die beiden heutigen Kontrahenten jetzt drei Punkte hinter Spitzenreiter Cross.  

Suljovic zerlegt den "Bully Boy"

Diese Bilanz kann auch Mensur Suljovic aufweisen. Der Österreicher ließ Michael Smith keine Chance und gewann mit 7:2.

"The Gentle" zog nach einem ausgeglichenen Start mit vier gewonnenen Legs auf 5:1 davon. Von dieser Schwächephase erholte sich Smith nicht mehr.

Suljovic spielte das Match konzentriert nach Hause und reihte sich in das enge Verfolgerfeld von Cross und Van Gerwen ein. "Bully Boy" Smith bleibt dagegen bei fünf Punkten stehen und muss um den Einzug in die nächste Runde bangen. 

Mit einem Average von 85,05 und einer Check-Out-Quote von 28,57 kann der Engländer nicht zufrieden sein. Suljovic legte dagegen starke Zahlen (97,6/54,33) auf.

Der 7. Spieltag im Überblick:

Rob Cross - Gerwyn Price 7:4
Peter Wright - James Wade 6:6
Michael van Gerwen - Daryl Gurney 5:7
Mensur Suljovic - Michael Smith 7:2
Raymond van Barneveld - Max Hopp 7:3

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