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München - Michael van Gerwen wird bei der Darts-WM Opfer einer Bierattacke. Der Niederländer reagiert geschockt. Später setzen ihm Pfiffe im Ally Pally zu.

Favorit Michael van Gerwen hat bei der Darts-WM (täglich LIVE im TV auf SPORT1) eine Bierdusche kurz vor seinem ersten Auftritt gut weggesteckt und ist trotz eines kleinen Ausrutschers in die dritte Runde eingezogen.

Der niederländische Weltranglistenerste setzte sich mit 3:1 gegen den stark aufspielenden Engländer Alan Tabern durch und überzeugte dabei mit einem 102er-Average. Nur Weltmeister Rob Cross hatte bei der WM bisher einen höheren Average gespielt.

Umso bemerkenswerter, da van Gerwen kurz vor seinem Walk-On in seiner Konzentration erheblich gestört wurde. Ein Zuschauer hatte den Inhalt eines vollen Bierbechers auf den 29-Jährigen geschüttet. Van Gerwen musste zurück in die Kabine, um sein Shirt zu wechseln und kehrte danach immer noch sichtbar geschockt zurück. 

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Für den Becher-Werfer war der Abend dagegen vorüber: Er wurde direkt nach dem Wurf von den Securities aus dem Alexandra Palace geführt.

Van Gerwen beginnt bärenstark

Auch wenn er anfangs noch leicht angefasst wirkte, legte Van Gerwen in gewohnter Manier los und fand schnell zu seinem Rhythmus. 

So spielte "Mighty Mike" im ersten Satz einen Drei-Dart-Average von über 107 Punkten. Der zweite Satz ging ebenfalls in Windeseile an den Niederländer, der auch beim Auschecken sehr sicher wirkte.

Danach wurde Tabern aber immer stärker und ließ im dritten Satz dank starker Aufnahmen und zügiger Checkouts kein Break zu. Folgerichtig holte er sich seinen ersten Satzgewinn.

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"Mighty Mike" nutzt Matchdarts nicht

Im vierten Satz sah es so aus, als ob dies für van Gerwen nicht mehr als ein kleiner Betriebsunfall war. Schnell zog er die Zügel wieder an und erspielte sich eine 2:0-Führung. Doch dann trat erneut eine in diesem Jahr öfter auftretende Schwäche zum Vorschein.

Van Gerwen konnte das Match einfach nicht beenden. Er ließ Tabern sowohl im dritten als auch im vierten Leg vom Haken und vergab mehrere Matchdarts. Nicht sehr sportlich präsentierten sich dabei die Zuschauer im Ally Pally, die "MvG" bei seinen Matchdarts auspfiffen.

Im Entscheidungsleg des vierten Satzes behielt van Gerwen dann aber die Nerven. In der dritten Runde wartet auf van Gerwen nun das Duell mit dem Deutschen Max Hopp. (SERVICE: Hier zum kompletten Spielplan der Darts-WM 2019)

Die Ereignisse vom Walk-On wollte van Gerwen nicht unkommentiert stehen lassen. "Schade, dass ein Kindskopf allen guten Fans Probleme bereitet", twitterte der Niederländer - und bedankte sich bei der Security im Ally Pally für ihr schnelles Eingreifen

Alcinas verpasst Whitewash knapp

Zuvor hatte sich am Abend bereits Toni Alcinas in einer schwachen Partie problemlos den Einzug in Runde 2 gesichert. Der Spanier setzte sich mit 3:0-Sätzen gegen den neuseeländischen Außenseiter Craig Ross durch.

Um ein Haar hätte es sogar einen Whitewash gegeben, doch Alcinas konnte den Matchdart nicht nutzen und so gelang Ross unter großem Jubel sein einziger Leg-Gewinn des Abends.

Alcinas reichte ein 86er-Average gegen den völlig überforderten Ross, der am Ende bei 71 Punkten pro Aufnahme stand.

Ross hatte eigentlich die Qualifikation für die Darts-WM knapp verpasst - doch da Landsmann Tahuna Irwin wegen Einwanderungsproblemen zurückzog, konnte er dessen Startplatz übernehmen.

Searle siegt im Duell der Briten

Etwas besser war das spielerische Niveau im folgenden Duell zwischen den Engländern Ryan Searle und Stephen Burton – zumindest in Sachen Scoring. 

Nach einem umkämpften ersten Satz gewann Searle zunehmend die Oberhand und gewann am Ende mit 3:0-Sätzen. Lange Zeit spielten beide dabei einen Average von über 90 Punkten, wenngleich sie am Ende noch auf 87 Zähler pro Aufnahme zurückfielen.

Beim Doppel hatten allerdings beide WM-Debütanten große Schwierigkeiten. Während Searle knapp 30 Prozent seiner Checkout-Chancen nutzte, konnte Burton bei 22 Versuchen nur dreimal auschecken.

Mit dem gleichen desolaten Wert war bereits der Niederländer Danny Noppert am starken Max Hopp gescheitert.

Auch Brown siegt zu Null

Das dritte 3:0 am Abend machte Keegan Brown kurz darauf gegen den Tschechen Karel Sedlacek perfekt. 

Der Engländer, der wie immer im rosa Outfit antrat, spielte einen starken Drei-Dart-Average von über 95 Punkten und warf sechs 180er. Da war es auch zu verschmerzen, dass Brown nur acht seiner 21 Versuche auf Doppel traf.

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Auch sein tschechischer Gegner wusste mit 91 Punkten im Schnitt pro Aufnahme und einer Doppelquote von 50 Prozent zu überzeugen - doch in den entscheidenden Momenten war stets Brown zur Stelle. So verspielte Sedlacek im ersten Satz eine 2:1- und im zweiten Satz sogar eine 2:0-Führung.

Im dritten Satz war sein Widerstand dann gebrochen und Brown spielte die Partie souverän herunter. Dieser trifft in der nächsten Runde nun auf den Niederländer Jelle Klassen.

Die Partien des Abends:

Toni Alcinas - Craig Ross 3:0
Ryan Searle - Stephen Burton 3:0
Keegan Brown - Karel Sedlacek 3:0
Michael van Gerwen - Alan Tabern 3:1 (2. Runde)

Die Partien des Nachmittags:

Richard North - Robert Marijanovic 3:2
Michael Mansell - Jim Long 1:3
Josh Payne - Jeff Smith 3:2
Max Hopp - Danny Noppert 3:0 (2. Runde)

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