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München - Bei der Eishockey-WM in der Slowakei trifft Deutschland auf Finnland mit Superstar Kaapo Kakko. Der 18-Jährige ist eine Attraktion für sich und glänzt mit Traumtoren.

Nicht Alexander Ovechkin, nicht Patrick Kane, auch nicht Henrik Lundqvist - die größte Attraktion der Eishockey-WM heißt Kaapo Kakko. (Die Eishockey-WM LIVE im TV auf SPORT1 und im YouTube-Stream)

Sechs Tore in fünf Spielen hat das finnische Supertalent in der Slowakei bisher erzielt. Allerdings beeindruckt nicht nur die Torausbeute des 18-Jährigen, sondern viel mehr die Art der Tore.

Kakko traf mit einem Schrägschuss durch die komplette Abwehr, im Fallen am Torwart vorbei, mit einem doppelten Tunnel durch die Beine seiner Gegenspieler - und auch mit einem Alleingang, bei dem er den Puck mit einer Hand führte und sich mit der anderen den slowakischen NHL-Verteidiger Christian Jaros vom Leib hielt. (SERVICE: WM-Torschützen und WM-Scorer)

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Kakko mit Rekord in der finnischen Liga

"Es gibt auf der Welt nicht viele solche Spieler wie ihn. Wenn er den Schläger auf dem Eis hat, ist nur der Himmel die Grenze", schwärmte sein finnischer Trainer Jukka Jalonen. (DATENCENTER: Der Spielplan der Eishockey-WM 2019)

Vor dem Spiel gegen Deutschland (Eishockey-WM: Finnland - Deutschland am Di. ab 12.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gibt sich Kakko siegessicher.

"Wir haben so gut gespielt", sagte Kakko nach dem 3:0-Sieg gegen Frankreich bei SPORT1, "und gegen Deutschland werden wir einen Sieg einfahren. Sie haben gute Spieler, das wissen wir. Aber wenn wir das Spiel gewinnen, werden wir Gruppensieger."

Finnland-Superteenie genießt den Hype

Zwar blieb Kakko in den vergangenen beiden Partien ohne Torbeteiligung, doch der Hype um seine Person ist ungebrochen - und er genießt ihn sichtlich.

"Ich habe versucht, Englisch zu reden. So viel Aufmerksamkeit zu haben, macht schon Spaß", sagte der Flügelspieler, der bereits die U18- und U20-Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Und dabei in beiden Finals als Torschütze glänzte.

Kakko ist ein Ausnahmetalent, das schon früh lernte, sich gegen größere und stärkere Gegenspieler zu beweisen. Mit 15 lief er für die U20 auf, mit 17 gab er sein Debüt bei den Profis. In der vergangenen Saison erzielte er für seinen Klub TPS Turku 22 Tore - Rekord für einen U18-Spieler in der finnischen Liga, einer der stärksten Europas.

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"Er kann mit dem Puck umgehen, er kann dich im Eins-gegen-Eins ausspielen, er kann Checks einstecken, er kann Checks austeilen, er ist bereits ein Mann", sagte Turku-Coach Kalle Kaskinen der Zeitung The Hockey News. Damit unterscheidet er sich entscheidend von der genauso jungen und talentierten Konkurrenz.

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Nummer-1-Pick im NHL-Draft?

Im Sommer geht es für den "Mann" dann in die NHL: Der Youngster ist gemeldet für den Draft, bislang galt er als sicherer Nummer-2-Pick hinter US-Center Jack Hughes. Dieser steht bei der WM noch ohne Scorerpunkt da - und die New Jersey Devils, die bei der Draft Lottery an Nummer 1 zugreifen können, überlegen offenbar, auf Kakko umzuschwenken.

Kakkos Spiel ist eine Augenweide: Der Stürmer hatte seine Tricks von Youtube-Videos seiner Idole gelernt, und deren Moves auf Straßenschuhen hinter dem Elternhaus trainiert. Der 18-Jährige ist blitzschnell, hat ein unglaubliches Gefühl in der linken Hand und fällt auch durch seine Zweikampfstärke auf.

Gegen Großbritannien versuchte er einen ganz besonderen Trickshot, mit einem Lupfer von hinter dem Tor wollte er den britischen Goalie Ben Bowns düpieren, doch ein hoher Stock eines Teamkollegen kam dazwischen.

"Kakko ist noch dominanter, als es Peter Forsberg als 18-Jähriger war. Man weiß nie, wie es mit der Entwicklung weitergeht, aber er ist wahnsinnig gut für einen 18-Jährigen", sagte der schwedische Ex-Nationalspieler Mikael Renberg.

SPORT1-Experte Rick Goldmann geriet am Mikrofon ins Schwärmen: "Er ist ein ganz, ganz großes Talent, das uns diese Eishockey-WM geschenkt hat." (Alle Infos zur Eishockey-WM 2019)

Hager kennt Kakkos Stärken

Kakko selbst bleibt - typisch finnisch - cool. "Es war schon ganz geil", kommentierte er seine Drei-Tore-Gala gegen die Slowakei.

Gegen Deutschland geht es für beide Teams um eine gute Ausgangsposition für das Viertelfinale. Augenzeuge von Kakkos Können wurde bereits Patrick Hager, der im vergangenen September mit dem EHC Red Bull München in der Champions Hockey League auf Turku traf - und auch wegen eines Kakko-Tores mit 3:5 verlor.

"Es war da schon erstaunlich, wie weit ein so junger Spieler sein kann. Nach einem vollen Jahr in der finnischen Liga wundert es mich nicht, dass er auf dem Niveau hier bei der Weltmeisterschaft spielt."

Die Grenze scheint tatsächlich nur der Himmel zu sein.

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