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Jan Kirchhoff spielt seit dieser Saison beim KFC Uerdingen
Jan Kirchhoff spielt seit dieser Saison beim KFC Uerdingen © dpa Picture-Alliance
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München - Beim KFC Uerdingen krachte es wegen des Themas Gehaltsverzicht. Inzwischen scheint man eine Lösung gefunden zu haben. Bei SPORT1 rudert der Geschäftsführer zurück.

Solidarität während der Coronakrise? Fehlanzeige. So schien es am Dienstag, als es beim KFC Uerdingen beim Thema Gehaltsverzicht zum Zoff kam.

Nachdem KFC-Geschäftsführer Frank Strüver öffentlich behauptet hatte, die Spieler wollten keine finanziellen Abstriche machen, gingen diese aus dem Sattel.

Am Wochenende waren Gespräche mit den Profis über Kurzarbeit oder Gehaltsverzicht noch erfolglos verlaufen, hieß es.

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Am Dienstagnachmittag kam vom Verein eine Pressemitteilung mit dem Satz: "Wir sind zuversichtlich, eine Lösung gefunden zu haben."

Geschäftsführer rudert zurück

Am Mittwoch versuchte Strüver bei SPORT1 die Wogen in dieser Angelegenheit zu glätten: "Es war nie meine Absicht, die Spieler bloß zu stellen", sagte er. Er sei "zuversichtlich" und glaube, "dass wir einen Modus gefunden haben, der sinnvoll ist".

Und weiter: "Wir kanalisieren das über den Mannschaftsrat, ich stehe mit Kapitän Jan Kirchhoff im regelmäßigen Austausch."

Die Spieler seien aktuell auch in ihren Heimatorten. "Wir wollten nicht alle Spieler zusammentrommeln, das wäre in Zeiten von Corona nicht sinnvoll", erklärte Stüver und ergänzte: "Das machte den Gedankenaustausch insgesamt etwas schwieriger und deshalb kam es auch zu Kommunikationsschwierigkeiten." Nun wolle man das "zu einem guten Ende bringen".

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Co-Trainer mit klarer Meinung

Stefan Reisinger hat in dieser schweren Zeit eine klare Meinung zu dem Thema. "Es ist doch selbstverständlich, dass in so einer Krise jeder seinen Beitrag leistet", sagte der 38-Jährige, seit 2017 Co-Trainer beim KFC, zu SPORT1.

"Das Funktionsteam, das Trainerteam und die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle sind auch in Kurzarbeit."

Viele Drittligisten bangen in der Coronakrise um ihre Liquidität. Auch sportlich sieht es mau aus. Der KFC hat noch elf Spiele vor der Brust, doch an Training ist gerade nicht zu denken. "Wir können bei uns in Krefeld gerade auf keinen Platz, das ist alles kompliziert. Das Land hat ja alle Plätze gesperrt", meinte Reisinger.

Grund zur Freude hatte er vor der Coronakrise. Anlass war die Rückkehr von Stefan Krämer als Chefcoach. "Stefan und ich kennen uns schon lange, verstehen uns gut und haben früher bereits gut zusammengearbeitet. Seine Rückkehr war schon überraschend, ich wusste, dass man sich wieder mit ihm beschäftigt."

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Zukunft von Co-Trainer Reisinger noch offen

Und weiter: "Wir sind immer in Kontakt geblieben und jetzt wollen wir gemeinsam erfolgreich sein. Das nächste Ziel ist für mich, die Fussballlehrer-Lizenz zu erwerben."

Die spielfreie Zeit nutzt Reisinger wie so viele andere. "Ich kann mich jetzt mehr um meine Tochter kümmern, wir als Familie bleiben auch zu Hause.“

Viele Verträge laufen bei den Krefeldern Ende Juni aus, auch der von Reisinger. Wie geht es mit ihm weiter?

"Wir waren vor der Coronakrise in guten Gesprächen. Da gibt es positive Signale und ich würde gerne weitermachen."

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Aktion für Solidarität

Nach dem Gehalts-Zoff will der Klub nun offenbar mit gutem Beispiel vorangehen. Am Mittwoch nämlich veröffentlichte der KFC eine Meldung, wonach man das altehrwürdige Grotenburg-Stadion, das gerade saniert wird, noch mal voll machen will - zumindest virtuell.

Mit dem "Heimat-Ticket" kaufen sich die Fans ein Stück Solidarität mit dem Verein. Der Stehplatz kostet fünf Euro, der virtuelle Sitzplatz doppelt so viel. Für 19,05 Euro kann man auf der imaginären VIP-Tribüne Platz nehmen.

"Ihr zeigt, für wen euer Herz auch in schweren Zeiten schlägt", heißt es auf der Klub-Homepage. Der Fan erhält eine extra für diesen Anlass konzipierte print@home Eintrittskarte als Erinnerungsstück.

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