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Mainz - Trainer Martin Schmidt traut dem FSV Mainz vor dem Spiel gegen den FC Bayern die Überraschung zu. Die Erinnerung an den Coup im März ist noch frisch - auch bei Uli Hoeneß.

Eigentlich müsste das doch ein gutes Omen sein, dass sich Uli Hoeneß angesagt hat:  Der alte und neue Präsident des FC Bayern will das Auswärtsspiel in der seit Wochen ausverkauften Arena beim FSV Mainz 05 (ab 20 Uhr in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) besuchen (Letzte Infos in Bundesliga Aktuell ab 18.30 Uhr im TV auf SPORT1.).

Damit schließt sich ein Kreis, denn der Münchner Übervater hatte schon am 2. März - beim Bayern-Heimspiel gegen Mainz - alle Blicke auf sich gezogen, weil er erstmals als Freigänger wieder die eigene Arena betrat. Und was halten jetzt die Gastgeber davon, dass Hoeneß vor Ort sein will?

"Eine schöne Randgeschichte für die Journalisten, die für mich nicht interessant ist", sagte FSV-Trainer Martin Schmidt am Donnerstag in der Pressekonferenz auf SPORT1-Nachfrage.

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Mainzer Erinnerungen an Triumph in München

"Herzlich willkommen in Mainz!" rief Sportdirektor Rouven Schröder noch aus. Das war es schon. Einem Mittelklasseklub, derzeit auf Platz neun in der Bundesliga geführt, in der UEFA Europa League bereits vor dem letzten Spieltag ausgeschieden, steht es nicht zu, die moralische Instanz über die Allmacht Hoeneß zu spielen.

Zumal die Rheinhessen ganz andere Pläne haben. Nämlich wie damals die Bayern aufs Kreuz zu legen. In dem ganzen Wirbel vor einem Dreivierteljahr über die Rückkehr des emotionalen Oberhaupts ging ja unter, wie gut die Mainzer damals in München auftraten. Schmidt erinnert sich noch genau an die wichtigsten Szenen beim 2:1-Erfolg.

"Erst gelingen Loris (Karius, Anm. d. Red.) die ersten Minuten zwei Top-Paraden, dann schießt der Jhon (Cordoba) spät noch sein Tor." Ergo gilt für den Schweizer: "Wir haben die Gewissheit, sie schlagen zu können. Wir haben die Bayern damals auf dem falschen Fuß erwischt, sie haben stark rotiert, das trifft jetzt nicht mehr zu. Aber aus dem Frühling spielt was mit in deren Köpfen: Wir haben damals verloren..."

Schmidt hat den Plan gegen Bayern schon parat

Schnurstracks kam damals ein gewisser Pep Guardiola auf ihn zumarschiert, um aufrichtig zu gratulieren. Natürlich werden solche Szenen für die Vorbereitung eine Rolle spielen, verriet der 49-Jährige.

Aber er wird nicht ein Sammelsurium von Bildern rauf und runter abspielen, "wir machen jetzt bestimmt keine Bayern-Woche daraus." Offenbar ist der Matchplan des Martin Schmidt ohnehin schon fertig.

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So wie früher unter Thomas Tuchel. Der selbst ernannte Karnevalsverein hatte sich aus dieser Ära stets auf die Fahnen geschrieben, ein echter Quälgeist für den Branchenprimus zu sein. Mutig sein, früh anlaufen, giftig spielen, bloß nicht verstecken, lautete damals wie heute die Devise.

Keine Rolle spielt für  Schmidt, dass die Bayern sich derzeit hinter RB Leipzig in der Tabelle wiederfinden. "Kein Vorteil für uns. Ob die nun Erster, Zweiter oder Dritter sind – die wollen eine Reaktion zeigen."

Über die vielen Defizite unter dem neuen Kollegen Carlo Ancelotti muss er auch nicht reden – die sind inzwischen sogar für Fußball-Laien offenkundig. Schmidt hat ausgemacht, dass es "verschiedene Ansätze" gibt, die Bayern zu bezwingen. "Nicht das System steht im Vordergrund, sondern das, was man selbst leistet." Ergo ergeht an seine Mannen der kollektive Hinweis: "Wir brauchen auf jeder Position eine Top-Perfomance."

Mit Jean-Philippe Gbamin, dem französischen Mittelfeldabräumer, fehlt  wegen Gelb-Sperre ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Defensive und Offensive. Ansonsten sind 22 Spieler für "das Bonusspiel" (Schröder) einsatzbereit.

Was Manager und Trainer im (nicht-öffentlichen) Training gesehen haben, stimmt sie zuversichtlich. Die Spieler hätten vor Lust und Leidenschaft gesprüht. Um den Bayern vor den Augen von Uli Hoeneß die viel zitierten Lederhosen auszuziehen?

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