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München und Düsseldorf - Borussia Dortmund erwischt es erstmals in dieser Saison. Nach der ersten Liga-Pleite geben sich die Dortmunder kämpferisch. Doch es gibt Anlass zur Sorge.

Er habe schon angenehmere Spiele absolviert, berichtete Roman Bürki.

Doch nach der schmerzhaften, aber verdienten ersten Bundesliga-Niederlage fand der Torhüter von Borussia Dortmund umgehend seinen Kampfgeist wieder.

"Wir lassen uns jetzt nicht aus der Bahn werfen", behauptete der Schweizer nach dem 1:2 bei Fortuna Düsseldorf in der ARD: "Wir lassen uns diese gute Vorrunde nicht kaputt machen."

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Noch am Samstag herrschte nach der vorzeitig eingetüteten Herbstmeisterschaft große Euphorie. Mit zwei weiteren Siegen wollten die Dortmunder Überflieger ihre bis dato glänzende Hinrunde vergolden.

Reus redet Klartext

Doch der unerwartete Dämpfer in Düsseldorf holte den BVB unsanft auf den Boden der Tatsachen. Vielleicht zur rechten Zeit.

"Es hat die Gier gefehlt, das Spiel gewinnen zu wollen", räumte Kapitän Marco Reus selbstkritisch am Sky-Mikrofon ein. "Im Großen und Ganzen haben wir die Niederlage verdient, weil wir viel zu wenig investiert haben."

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Abgesehen von Reus' Abseitstor (16.) und einer Großchance des ansonsten blassen Mario Götze (33.) war wenig zu sehen von Lucien Favres Team. Die Fortuna belohnte sich hingegen mit den Toren von Dodi Lukebakio (22.) und Jean Zimmer (56.) für einen leidenschaftlichen Auftritt. Der Anschlusstreffer der Gäste von Edeljoker Paco Alcacer war letztlich zu wenig (81.).

Favre: "Wir lernen jeden Tag"

"Wir sind beim ersten Tor überrascht worden", gestand Favre. "Wir wussten das, aber wir können das nicht immer vermeiden."

Schon in den vergangenen Wochen trat der Schweizer immer wieder auf die Euphoriebremse - und sah sich nun nach dem ersten Dämpfer in seinen Warnungen bestätigte: "Die Mannschaft ist sehr, sehr jung und wir lernen jeden Tag."

Der komfortable Vorsprung von neun Punkten könnte nach dem Spitzenspiel am Freitag gegen Favres Ex-Klub Borussia Mönchengladbach (Bundesliga: Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach, Freitag, 20.30 Uhr im LIVETICKER) auf drei Zähler zusammenschmelzen. Zumal Favre womöglich in der Abwehr improvisieren muss. 

Personalsorgen und schwindende Kräfte

Neben dem verletzten Dan-Axel Zagadou drohen auch Abdou Diallo und Manuel Akanji auszufallen. "Es ist bald Weihnachten, wir haben enorm viel gespielt", sagte Favre.

Der BVB sehnt die Winterpause herbei. Auch um die Akkus wieder aufzuladen, denn zum Rückrundenstart wartet mit dem Auswärtsspiel bei RB Leipzig gleich die nächste große Bewährungsprobe.

"Wir spielen drei Mal pro Woche, die Belastung ist sehr hoch", sagte Favre, "deshalb rotieren wir manchmal."

Gegner machen BVB das Siegen schwer

Nach mitreißenden Galavorstellungen zu Saisonbeginn stimmten in den vergangenen Wochen zwar die Ergebnisse, aber die Dortmunder taten sich zunehmend schwerer. Sechs Siege in Serie gelangen den Schwarz-Gelben vor der Niederlage in Düsseldorf - allerdings nur einer davon mit mehr als einem Tor Differenz (2:0 gegen Freiburg).

"Die Gegner machen es uns in letzter Zeit natürlich schwerer, weil sie noch tiefer stehen und die Räume noch enger machen", stellte Reus fest. "Aber daraus müssen wir lernen."

Der Lerneffekt sollte sich allerdings möglichst schnell einstellen. Denn Verfolger Borussia Mönchengladbach wird seine Konsequenzen aus Dortmunds Düsseldorfer Niederlage gezogen haben.

"Ich bin mir sicher", sagte Reus, "dass wir am Freitag auch ein anderes Gesicht zeigen werden."

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