teilenE-MailKommentare

Fortuna Düsseldorfs Vorstandsboss Robert Schäfer spricht im CHECK24 Doppelpass über die gemeinsame Zukunft mit dem beliebten Trainer. Der ziert sich nun.

Fortuna Düsseldorfs Vorstandsboss Robert Schäfer verkündete im CHECK24 Doppelpass auf  SPORT1 schon die kommende Vertragsverlängerung mit Friedhelm Funkel und die Rolle rückwärts - doch der Trainer wollte von Vollzug nach der Vertragsposse noch nichts wissen.

"Ich habe viele Dinge auf mich einprasseln lassen müssen. Das kann man nicht ohne Weiteres wegstecken", sagte Funkel nach dem dritten Platz der Düsseldorfer beim heimischen Telekom Cup und verordnete sich erst einmal Bedenkzeit: "Ich bin froh, dass ich am Montag mal frei habe und ich werde mit Sicherheit nicht erreichbar sein. In den Gesprächen wird sich dann zeigen, was machbar ist."

Statt sich sportlich auf die am nächsten Wochenende beginnende Rückrunde konzentrieren zu können, klingt die Missstimmung um das Funkel-Wirrwarr nach und steht die Trainerfrage nun über allem.

Anzeige

Schäfer: "Da ist ein Schaden entstanden"

"Da ist ein Schaden entstanden, keine Frage", gab Schäfer im CHECK24 Doppelpass zu und nahm sich selbst in die Pflicht: "Wir müssen den jetzt wieder reparieren. Der erste Schritt ist, dass wir die Gespräche mit Friedhelm Funkel jetzt zügig zu einem Ende führen werden. Da haben wir einen klaren Fahrplan verabredet und das werden wir bis zum Augsburg-Spiel hinbekommen."

Schäfer ist fest davon überzeugt, dass Funkel nun doch in der nächsten Saison Trainer der Fortuna bleiben wird: "Das kriegen wir hin, er bekommt einen neuen Vertrag."

Einen eigenen Rücktritt lehnte Schäfer ab. "Nein. Ich muss die Verantwortung dafür übernehmen. Das kann ich aber nur, wenn ich handele, wenn ich das aushalte, wenn ich mit dem berechtigten Ärger der Fans umgehe", sagte der 42-Jährige der Rheinischen Post.

Auch wenn Funkel zögert, machte er nach dem 3:1-Sieg im Spiel um Platz drei gegen Hertha BSC bei Sat.1 (Highlights ab 21 Uhr im TV auf SPORT1) Hoffnung: "So wie die Mannschaft heute wieder aufgetreten ist, kann man sie eigentlich nicht im Stich lassen."

Wie es zum Chaos kam

Wie es überhaupt zu dem Chaos kommen konnte? Schäfer beschreibt, wie sich die Ausgangslage aus Sicht der beiden Parteien dargestellt hatte.

"Wir wollten in die Rückrunde reinstarten und dann sprechen. Mit dem Gefühl dafür, wie die ersten Spiele laufen. Friedhelm Funkel hatte eine andere Vorstellung und hat es als Misstrauen gewertet. Beide Seiten waren dann zu dickköpfig. Wir hätten eine Ausnahme machen müssen. Wir respektieren die Meinung unsere Fans, und das hat natürlich eine Rolle gespielt. Wir wollten abwarten, in welche Richtung sich der Verein bewegt." 

Beim Trainingslager hatte Funkel dann mit Tränen in den Augen erklärt, dass seine Trainerlaufbahn im Sommer zu Ende gehen werde.

Schäfer: "Da ist ein Schaden entstanden"

Nicht zuletzt angesichts entrüsteter Reaktionen aus dem Umfeld nahmen die Düsseldorfer Führung und Funkel die Gespräche über eine gemeinsame Zukunft wieder auf.

Das ganze Hickhack hatte auch außerhalb von Düsseldorf hohe Wellen geschlagen. "So mit Friedhelm umzugehen, ist nicht in Ordnung. Er ist ein erfahrener Trainer, da wäre etwas mehr Respekt angebracht", sagte Funkels guter Freund Rudi Bommer am Sonntag bei SPORT1.

Für Schäfer ist jetzt wichtig, dass die Mannschaft wisse, "dass wir in sie und in Friedhelm Funkel weiter vertrauen und dass das nie zur Disposition stand. Und dann müssen wir uns das Vertrauen, das bei den Fans verloren gegangen ist, Stück für Stück wieder erarbeiten."

Torhüter Michael Rensing gab am Sonntag bei Sat.1 zu Protokoll, dass die Mannschaft durch die erste Nachricht vom vermeintlichen Aus Funkels in der Tat getroffen worden war: "Das war ein riesiger Schock für uns. Wir sind zu einer richtigen Familie zusammengewachsen. Das hat sich angefühlt, als würde man das Familienoberhaupt wegnehmen."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image