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München - Niko Kovac findet: Mit einem fitten Kingsley Coman wäre Bayern vielleicht jetzt schon Erster vor dem BVB. Die düsteren Gedanken will Coman nun abschütteln.

Kingsley Comans linker Fuß ist verletzungsfrei durch die Winterpause gekommen - was für den FC Bayern München die vielleicht beste Nachricht der vergangenen Wochen war.

Mächtig erschrocken hatte der Franzose schließlich mit seinen laut ausgesprochenen Gedanken an ein mögliches Karriere-Ende im Fall einer weiteren Verletzung.

"Ich werde eine dritte Operation an meinem Fuß nicht akzeptieren. Genug ist genug. Vielleicht ist mein Fuß dafür nicht gemacht. Ich werde dann ein anderes Leben führen, ein anonymes Leben", hatte er in einer französischen TV-Sendung gesagt - und später dann relativiert. Er habe damit nur gemeint, dass er hinwerfen würde, wenn ihm dieselbe Blessur im selben Jahr zum dritten Mal passieren würde.

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Besagtes Jahr ist nun Vergangenheit, und mit ihm Comans düstere Gedanken. Stattdessen soll der 22-Jährige nun für eine strahlende Zukunft bei Bayern sorgen.

Kovac: Mit Coman wäre FC Bayern vielleicht Erster

Für wie wichtig er den Franzosen hält, hat Trainer Niko Kovac bei der Pressekonferenz vor dem Rückrunden-Start noch einmal überdeutlich gemacht (Bundesliga, 18. Spieltag: TSG Hoffenheim - FC Bayern München am Freitag ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).

"Der Ausfall von Coman hat uns enorm getroffen", sagte der 47-Jährige über seinen Außenstürmer: "Ich bin der Meinung, wenn er dabei gewesen wäre, hätten wir jetzt vielleicht weniger Rückstand. Oder sogar Vorsprung."

Bei sechs Zählern Abstand auf den BVB schätzt Kovac also, dass ein fitter Coman in der Vorrunde womöglich für sieben zusätzliche Punkte hätte sorgen können.

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Verletzung kostete Weltmeister-Titel

Was stattdessen passiert ist, ist bekannt: Gleich in der ersten Partie der Saison, dem Hinspiel gegen Hoffenheim, riss Coman bei einem Foul von Nico Schulz das Syndesmoseband im linken Fuß. 

Es war dieselbe Verletzung, die Coman schon im vergangenen Februar erlitten hatte. Die ihn die WM mit Frankreich gekostet hatte, die vielleicht nie wiederkommende Chance, ein Teil des Weltmeister-Teams zu werden.

Kein Wunder, dass der Frust da groß war. Und noch größer wurde, als die Verletzung dann quasi bei erster Gelegenheit wieder aufbrach. Seit Anfang Dezember ist Coman wieder im Einsatz, ein Spiel über 90 Minuten hat er allerdings noch nicht wieder bestritten. Gegen Hoffenheim wird er aller Voraussicht nach als Linksaußen in der Startelf stehen und ein Flügelduo mit Serge Gnabry bilden.

Der echte Neustart für Coman kommt erst jetzt - und die Bayern hoffen inständig, dass er nicht wieder von einem Rückschlag unterbrochen wird. Immerhin wird er Schulz dieses Mal aus dem Weg gehen, da Coman dieses Mal über die linke Seite kommt.

Immer wieder das linke Sprunggelenk

Comans Tempo, seine Dribblings, seine Überraschungsmomente wurden in seiner Abwesenheit schmerzlich vermisst. Durchaus möglich, dass die Bayern ohne ihn nicht in die sportliche Krise gerutscht wären, die im Herbst sogar Kovac' Trainerstuhl ins Wackeln zu bringen schien.

Mittlerweile ist es über zwei Jahre her, dass Coman über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei war. Und vor allem war es immer wieder dasselbe Körperteil, das Sorgen machte: Auch im Herbst 2016 hatte er schon einen Kapselriss am linken Sprunggelenk erlitten.

Die Verletzungsserie weckt böse Erinnerungen an die von Arjen Robben. Der Rechtsaußen, der München im Sommer verlässt, trug wegen seiner Anfälligkeit lange den Spitznamen "Glasmann".

Das Beispiel Robben ist aber andererseits auch ein ermutigendes: Schließlich hat dieser letztlich alle Blessuren weggesteckt und wurde bei Bayern über Jahre hinweg zur prägenden Figur und zum Erfolgsgaranten. 

Dass in Coman ein ähnliches Potenzial steckt, hat seine Entwicklung in den vergangenen Jahren bewiesen.

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