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München - Der FC Bayern stellt nach dem verkündeten Ende der Ära Hoeneß die Weichen für die Zukunft. Oliver Kahn ist ab 2020 Teil des FCB-Vorstands und wird Rummenigge-Nachfolger.

Bayern München hat den Umbruch in der Chefetage komplett vollzogen. Wie der deutsche Rekordmeister am Freitag bekannt gab, wird der frühere Kapitän Oliver Kahn (50) wie erwartet zum 1. Januar 2020 in den Vorstand der FC Bayern München AG berufen.

Kahn unterschrieb einen Fünf-Jahres-Vertrag und wird zunächst einfaches Mitglied des Vorstandes unter dem Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge. Am 31. Dezember 2021 übernimmt er dessen Amt.

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Dieser Beschluss wurde am Donnerstag auf der Sitzung des Aufsichtsrates der AG einstimmig gefasst. Dort war auch der lange erwartete Abschied von Vereinspräsident und Aufsichtsratschef Uli Hoeneß von diesen Ämtern zum 15. November beschlossen worden. Die Posten soll der ehemalige Adidas-Chef Herbert Hainer übernehmen, Hoeneß bleibt bis 2023 im neunköpfigen Aufsichtsrat.

"Oliver Kahn wird sehr flexibel sein, kein spezielles Ressort haben", umriss Uli Hoeneß bei seiner Rückzugs-PK am Freitag die Übergangszeit, die Kahn erwartet: "Karl-Heinz wird ihn mal mit zur UEFA nehmen, zur FIFA, zur DFL. Er wird auch mitgenommen nach China, in die USA, in die wichtigen Märkte. Der Übergang wird fließend sein."

Kahn: "Große Ehre für mich"

"Es ist eine große Ehre für mich, dass mir zunächst das Amt des Vorstandes und später der Vorsitz des Vorstandes der FC Bayern München AG übertragen wird", wird Kahn auf der Homepage des Vereins zitiert. "Ich bedanke mich beim Aufsichtsrat mit Uli Hoeneß an der Spitze für dieses Vertrauen. Ich bin mit dem Verein tief verbunden, er hat mein Leben sehr stark geprägt."

Für seine zukünftige Arbeit hat sich Kahn bereits Ziele gesteckt: "Sportlicher und wirtschaftlicher Erfolg, Verbundenheit mit den Fans, Verantwortung gegenüber der Geschichte und den Werten des Vereins – dafür steht der FC Bayern. Diese Attribute möchte ich in Zukunft zusammen mit den Mitarbeitern, sowie den Kollegen im Vorstand und im Aufsichtsrat weiterentwickeln."

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Hoeneß: "Kahn trägt die DNA des FC Bayern"

Auch Noch-Präsident Uli Hoeneß äußert sich dort zu der Personalie Kahn. "Wir sind überzeugt, dass wir in Oliver Kahn perspektivisch die perfekte Lösung für das Amt des Vorstandsvorsitzenden der FC Bayern München AG gefunden haben. Oliver war ein bedeutender Spieler in der Geschichte unseres Vereins. Er war jahrelang Kapitän des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft, er hat fast alle Titel gewonnen, die es zu gewinnen gibt und er ist dabei immer mit Einsatz und Wille vorangegangen."

Zudem habe Kahn sich nach der Spielerkarriere weitergebildet und sei für die kommenden Aufgaben beim FC Bayern wie geschaffen, befindet Hoeneß. "Nach seiner aktiven Karriere erwarb er den MBA in General Management und baute parallel dazu seine eigenen Unternehmen auf. Oliver Kahn kennt den Fußball, er kennt die Wirtschaft und er trägt die DNA des FC Bayern in sich. Wir sind überzeugt, dass Oliver Kahn der richtige Mann ist, um den FC Bayern in die Zukunft zu führen." 

Am Freitag ergänzte Hoeneß, dass Kahns Erfolge als Spieler ein zwingender Faktor bei der Entscheidung gewesen seien: "Es wäre sehr schwierig, jemanden auf der Position zu etablieren, der nicht auf hohem Niveau Fußball gespielt hat. Wenn du mit großen Spielern diskutiert, ist es wichtig, dass sie dir abnehmen, dass die weißt, wie man einen Ball stoppen kann."

Große Erfolge im Bayern-Trikot

Nach seinem Amtsantritt bei der FC Bayern München AG wird sich Oliver Kahn weiter in sein 2015 gegründetes Unternehmen "Goalplay" einbringen. So bleibt Kahn bis Ende des Jahres 2019 Geschäftsführer von "Goalplay". Ab dem 1. Januar 2020 wird Oliver Kahn als Gesellschafter weiterhin in alle strategischen Entscheidungen involviert sein. 

Als Spieler hatte Kahn mit dem FC Bayern, dem er sich 1994 anschloss, große Erfolge gefeiert. So wurde der gebürtige Karlsruher, der bis zu seinem Karriereende 2008 insgesamt 557 Bundesligaspiele im Bayern-Trikot absolvierte, mit den Münchnern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger und holte 2001 die Champions League und 1996 den UEFA Cup mit dem FCB.

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Mit der deutschen Nationalmannschaft wurde Kahn 1996 Europameister und 2002 Vize-Weltmeister. Dreimal wurde der Keeper auch zum Welttorhüter gewählt. 

Nach seiner Spielerkarriere war Kahn als TV-Experte für das ZDF der Fußballbranche treu geblieben. Diesen Job soll der künftige Bayern-Boss auch weiterhin ausfüllen. ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann bestätigte DWDL.de am Freitagmittag, dass Kahn auch bei der EM 2022 für den Sender arbeiten werde. Allerdings werde er nicht mehr für Spiele mit FCB-Beteligung eingeplant.

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