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Maximilian Miguletz sieht den FC Bayern zum Handeln gezwungen
Maximilian Miguletz sieht den FC Bayern zum Handeln gezwungen © SPORT1-Montage: Marc Tirl/Getty Images/SPORT1
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München - Robert Lewandowski verletzt sich und fehlt wochenlang. Das Timing spielt dem FC Bayern in die Karten, trotzdem ist der Ausfall ein letztes Warnsignal.

Beim FC Bayern ist zwar nicht der Worst Case eingetreten, aber ein unaussprechlicher Fall. Ein Warnsignal. Ein letzter Alarm.

Robert Lewandowski hat sich im Champions-League-Spiel beim FC Chelsea einen Anbruch der Schienbeinkante am linken Kniegelenk zugezogen und wird, so die Schätzung des Vereins, rund vier Wochen pausieren müssen.

Damit tritt ein Szenario ein, das die Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters seit Jahren eher als nicht ernstzunehmend lapidar ins Reich der Fiktion verwiesen, statt als Anlass zum Handeln genommen haben. "Er ist so zäh, so fit, seine Muskulatur ist ein einziger Strang", sagte schon 2017 der damalige Präsident Uli Hoeneß, "da mache ich mir überhaupt keine Sorgen, bei dem ist alles tipptopp".

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Damals war Lewandowski 28. Heute ist er nicht minder fit, aber 31. Und ein echter Backup fürs Sturmzentrum existiert nach wie vor nicht im FCB-Kader.

Nun wird sich der unmittelbare Schaden aller Wahrscheinlichkeit nach in Grenzen halten.

In der Champions League, wo "Lewys" Tore (und Vorlagen) den größten Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg machen, steht Bayern durch das 3:0 an der Stamford Bridge ohnehin bereits mit einem Bein in der nächsten Runde. Im DFB-Pokal wartet mit Schalke 04 ein Team im Formtief, das es aus Münchner Sicht ebenso auch ohne Lewandowski zu bezwingen gilt wie die kommenden Gegner in der Bundesliga. (Service: Bundesliga-Spielplan)

Glück im Unglück für die Münchner Saisonziele - aber auch ein letztes Warnsignal.

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Entspricht es dem Selbstverständnis des FC Bayern, sich von einem einzelnen Spieler abhängig zu machen? Ist es ratsam, sich erst dann für die Zukunft aufzustellen, wenn Lewandowski sein Karriereende oder seinen Abschied aus München verkündet? Reagieren statt Agieren?

Hasan Salihamidzic sollte spätestens jetzt zum Handy greifen: Bayern muss handeln und für die kommende Saison einen echten Ersatz für den polnischen Angreifer verpflichten. Noch besser: einen echten Herausforderer.

Der deutsche Rekordmeister darf sich nicht weiter von der Aura Lewandowskis als schier unersetzlicher Platzhirsch blenden lassen.

Auch dadurch ist ihnen bereits das größte Stürmertalent im Weltfußball durch die Lappen gegangen: Erling Haaland.

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"Es war kein Thema für Bayern München", kommentierte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge Ende Januar den Haaland-Coup Dortmunds. Seither ballert der 19 Jahre alte Norweger im BVB-Dress national und international die Gegner kurz und klein, pulverisiert Rekorde, macht einem gewissen Lewandowski den "Goldenen Schuh" streitig.

Klar ist: Der Transfermarkt ist kein Wunschkonzert und zu einer Verpflichtung gehört auch der Wechselwunsch des Spielers. Haalands oberstes Ziel war ausreichend Spielzeit - in Dortmund war und ist diese sofort erhältlich, beim FC Bayern eher nicht.

Doch genau das wäre die Aufgabe gewesen: ein noch junges, vielversprechendes, aber auch zu formendes Talent davon zu überzeugen, dass es auch an der Isar seine Entwicklung zur erhofften Weltklasse nehmen kann.

Dass solch Überzeugungsarbeit fruchten kann, hat der Rekordmeister mit dem Zuschlag bei Schalke-Keeper Alexander Nübel unter Beweis gestellt.

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