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Dortmund - DFB-Frust bei Emre Can und Julian Brandt: SPORT1 erklärt, warum die beiden BVB-Stars 18 Stunden nach dem Länderspiel im BVB-Test gegen Rotterdam im Einsatz waren.

Julian Brandt und Emre Can liefen am Montagabend beim 2:1-Testspielsieg in Dortmund gegen Sparta Rotterdam für den BVB auf. So weit, so normal.

Die Tatsache allerdings, dass beide keine 18 Stunden vorher noch mit der Nationalmannschaft in Basel gegen die Schweiz auf dem Rasen standen, macht die Sache dann doch ein wenig ungewöhnlich.

Für das Duo war es eine Blitz-Rückkehr nach dem DFB-Frust. 

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Die Länderspielreise war für die DFB-Stars Brandt, Can und Nico Schulz nicht gerade von Erfolg gekrönt. Während Letzterer aufgrund von Wadenproblemen verfrüht abreisen mussten und momentan in der Reha an seinem Comeback arbeitet, kamen die anderen beiden nur bedingt auf ihre Einsatzzeiten.

Can gegen Spanien in der Dreierkette

Bankdrücker Brandt spielte lediglich im Nations-League-Spiel gegen die Schweiz eine Halbzeit lang, leitete aber auch mit einem unnötigen Fehlpass den 1:1-Ausgleich ein. Dem Mega-Talent gelang, wie schon in der ganzen BVB-Vorbereitung, wenig.

In Anbetracht der starken Konkurrenz wird sich seine Reservisten-Rolle bei Bundestrainer Joachim Löw so schnell wohl nicht ändern.

Can spielte gegen Spanien immerhin 90 Minuten den rechten Part der Dreierkette durch und kam in der Schweiz zu einem zwölfminütigen Kurzeinsatz. Die Defensiv-Konkurrenz ist für den Ex-Juve-Star allerdings enorm.

SPORT1 fragte beim BVB nach, wie es zur ungewöhnlichen Blitz-Rückkehr der beiden DFB-Stars kam. "Beide hatten am Abend nach dem Spiel noch Kontakt mit dem Trainer", erklärte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. "Sie haben lange gesprochen und darüber diskutiert, dass sie gegen Rotterdam spielen."

"Das hat den beiden noch mal ganz gutgetan"

Nach SPORT1-Informationen haben sich beide Spieler nach der durchwachsenen Länderspielreise bei Favre aktiv angeboten.

In der Generalprobe gegen den Erstligisten aus den Niederlanden spielten Can (90 Minuten) und Brandt (64 Minuten) fehlerfrei, wurden allerdings auch kaum gefordert. "Das hat den beiden noch mal ganz gutgetan", sagt Kehl. "Wir haben noch eine Woche Zeit. Die Jungs können jetzt vernünftig regenerieren. Wir sind immer noch in der Vorbereitung und das hat so gepasst."

Ausgerechnet die Form der DFB-Stars machen den BVB-Bossen sechs Tage vor dem Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal beim MSV Duisburg (Montag ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) ein wenig Sorge. Das Trio wurde in der vergangenen Saison für insgesamt 75 Mio. Euro geholt.

Nicht nur im Kreise der Nationalmannschaft, auch im Verein wird der Druck für die Nationalspieler immer größer. Schulz ist unter Favre aktuell weit von einem Stammplatz entfernt und auch Can und Brandt wackeln.

Reus mit Vorteilen gegenüber Brandt

Im offensiven Zentrum haben Supertalent Gio Reyna und Rückkehrer Marco Reus die Nase vor Brandt. Für die Positionen dahinter, die Axel Witsel, Thomas Delaney und Jude Bellingham bekleiden, ist Brandt zu zweikampfschwach.

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Kürzlich gab er im SPORT1-Interview zu: "Ich bin kein Abräumer. Das sieht man sicherlich auch an meiner Gelbe-Karte-Statistik. Deshalb sehe ich mich weiter vorne und nicht als klassischer Sechser. Der Trainer hat in der Hinrunde ein bisschen mit mir probiert und ich glaube, dass er mich jetzt auch hauptsächlich im Zentrum sieht."

Beim BVB nehmen sie es seit Jahren schon zähneknirschend zur Kenntnis, dass die Nationalspieler unter Löw nur eine untergeordnete Rolle spielen. Als zweite Kraft hinter Branchenprimus Bayern München ist der schwarz-gelbe Einfluss beim DFB doch gering.

In Manuel Neuer, Niklas Süle, Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Leon Goretzka und Leroy Sané gibt es einen starken Bayern-Block, hinzu kommen die Leipziger Außenverteidiger Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann.

Hoffnungen macht den Dortmundern Spielführer Marco Reus, der gegen Rotterdam nach sieben Monaten sein Comeback feierte und auch gleich traf.

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