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Frankfurt am Main - Filip Kostic startet bei der Eintracht wieder durch. Nach der Gala-Vorstellung in Hoffenheim drängt sich die Frage auf: Wie lange spielt er noch im Frankfurter Trikot?

Der aktuelle Lauf von Eintracht Frankfurt hat viele Namen. Filip Kostic sticht allerdings besonders hervor. Nach der Topleistung in Hoffenheim schauen auch die Topklubs wieder genauer hin.

Zahlen gefällig? In den vergangenen fünf Bundesligapartien steuerte Filip Kostic zwei Treffer und sieben Vorlagen zum Erfolg von Eintracht Frankfurt bei.

"Filip ist derzeit unser zündender Motor", lobte Sportdirektor Bruno Hübner nach dem 3:1-Erfolg in Hoffenheim. Der Höhenflug der Hessen hält somit weiter an, 22 von 24 möglichen Punkten aus den vergangenen acht Partien bedeuten den Spitzenplatz in diesem Zeitraum. Da kommt selbst der FC Bayern mit 21 Zählern nicht ganz mit. (SERVICE: Alles zur Bundesliga)

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Kostic strahlt seit Jovic-Rückkehr

Beeindruckend ist dabei der Formanstieg von Kostic, der von der Rückkehr von Landsmann Luka Jovic profitiert. Wenn ein Akteur seitdem in fünf Begegnung an neun von 16 Treffern beteiligt ist, dann ist das eine herausragende Bilanz. Als "Schlüsselspieler" wird diese Art von Fußball-Profi in diesem Kontext gerne bezeichnet.

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Sebastian Rode stellte fest: "Es macht schon den Eindruck, dass Filip seit der Ankunft von Luka wieder mehr lacht. Wenn so ein guter Freund zurückkommt, dann fühlt man sich automatisch wohler." Der Mittelfeldspieler hatte bereits in der vergangenen Woche im SPORT1-Interview gesagt: "Filip Kostic blüht wieder auf, seitdem Jovic zurück ist."

Eintracht profitiert von Kostic-Hoch

Von diesem Wohlfühlfaktor profitiert die Eintracht bei der Jagd auf die Champions-League-Ränge. Während Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach Federn gelassen haben, konnten die Frankfurter ihre knifflige Aufgabe im Kraichgau bewältigen.

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Es war zwar nicht nur Kostic, der in Hoffenheim sehr gut auftrat, doch auch sein Trainer Adi Hütter hob hervor: "Filip hat das wichtige 1:0 erzielt und zwei Tore vorbereitet. Er hatte aber nicht nur vorne seine Füße mit im Spiel gehabt, sondern auch gut nach hinten mitgearbeitet. Das ist das, was ich auch sehe."

Nur Champions League kann Kostic in Frankfurt halten

Ob im ersten Durchgang gegen Freund und Ex-Kollege Mijat Gacinovic oder in der zweiten Halbzeit gegen Pavel Kaderábek: Der bullige Linksfuß war nicht zu stoppen. Kostic löste die Aufgabe mit einem Tor und zwei punktgenauen Flanken auf Evan N’Dicka und André Silva bravourös. Auch die Veränderung in der Rückwärtsarbeit ist deutlich sichtbar, die eigene Eckfahne kein Tabugebiet. Kostic ist überall und nervt so seine Gegner.

36 Zähler bedeuten somit den vierten Rang für die Frankfurter, die den 20. Spieltag als Gewinner beendeten. Gelingt im dritten Jahr unter Hütter der erstmalige Einzug in die Königsklasse? Kostic wäre wohl nicht mehr anders zu halten. Der Offensivmann steht nach 113 Pflichtspielen inzwischen bei 63 Torbeteiligungen, von seiner Verletzungspause aus dem Herbst zeigt er sich inzwischen bestens erholt.

Die Scouts der Topklubs aus Spanien, England, Italien und auch Deutschland sind bei konstanter Top-Performance nicht fern.

Eintracht-Geschäftsmodell sieht Verkäufe von Topstars vor

Kostic wurde in den vergangenen Jahren schon mit Inter Mailand oder Atlético Madrid in Verbindung gebracht. Er wird im November 29 Jahre alt, die Zeit rennt etwas davon, die ersten Champions-League-Spiele sollen bald auf der persönlichen Liste auftauchen.

Für die Eintracht ist das Powerpaket, das noch einen Vertrag bis 2023 besitzt, wohl nur dann zu halten, wenn der Sprung unter die Top4 der Bundesliga gelingt. Ansonsten sieht es – vor allem in Zeiten der Coronavirus-Pandemie – das Geschäftsmodell vor, die Topstars für viel Geld zu verkaufen.

Kostic hat es mit seinen Teamkollegen in der aktuellen Form selbst in der Hand, den ganz großen Wurf in Frankfurt zu schaffen. Die Qualifikation für die Europa League oder der neu geschaffenen Conference League ist dann schon zu wenig. Doch ein Kostic in dieser Verfassung kann den Klub in die Königsklasse führen - und somit selbst die Chancen auf einen Verbleib am Main erhöhen.

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