vergrößernverkleinern
Kelly Dulfer (r.) fühlte sich bei der Meister-Entscheidung diskriminiert
BVB-Spielerin Kelly Dulfer (r.) fühlte sich bei der Meister-Entscheidung diskriminiert © Imago
Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Nach der umstrittenen Meister-Entscheidung werden die Handballerinnen von Borussia Dortmund auch um die Chance gebracht, Pokalsieger zu werden.

Nächster Tiefschlag für die Handballerinnen von Borussia Dortmund.

Nachdem die Saison in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) abgebrochen worden war, entschied sich die HBF dazu, keinen Meister zu küren. Dass damit ein anderer Entschluss getroffen wurde als bei den Männern, bei denen der THW Kiel zum Champion ernannt wurde, hatte besonders beim BVB für großen Ärger gesorgt.

Nun wurde die Borussia auch um die Chance gebracht, Pokalsieger zu werden.

Anzeige

Pokal-Final4 abgesagt

Denn die HBF sagte nun auch die Pokalendrunde in Stuttgart, das sogenannte Olymp Final4, ab. Neben Dortmund hätten die TuS Metzingen, der Thüringer HC und Frisch Auf Göppingen am 23. Und 24. Mai daran teilgenommen.

Meistgelesene Artikel

"Die Entscheidung, unser Saison-Highlight endgültig abzusagen, fällt uns sehr schwer, denn nur zu gern hätten wir den Zuschauern und unseren Partnern ein Olymp Final4 2020 präsentiert", erklärte Christoph Wendt.

Allerdings "lassen die derzeitigen Einschränkungen, wie auch fehlende terminliche Alternativen, dies nicht zu."

HBF findet keinen Ausweichtermin

Der Gesetzgeber hat für das Land Baden-Württemberg Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen bis mindestens 31. Oktober untersagt. Davon sei auch die Porsche-Arena als Austragungsort der Pokalspiele betroffen.

Ein anderer Termin konnte laut der Mitteilung "trotz aller Bemühungen aufgrund des engen nationalen und internationalen Spielkalenders" nicht gefunden werden.

Die Dortmunder, die sich bereits bei der Meister-Entscheidung "vor den Kopf gestoßen" fühlten, waren erneut nicht einverstanden.

Dortmund empört

"Wir hatten mit der Arena in Hamm einen Austragungsort und mit Ende August auch einen optimalen Termin direkt vor Saisonbeginn angeboten. Das wurde leider ausgeschlagen", sagte der BVB-Abteilungschef Andreas Heiermann laut den RuhrNachrichten: "In unseren Augen hat die HBF eine immense Chance verpasst, den Frauen-Handball nach der langen Pause wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken."

Auch ein Szenario mit Geisterkulisse war offenbar keine Option.

"Wir hätten als Borussia Dortmund bei der Erstellung eines Hygienekonzepts auch von den Erfahrungen unserer Fußballer profitieren können", meinte Heiermann: "So läuft unser Bemühen um mehr Professionalität in unserem Sport ins Leere."

Trainer André Fuhr schloss sich dem an: "Das ist das Aushängeschild der Liga, und es hätte sicher kreative Lösungen gegeben, die Durchführung zu sichern, zum Beispiel den Umzug in ein anderes Bundesland mit weniger restriktiven Vorschriften."

Nächste Artikel
previous article imagenext article image