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Gianni Infantino hat sich klar gegen eine Europäische Super League ausgesprochen
Gianni Infantino hat sich klar gegen eine Europäische Super League ausgesprochen © Getty Images
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FIFA-Präsident Gianni Infantino will alle Spieler kategorisch von der WM und EM ausschließen, falls sich deren Klubs zu einer Super League zusammenschließen.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat mit weitreichenden Konsequenzen gedroht, falls sich Klubs zu einer europäischen "Super League" zusammenschließen würden.

Wie der Italiener in der FIFA-Zentrale in Zürich erklärte, würden teilnehmende Spieler von diversen Wettbewerben ausgeschlossen werden.

"Entweder bist du dort drin oder du bist draußen. Das beinhaltet alles", sagte Infantino. Spieler aus Teams, die sich zu einer privaten Liga zusammenschließen würden, dürften demnach weder bei der WM noch bei der EM und in nationalen Ligen auflaufen dürfen.

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Werbung für erweiterte Klub-WM

Ein Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, basierend auf den sogenannten Football Leaks, über entsprechende Pläne einer Europäischen Super League (ESL) hatte am Freitag für Aufsehen in Europa gesorgt. Aus Deutschland würden der FC Bayern und Borussia Dortmund antreten, insgesamt würden 16 Teams in der Liga spielen. Diverse Verantwortliche hatten im Anschluss jedoch die Pläne dementiert.

"Die Idee dahinter ist, dass du uns komplett verlässt, wenn du wegbrichst. Du behältst nicht einen Fuß in der Tür und den anderen nicht", sagte FIFA-Rechtsdirektor Alasdair Bell. "Dieser generellen Linie würden wir folgen, aber natürlich können Anwälte dies für lange Zeit diskutieren."

Infantino machte vielmehr erneut Werbung für eine Ausweitung der FIFA Klub-WM. "Die Klub-WM ist die Antwort zu jedem Versuch, an irgendeine private Liga zu denken", sagte der FIFA-Boss.

Der 48-Jährige verfolgt den Plan, dass eine erweiterte Klub-WM mit 24 Teilnehmern (darunter mindestens zwölf aus Europa) eine Super League unnötig machen würde. Angeblich sollen der FIFA dafür drei Milliarden US-Dollar geboten worden sein.

Bis zu sechs WM-Spiele pro Tag?

Außerdem erklärte der FIFA-Präsident, dass die Winter-WM in Katar auch bei einer Ausweitung auf 48 Teams in lediglich 28 Tagen gespielt werden soll. Um die dann insgesamt 80 Spiele austragen zu können, müssten laut ESPN an manchen Tagen bis zu sechs Spiele stattfinden. Die FIFA entscheidet im März darüber, ob die für 2026 geplante Aufstockung bereits vier Jahre früher in Kraft tritt.

Infantino kündigte zudem an, dass der Kampf gegen Korruption nun auch wieder wortwörtlich im Ethikcode des Fußball-Weltverbandes verankert wird. "Sie können dick und fett aufschreiben: Ich werde beim nächsten Kongress fordern, dass dieses Wort wieder reingeschrieben wird, weil wir keine Korruption in der FIFA dulden", sagte der 48-Jährige der Schweizer Zeitung Blick.

Infantino war unter anderem vom deutschen Richter Hans-Joachim Eckert, bis Mai 2017 Vorsitzender in der FIFA-Ethikkommission, kritisiert worden, weil der Begriff in der deutschen, englischen und spanischen Version des Ethikcodes nach einer Anpassung nicht mehr auftaucht. Die FIFA begründete das mit "sprachlichen Gründen", die keine wesentlichen Auswirkungen auf tatsächliche Verstöße hätten. Der neue Ethikcode sei zudem "strenger" wenn es um Bestechung gehe.

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