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Pape Bouba Diop (Mitte, Senegal) hat das 0:1 erzielt; Torwart Barthez (li.) und Petit (beide Frankreich) enttäuscht
Pape Bouba Diop (Mitte, Senegal) hat das 0:1 erzielt; Torwart Barthez (li.) und Petit (beide Frankreich) enttäuscht © Imago
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München - Papa Bouba Diop wird im Senegal seit seinem Tor gegen Frankreich verehrt. Sein Tod löst in der gesamten Fußball-Welt Bestürzung aus. Auch Jérôme Boateng trauert.

Den Weltmeistern steht der Schock in den Gesichtern geschrieben: Fabien Barthez, Emmanuel Petit, Bixente Lizarazu. Alle können nur noch zusehen, wie Papa Bouba Diop den Ball im Nachsetzen über die Linie drückt.

Es ist das WM-Eröffnungsspiel 2002 in Seoul, Titelverteidiger Frankreich gegen Außenseiter Senegal, 30. Minute - und der größte Moment in Diops Leben.

"Mein Tor gegen Les Bleues hat mein Leben für immer geprägt", erinnerte sich Diop noch vor zwei Jahren. Damals hatte sich der Senegal erstmals wieder für eine WM qualifiziert. Doch die Mannschaft, die in Russland dabei war, erlangte in der Heimat längst nicht den Ruhm des 2002er Teams.

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Senegal scheitert bei der WM 2002 erst im Viertelfinale

Das hatte nicht nur den Weltmeister durch Diops Tor mit 1:0 besiegt, es war anschließend bis in die K.o.-Runde gestürmt, wo es zunächst die Schweden im Achtelfinale schlug und schließlich erst im Viertelfinale der Türkei unglücklich nach Verlängerung unterlag.

Auf dem Weg dahin hatte Diop in der Gruppenphase gegen Uruguay noch einen Doppelpack erzielt. Im Gedächtnis der vielen senegalesischen Fußball-Fans hatte dieses Goldene Tor gegen Frankreich aber immer einen ganz besonderen Platz.

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Der Treffer legte den Grundstein für den größten WM-Erfolg einer afrikanischen Mannshaft seit dem furiosen Viertelfinal-Einzug von Kameruns "unzähmbaren Löwen" bei der WM 1990 in Italien.

Wie viel dieses Tor nicht nur den Senegalesen bedeutete, sondern vielen anderen ehemaligen und aktuellen Fußballern, beweisen die Reaktionen auf den Tod des ehemaligen Mittelfeldspielers, der am Sonntag im Alter von nur 42 Jahren nach schwerer Krankheit starb.

Boateng trauert um Diop

Die Trauer erreichte selbst die Bundesliga. "Ruhe in Frieden, Papa Bouba Diop. Wir werden uns immer an dein Siegtor im WM-Eröffnungsspiel 2002 erinnern", twitterte Bayerns Innenverteidiger Jerome Boateng.

Boateng war ein 13-jähriges Kind, das in Berlin lebte, als Diop im fernen Südkorea die WM mit seinem Tor eröffnete.

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Gary Lineker hatte zehn Jahre zuvor seine Länderspiel-Karriere beendet. Aber auch er erinnert sich an Diop. "Wie schrecklich traurig. So jung aus dem Leben gerissen", twitterte der 80-malige englische Nationalspieler und heutige TV-Experte.

Auf der Insel ist die Trauer auch deshalb so groß, weil Diop auch in der Premier League seine Spuren hinterlassen hat.

Fulham erinnert an "Kleiderschrank" Diop 

Der FC Fulham, bei dem er von 2004 bis 2007 stürmte, schrieb auf Twitter: "Die Nachricht von Papa Bouba Diops Tod hat uns erschüttert." Der "Kleiderschrank", so der damalige Spitzname des bulligen Mittelfeldspielers, möge in Frieden ruhen. (Premier League: Spielplan und Ergebnisse)

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Für die Londoner bestritt Diop nicht nur die meisten Klub-Spiele, er markierte auch in deren Trikot einen Treffer für die Ewigkeit. Im Dezember 2004 jagte er den Ball aus 30 Metern gegen Manchester United zum Last-Minute-Ausgleich derart brachial in die Maschen, dass man sich noch heute wundert, wie das Tornetz diesem Einschlag damals stand gehalten hat. (Premier League: Die Tabelle)

Trauer um Diop auch in Frankreich und der Schweiz

Dass Diop aber nicht nur ein famoser Fußballer, sondern auch ein herzlicher Mensch war, wird im Tweet von David James deutlich.

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"So eine traurige Nachricht. Einer der freundlichsten, liebsten Menschen, mit denen ich das Vergnügen hatte, zusammenzuspielen", erinnert sich der ehemalige englische Nationaltorhüter, der mit Diop zusammen für den FC Portsmouth spielte.

Auch in der Schweiz, wo er bei Xamax Neuchâtel und Grasshopper Zürich seine Profi-Karriere begann, ist die Trauer groß - genauso übrigens wie beim RC Lens.

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Bei den Nordfranzosen stand er zu der Zeit unter Vertrag, als ihm das Länderspiel-Tor gelang, das ihn berühmt machte.

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