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Freddy Adu im Spiel gegen Japan um Shinji Kagawa (r.) bei den Olympischen Spielen 2008
Freddy Adu im Spiel gegen Japan um Shinji Kagawa (r.) bei den Olympischen Spielen 2008 © Imago
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Freddy Adus Absturz setzt sich fort. Das einstige Wunderkind ist nicht mehr gut genug für einen schwedischen Drittligisten.

Mit 14 galt Freddy Adu als "neuer Pelé", mit jetzt 31 Jahren soll das einstige Wunderkind des amerikanischen Fußballs nicht einmal mehr gut genug sein für einen Drittligisten. Der schwedische Verein Österlen FF hat sich von dem einstigen Nationalspieler, der 17 Länderspiele für die USA berufen wurde, getrennt.

Adu sei "weder körperlich noch mental gut genug" für die Anforderungen in der dritten Liga, sagte Klub-Vize Filip Lidgren der Zeitung Ystads Allehanda: "Nach allem, was wir bisher gesehen haben, können wir nur schwer davon ausgehen, dass er konkurrenzfähig ist."

Adu war unvorbereitet

Adu sei natürlich "traurig, aber wir hatten keine Wahl", ergänzte der Funktionär. Österlen war Adus 15. Klub im neunten Land.

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Der Offensivspieler hatte beim Aufsteiger im vergangenen Oktober einen Einjahresvertrag unterschrieben und seit Anfang des Jahres dort trainiert. "Wir waren überrascht, wie unvorbereitet er war, als er hierher kam", sagte Lindgren. 

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Adu in Werbespot mit Pelé

2004 galt Adu als der nächste große Superstar, als der damals 14-Jährige im MLS SuperDraft 2004 auf Platz 1 gepickt wurde. Er schlug Angebote von Inter Mailand und Manchester United aus, unterschrieb stattdessen als jüngster Athlet überhaupt einen Profideal im US-Sport.

Der mediengewandte Teenager wurde ausgestattet mit Verträgen von Nike und Pepsi, in einem Werbespot für die Zitronenlimo Sierra Mist spielte er an der Seite eines gewissen Pelé.

Adu mit Probetraining bei Ingolstadt

Sportlich allerdings konnte Adu die Erwartungen nie erfüllen. Nachdem er als Jungstar bei D.C. United und Real Salt Lake in der MLS mal mehr, mal weniger erfolgreich wirkte, wurde 2007 der Wechsel nach Europa zum Karriere-Knackpunkt: Der Offensivspieler unterschrieb in Lissabon beim portugiesischen Traditionsklub Benfica - wo er jahrelang vergeblich um den Durchbruch kämpfte.

Freddy Adu (l.) saß bei Benfica meist auf der Bank
Freddy Adu (l.) saß bei Benfica meist auf der Bank © Imago

Viermal wurde Adu ausgeliehen, zur AS Monaco, nach Griechenland, in die Türkei, nichts half ihm, dauerhaft Fuß zu fassen. Adu wurde zu einem von vielen Fußball-Globetrottern, kehrte zurück in die USA, spielte in Brasilien, Serbien, Finnland. 2011 führte ein Probetraining beim FC Ingolstadt zu nichts, Ende 2018 sortierte ihn der US-Zweitligist Las Vegas Lights aus.

Adu nutzt nächste Chance nicht

Als der US-Amerikaner im Vorjahr bei Österlen unterschrieb, war er "einfach froh, wieder die Gelegenheit haben zu spielen. Ich habe in der Vergangenheit ein paar Schritte ausgelassen, aber jetzt habe ich die Chance, es richtig zu machen. Bin aufgeregt und bereit wie nie."

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Doch wirklich vorbereitet war er offenbar doch nicht - so ist auch diese Chance nun wieder vorbei.

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