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München - Sergio Ramos wird im Clasico einmal mehr zu Real Madrids Lebensversicherung. Gegen Dortmund wollen der Barca-Schreck und seine Kollegen nun einen Rekord einstellen.

Eigentlich sollte inzwischen bekannt sein, dass man Standardsituationen jeglicher Art gegen Real Madrid vermeiden sollte. Vor allem Standardsituationen, bei denen Sergio Ramos im Strafraum mitmischt.

Arda Turan schien das beim Clasico herzlich wenig zu interessieren. Jedenfalls ließ sich der türkische Mittelfeldspieler kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit beim Stande von 1:0 für den FC Barcelona zu einem fahrlässigen Foul unweit des Sechzehners hinreißen. Einem Foul mit Folgen. 

"Wir wissen um ihre Stärke bei ruhenden Bällen. Die Anweisung lautete deshalb, keine Fouls zu begehen", schimpfte Barca-Coach Luis Enrique nach dem Abpfiff.

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Modric auf Ramos: Altbekannt und altbewährt

Die Katalanen verließen ihr Camp Nou mit langen Gesichtern, denn der verhasste Erzrivale hatte auf Turans Ungeschick hin gnadenlos seinen letzten Trumpf gezogen und Nationalkeeper Marc-Andre ter Stegen überwunden. Dank einer altbekannten Formel: Hereingabe Luka Modric, Tor Sergio Ramos. 

Diese Formel hatte Real bereits im Champions-League-Halbfinale 2014 gegen den FC Bayern München erfolgreich angewandt und im Endspiel gegen Atletico perfektioniert, als Ramos sein Team in der 93. Minute auf dramatische Art und Weise in die Verlängerung rettete. 

Im Mai dieses Jahres wurde das Kopfballungeheuer bei der Neuauflage des Madrid-Finals dann erneut zum Alptraum für Atletico, dazu schlug er im August beim UEFA Super Cup gegen den FC Sevilla ebenfalls in der Nachspielzeit zu.

Verteidiger überstrahlt Ronaldo

Kein Wunder, dass die Madrider Sportzeitung Marca nach Ramos' abermaliger Last-Minute-Rettung in Barcelona die "Minute Ramosundneunzig" ausrief und Konkurrenzblatt AS den 29-Jährigen als "Strafraum-König" adelte.

Nicht etwa Superstar Cristiano Ronaldo, sondern der leidenschaftliche und willensstarke Innenverteidiger aus Andalusien ist Reals Mann für die wichtigen Tore in den ganz großen Momenten. Nach elf Jahren im Verein kommt er mittlerweile auf sage und schreibe 62 Treffer, in dieser Saison steht er schon bei vier.

"Er hat eine unglaubliche Persönlichkeit, gibt nie auf", schwärmte Trainer Zinedine Zidane von seinem Kapitän und Glücksbringer.

Fokus auf den BVB - und einen Rekord

Das 1:1 gegen Barca fühlte sich für den Tabellenführer der Primera Division wie ein Sieg an, da er seinen Abstand auf Barca beibehielt. So grüßen die Königlichen auch nach 14 Spieltagen weiterhin mit sechs Zählern Vorsprung von der Spitze. Auch der verletzte Toni Kroos konnte mit dem Ergebnis sehr gut leben.

"Wir dürfen jetzt nicht durchdrehen. Die Saison ist noch lang", mahnte Lebensversicherung Ramos und richtete bereits den Blick auf seinen Lieblingswettbewerb, die Champions League. Da soll Borussia Dortmund am Mittwoch (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) zum nächsten "Opfer" des Mentalitätsmonsters werden.

Für Real geht es gegen den Bundesligisten nicht nur um den Gruppensieg, sondern um die Chance, einen 27 Jahre alten Vereinsrekord von 34 Spielen ohne Niederlage einzustellen.

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