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München - Noch ist der Mega-Transfer von Jadon Sancho zu Manchester United möglich. Doch ein Chilene und fehlende Einnahmen könnten den Deal mit dem BVB verhindern.

Er könnte einer der Blockbuster-Transfers dieses Sommers werden: BVB-Youngster Jadon Sancho wird seit Monaten mit einem Wechsel zu Manchester United in Verbindung gebracht.

Doch noch ziert sich der englische Rekordmeister, die im Raum stehende Summe von 120 Millionen Euro für das 20 Jahre alte Mega-Talent zu zahlen.

Die Gründe sind vielfältig: Zunächst muss selbst der mit einem Umsatz von 711,5 Millionen Euro (Saison 2018/19) drittreichste Fußball-Klub der Welt in Zeiten von Corona etwas sorgfältiger wirtschaften.

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Zweitens haben sich die "Red Devils" noch nicht für die auch finanziell so wichtige Champions League qualifiziert. Und drittens droht ihnen ab August wieder ein Ausgabe-Posten, der ihren Spielraum bei Transfers mächtig einschränken würde.

Sánchez kassiert 25 Millionen im Jahr

Die Rede ist von Alexis Sánchez, den United Anfang 2018 vom FC Arsenal loseiste und mit einem wahnwitzigen Vertrag ausstattete.

Knapp 25 Millionen Pfund (mehr als 27 Millionen Euro) kassiert der chilenische Stürmer seitdem pro Jahr. Seine Gegenleistung für United bislang: fünf Tore in 45 Spielen.

Die Folge: Zu Beginn der noch laufenden Saison wurde er an Inter Mailand verliehen. Die Nerazzuri nahmen Manchester United zumindest die Hälfte des Lohns ab.

Doch eine feste Verpflichtung für eine Summe oberhalb der 20-Millionen-Euro-Marke lehnen die Lombarden nach englischen Medienberichten ab, obwohl Trainer Antonio Conte mit den Leistungen des Chilenen zufrieden ist. Allerdings ist Sánchez mit seinen bald 32 Jahren auch nicht mehr der Jüngste.

Liegt Sánchez United weiter auf der Tasche?

Laut Daily Mail besteht zwar die Möglichkeit, dass er für eine weitere Saison leihweise bei Inter bleibt. Doch Gespräche zwischen beiden Klubs über dieses Thema habe es demnach noch nicht gegeben.

Und so kann es durchaus sein, dass der Angreifer zur neuen Saison wieder nach Manchester zurückkehrt, wo er gegen Stars wie Marcus Rashdford und Anthony Martial sowie den aufstrebenden Mason Greenwood zwar keine Chance hat - aber sein wöchentliches Grundgehalt von über 300.000 Euro weiter einstreicht.

Sollte dies tatsächlich passieren, könnte sich ManUnited die 120 Millionen Euro für Sancho nur dann leisten, wenn die Champions-League-Millionen wieder auf das eigene Guthaben fließen. Zumal Ausrüster adidas nach Informationen der Daily Mail seinen Jahresbeitrag bei einem zweiten Verpassen der Champions League in Folge von 75 auf 50 Millionen Pfund vermindern würde.

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United kämpft um Champions League

Doch die Qualifikation dafür ist nach dem späten und womöglich folgenschweren Ausgleichstor von Southampton zum 2:2 am Montag wieder in Gefahr geraten. Drei Spieltage vor Schluss liegt United punktgleich mit Leicester City auf Platz fünf, der nicht zur Champions League berechtigen würde. (SERVICE: Tabelle der Premier League)

Dem Team von Trainer Ole-Gunnar Solskjaer bleiben freilich noch ein paar Gelegenheiten, dieses Ziel zu erreichen. In der Premier League könnte es am letzten Spieltag in Leicester zum finalen Showdown um Platz vier kommen.

Sollte dieser verloren gehen, wäre der Traum vom Geld aus der Königsklasse aber immer noch nicht zu Ende. Denn als Sieger der Europa League, in der die "Red Devils" so gut wie im Viertelfinale stehen, käme United auch noch in die Champions League. (SERVICE: Spielplan und Ergebnisse der Europa League)

Auch dem BVB stehen also wegen der Causa Sancho noch einige spannende Wochen in dieser Saison bevor, obwohl sie für die Dortmunder sportlich schon längst zu Ende ist.

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