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München - Die großartige Karriere von Edinson Cavani in Europa scheint im März leise zu Ende zu gehen. Einen Monat später ist nicht mehr leise und ein Verbleib ist wahrscheinlich.

Im Januar 2007 wagte Edinson Cavani den großen Schritt: Er verließ seine Heimat Uruguay und versuchte sein Glück in Italien. 

Der junge Stürmer machte sich auf, um Fußballprofi in Europa zu werden. Um den Traum zu leben, den fast jeder kleine Junge in seinem Heimatland träumt, das 1930 die erste Weltmeisterschaft überhaupt austrug - und auch gewann. 

Gut 14 Jahre später dürfte jede Analyse zu dem Schluss kommen, dass Cavani sein Ziel mehr als nur erreicht hat. Der 34-Jährige blickt auf 589 Pflichtspiele für US Palermo, den SSC Neapel, Paris Saint-Germain und Manchester United zurück. 353 Tore gelangen dem Stürmerstar dabei. Außergewöhnlich. 

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Im März schien es, als fände die außergewöhnliche Karriere von Cavani in Europa ein Ende, doch dann kam die Wende. (Zum Transferticker

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Cavani bei Manchester United "nicht glücklich"

Cavani sei "nicht glücklich" in England sagte sein Vater Luis Cavani Anfang März in der TV-Sendung Superfutbol im TV-Netzwerk TyC Sports. Sein Sohn war da erst fünf Monate bei Manchester United unter Vertrag. Es schien aber, dass seine Zeit in Europa dem Ende entgegenging. 

Mit den Boca Juniors stand bereits ein stolzer argentinischer Klub bereit, bei dem Cavani seine großartige Karriere ausklingen lassen könnte.

Bei den Red Devils hatte der Uruguayer zuletzt keine große Rolle mehr gespielt, wie das bei seinen vorherigen Stationen noch der Fall war. Er spielte nur sporadisch und traf noch sporadischer. Dann zog ihn auch noch eine unschöne Affäre herunter, wie es Papa Luis ausdrückte. 

Cavani hatte eine Sperre von drei Spielen aufgebrummt bekommen, da er einen Instagram-Post mit den Worten "gracias negrito" kommentiert hatte. Der Südamerikaner fühlte sich missverstanden, da das Wort "negrito" in seiner Heimat mit "schwarz" übersetzt wird und es eine andere Bedeutung wie in Europa hat. Die FA interessierte diese Begründung allerdings weniger. Zu der Sperre bat der englische Fußballverband Cavani noch mit einer Strafe von 100.000 Pfund zur Kasse. 

Zu allem Überfluss verletzte sich Cavani im März dann auch noch und seine großartige Karriere schien ein leises Ende zu nehmen. Zumindest in Europa. 

Cavani-Gala in der Europa League

Einen Monat später hat der Veteran nun doch alle Fußball-Fans und -Experten überrascht. 

Jeweils ein Treffer bei den 3:1-Siegen bei Tottenham Hotspur und gegen den FC Burnley ließen aufhorchen. Doch sie waren nur das Vorspiel vor der ganz großen Gala.

Am Donnerstag überragte Cavani beim 6:2-Sieg im Halbfinal-Hinspiel der Europa League gegen AS Rom alle anderen Akteure auf dem Rasen des Old Traffords. Er schnürte einen Doppelpack und legte außerdem drei Tore vor. Eine außergewöhnliche Leistung, die an die besten Zeiten des Stürmerstars erinnerte. 

"Edinson Cavani inspiriert Manchester United, Roma zu verprügeln und Richtung Europa-League-Finale zu stürmen", titelte der englische Independent am nächsten Morgen. Die Sun fasste sich deutlich kürzer: "Cavani-Meisterklasse". 

Cavani zeigte gegen die Roma alle Facetten seines Spiels. Den ausgeprägten Killerinstinkt, den Kampfgeist, das gute Auge und die Fähigkeit, aus allen Lagen zu treffen. Das alles mit einem großen Pflaster auf der linken Wange, welches das Bild von dem hochtalentierten Fighter aus Uruguay komplettierte. 

Edinson Cavani traf gegen die Roma aus allen Lagen
Edinson Cavani traf gegen die Roma aus allen Lagen © Imago

Solskjaer will Cavani unbedingt in Manchester behalten

Nach der Galavorstellung scheint es nun doch alles andere als sicher zu sein, dass Cavani Europa im Sommer den Rücken kehrt. Sein Trainer will ihn auf jeden Fall von einem Verbleib in Manchester überzeugen.

"Ich würde es lieben, wenn er noch ein weiteres Jahr bleiben würde", sagte Ole Gunnar Solskjaer nach dem Sieg gegen Rom: "Er kennt meine Einstellung, er weiß, dass ich ihn gerne für ein weiteres Jahr behalten würde. Wir haben darüber gesprochen. Ich verstehe, dass dieses Jahr sehr schwierig war, aber ich habe ihm versprochen, dass der Klub einen anderen Charme hat, wenn Fans im Stadion sind."

Laut Berichten von ESPN hat sich Cavani tatsächlich von einem Wechsel zu den Boca Juniors distanziert. Er tendiere nun zu einem Verbleib bei den Red Devils. 

Gut möglich also, dass sich die Fußball-Fans in Europa auf noch mehr Galavorstellungen des Ausnahmestürmers freuen dürfen. 

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