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Tyson Fury erklärt auf SPORT1-Nachfrage, dass sein WWE-Match auch familiäre Gründe hat. Ein moralisches Problem sieht er in der Saudi-Arabien-Show nicht.

Das WWE-Debüt von Klitschko-Bezwinger Tyson Fury gegen Wrestler Braun Strowman rückt näher - und der britische Box-Star sieht kein moralisches Problem darin, dass es an einem heiklen Ort stattfindet.

Fury steigt am 31. Oktober bei der Show Crown Jewel in Saudi-Arabien in den Showkampf-Ring, dasselbe Land, in dem kurz darauf auch Schwergewichts-Weltmeister Andy Ruiz und Anthony Joshua ihr großes Rückmatch bestreiten.

An dieser Ansetzung gab es Kritik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, die Veranstalter von Ruiz - Joshua gäben den saudischen Herrschern Gelegenheit, "ihr stark angeschlagenes Image über den Sport reinzuwaschen". Auch der 2018 abgeschlossene WWE-Deal mit dem autoritären Regime wird immer wieder kritisiert - noch mehr seit der diplomatischen Krise um den Mord an Regimekritiker Jamal Khashoggi im vergangenen Herbst.

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Auf SPORT1-Nachfrage versah Fury seinen WWE-Auftritt jedoch mit einer positiven Deutung. "Was die Saudi-Arabien-Sache angeht: Ich bin erstmal nur ein Fighter", hielt er bei einer internationalen Medienkonferenz am Freitagnachmittag fest und ergänzte: "Aber wenn man an Veränderung in einem Land beteiligt sein will, sollte man dort hingehen. Darum gehe ich dorthin und will einen tollen Kampf liefern."

Fury: Lesnar wäre nächster WWE-Wunschgegner

Weitere WWE-Auftritte in anderen Ländern schließt er übrigens nicht aus. "Ich würde auch bei WrestleMania antreten oder zu einem Heimspiel in London", sagt er zu SPORT1.

Als Wunschgegner für ein zweites Match nennt er WWE-Champion Brock Lesnar, der bei Crown Jewel auf Cain Velasquez trifft, Lesnars einstigen Bezwinger bei der UFC (die ihre Geschäftsbeziehungen zu Saudi-Arabien beendet hat).

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Bei der Medientour vor dem Kampf hatte Fury verraten, dass Promoter Frank Warren nicht eingeweiht in seinen WWE-Deal, dieser sei auch besorgt, dass Fury sich im Ring ungeplant verletze und damit seine weiteren Karriere-Pläne im Boxen im Gefahr bringe.

Der "Gypsy King" aber nimmt es in Kauf: "Klar, es kann alles passieren, aber so ist es nun mal." Der Wunsch, bei WWE anzutreten, sei größer als die Furcht vor den Folgen.

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Der 31 Jahre alte Fury betont auch, dass neben dem PR- und dem finanziellen Aspekt (angebliche Kampfprämie: 13,5 Millionen Euro) auch eine persönliche Motivation hinter seinem WWE-Ausflug steckt.

Er sei immer WWE-Fan gewesen (Lieblings-Wrestler: Stone Cold Steve Austin), auch sein Sohn Prince John James sei ein großer Wrestling-Anhänger, für ihn gehe mit dem WWE-Auftritt des Vaters ein Traum in Erfüllung. "Sein Liebling ist Braun Strowman", verrät Fury SPORT1. Papas Gegner also.

Strowman und Fury waren sich zuletzt beim Wrestling-Training Furys im WWE Performance Center in Orlando begegnet. WWE inszenierte dort eine Attacke Strowmans auf Fury.

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