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Chris Jericho hat bei All Elite Wrestling (AEW) unterschrieben
Chris Jericho hat bei All Elite Wrestling (AEW) unterschrieben © instagram.com/chrisjerichofozzy
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München - WWE-Legende Chris Jericho unterschreibt einen längerfristigen Vertrag bei All Elite Wrestling (AEW). Neue Informationen sind durchgesickert.

Die neue Showkampf-Liga AEW hat den ersten Hammer-Deal in der Tasche: Der langjährige WWE-Topstar Chris Jericho hat unterschrieben - und kann langfristig auf ihn bauen.

Wie der Wrestling Observer berichtet, hat Jericho einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben, der ihm weiterhin erlaubt, bei NJPW anzutreten und auch seine Wrestling-Kreuzfahrten weiter zu führen. Jericho soll vom besten Deal seiner Karriere gesprochen haben. Jerichos Jahresgehalt bei WWE wurde zuletzt auf 750.000 bis eine Million Dollar geschätzt, Jericho stand bei WWE zuletzt aber auch schon unter einem Teilzeit-Vertrag.

Der 48-Jährige erschien am Dienstag beim ersten Fan- und Medientermin der Promotion in Jacksonville (wo WWE in derselben Nacht die TV-Show SmackDown Live produzierte), später veröffentlichte AEW ein Video von Jerichos Vertragsunterschrift.

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Jericho erklärte, es gehe ihm nicht ums Geld, es gehe ihm darum etwas Neues und Anderes zu schaffen. Jericho wird bei der ersten Veranstaltung unter dem AEW-Banner dabei sein: "Double or Nothing", die Fortsetzung von All In steigt am 25. Mai 2019 in der rund 17.000 Zuschauer fassenden MGM Grand Garden Arena in Las Vegas.

Auch PAC (Neville) taucht bei AEW auf

Neben Jericho tauchte ein weiterer früherer WWE-Star bei dem AEW-Termin auf: PAC (bei WWE: Neville) lieferte sich eine Konfrontation mit Hangman Page. Seine Unterschrift wurde noch nicht offiziell verkündet.

AEW ging am 1. Januar offiziell an den Start, es ist ein Projekt des früheren WWE-Wrestlers Cody Rhodes und Nick und Matt Jackson, den Young Bucks. Chef der Liga ist Tony Khan, der am Dienstag auch bestätigte, dass sein Vater Shahid Khan als Investor hinter dem Projekt steht: Der Autoteile-Milliardär ist Eigentümer der Jacksonville Jaguars und des Premier-League-Klubs FC Fulham, wo Tony Khan auch jeweils im Management aktiv ist.

Das erklärte Ziel Tony Khans lautet, dabei zu helfen "eine wahrhaft goldene Ära des Wrestling einzuläuten, diese Zeit zur besten Zeit zu machen, um ein Wrestling-Fan zu sein".

Chris Jericho fast 20 Jahre bei WWE

Jericho war von 1999 bis 2017 viermal World Champion und einer der populärsten Stars bei WWE, ehe er seinen Vertrag auslaufen ließ und sein eigener Herr wurde. Er bestritt einige große Matches in Japan bei NJPW und tauchte auch bei All In auf.

Der Kanadier stieg seit seinem WWE-Abgang nur zu besonderen Anlässen in den Ring und dürfte das beibehalten, sein großer Name und nicht zuletzt auch seine Erfahrung werden für AEW dennoch Gold wert sein.

Kenny Omega noch unter NJPW-Vertrag

Neben Jericho, Rhodes, den Bucks und Page hat auch die Independent-Wrestlerin Britt Baker unterschrieben, mit von der Partie ist auch das Trio SoCal Uncensored (Christopher Daniels, Frankie Kazarian und Scorpio Sky). Auch Independent-Topstar Kenny Omega dürfte dabei sein, er darf sich vor Ablauf seines Vertrags mit NJPW am Ende des Monats aber noch nicht offiziell äußern. Seinen Abschied von der japanischen Liga hat er aber bereits angekündigt.

AEW peilt eine Kooperation mit NJPW an, welche die Japan-Liga bislang mit Rücksicht auf ihren aktuellen US-Geschäftspartner ROH ablehnt. Weil NJPW dann aber Omega verlieren würde, den die Liga unbedingt halten will, ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Cody Rhodes' Ehefrau Brandi Rhodes wird Chief Brand Officer der Liga. Eine weitere Neuigkeit: Der frühere WWE-Star Billy Gunn wird als führender Producer hinter den Kulissen aktiv sein.

Equal Pay: AEW bezahlt Männer und Frauen gleich

Eine weitere Ankündigung der AEW-Bosse: Die zweite Show der Liga werde direkt in Jacksonville stattfinden. Ein "größerer Anteil" der Einnahmen solle an die Opfer von Waffengewalt gespendet werden. In Jacksonville gab es im August 2018 einen Amoklauf bei einem eSports-Turnier, bei dem Teilnehmer David Katz zwei Menschen erschoss und zehn verletzte.

Nicht unwesentlich außerdem: AEW verkündete, dass die weiblichen Wrestler dieselbe Bezahlung erhalten würden wie die männlichen. Im direkten Vergleich mit der von Donald-Trump-Kumpel Vince McMahon geführten WWE positioniert sich AEW damit auch als politisch progressiv.

Cody Rhodes hätte auch Andeutungen gemacht, in einem weiteren Punkt voranzugehen und den Wrestlern Krankenversicherungen zur Verfügung zu stellen - bei WWE sind die Kämpfer formell nicht fest angestellt und müssen als (faktisch keineswegs) "unabhängige Vertragsnehmer" ihre Versicherungs- und auch ihre Reisekosten selbst tragen. Auf Nachfrage wollte Rhodes bei dem Thema nun nicht konkret werden, versicherte aber: "AEW wird sich um jeden Wrestler kümmern, der sich in unserem Ring verletzt."

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