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Chris Jericho (M.) präsentierte bei AEW Dynamite seinen Inner Circle: Ortiz, Jake Hager, Sammy Guevara und Santana (v.l.)
Chris Jericho (M.) präsentierte bei AEW Dynamite seinen Inner Circle: Ortiz, Jake Hager, Sammy Guevara und Santana (v.l.) © AEW
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München - Beim turbulenten zweiten AEW Dynamite gibt Champ Chris Jericho seiner neuen Gruppierung einen Namen - und verknüpft es mit einem umjubelten Hieb gegen WWE.

WCW hatte die Four Horsemen und die NWO, WWE hatte die D-Generation X, die Hart Foundation und Evolution - AEW hat nun sein erstes mächtiges Bündnis.

Nachdem World Champion Chris Jericho bei der Premiere der neuen TV-Show von All Elite Wrestling vier Mitstreiter um sich geschart hat, hat er dem Kind bei der zweiten Episode von AEW Dynamite einen Namen gegeben.

Das "Stable" von Jericho, Top-Talent Sammy Guevara, das Tag Team Santana und Ortiz (früher LAX) und der ehemalige WWE World Champion Jake Hager (Jack Swagger) heißt fortan "The Inner Circle". Und Jericho führte es mit einer herausragenden Promo-Ansprache ein - in der er auch einen kräftigen Hieb gegen Ex-Arbeitgeber WWE unterbrachte.

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Chris Jericho präsentiert den "Inner Circle"

Jericho stellte seine vier neuen Kollegen als Gegengewicht zu den AEW-Verantwortlichen Cody Rhodes, Kenny Omega sowie Nick und Matt Jackson (The Young Bucks) vor. Er pries sie jeweils in höchsten Tönen und hielt in Anspielung auf seinen früheren WWE-Charakter fest, dass sie wegen ihrer Qualitäten "auf meiner Liste" seien.

Der 26 Jahre alte Guevara sei der beste junge Athlet, den er seit langem erlebt hätte, Santana und Ortiz adelte er mit dem Ausspruch "Viva la Raza!" als würdige Nachfolger des verstorbenen Eddie Guerrero (der am Mittwoch 52 Jahre alt geworden wäre), bei Hager rückte er vor allem seine Zweitkarriere als ungeschlagener MMA-Kämpfer bei der Liga Bellator ins Zentrum - den er damit indirekt als Antwort auf WWE-Topstar Brock Lesnar präsentierte.

Einen direkten Schuss gegen WWE gab es, als die AEW-Fans für Hager dessen altes WWE-Motto "We the people" riefen. Jericho unterbrach die Rufe und verkündete: "We the people" stinke und sei tot und begraben - es sei "eine dumme Idee eines schlechten Kreativteams und Geschichte".

Für diesen Hieb auf WWE gab es dann lauten Jubel, Jericho handelte sich aber auch Buhrufe ein, als er auf Cody Rhodes' Familie zu sprechen kam und dabei nicht nur dessen Bruder Dustin beleidigte, sondern auch deren verstorbenen Vater Dusty Rhodes als Idioten ("jerk") bezeichnete.

AEW-Lieblinge antworten

Cody Rhodes ist bei der nächsten AEW-Großveranstaltung Full Gear am 9. November Jerichos Gegner - und er sollte noch zu einer Antwort auf Jerichos Manifest kommen. Nach dem Hauptkampf der Show, in dem Jericho und Guevara Dustin und Hangman Page unfair besiegten (Hager hatte hinter dem Rücken des Ringrichters eingegriffen), ging das Licht aus und als es wieder anging stand Cody im Ring und attackierte Guevara, nachdem der sich vergangene Woche gegen ihn gewandt hatte.

Cody wurde dann vom Inner Circle überwältigt, worauf noch MJF (Maxwell Jacob Friedman) mit einem Stuhl zum Ring kam und ebenfalls einen Turn gegen Cody andeutete - dann aber doch auf Jerichos Schergen losging.

Die Young Bucks kamen Rhodes ebenfalls zu Hilfe - und zum Abschluss setzte auch noch der Mann ein Statement, der Jericho kommende Woche herausfordern wird: Der vor allem als Hardcore-Wrestler bekannte Darby Allin, der zuvor Jimmy Havoc in einem Number-1-Contendership-Match besiegt hatte, rollte mit einem Skateboard die Einmarschrampe herunter und attackierte Jericho.

Der nahm sich zum Abschluss der Show nochmal das Mikro und drohte sowohl Cody als auch Allin bittere Rache an.

Die weiteren Highlights:

- Im ersten Match des Abends gab es eine Überraschung, mit der AEW ein weiteres Mal die neue Generation in den Blickpunkt rückte: Private Party (Issiah Kassidy & Marq Quen) setzten sich in einem spektakulären Erstrunden-Match im Turnier um die neu geschaffenen Tag-Team-Titel gegen die Young Bucks durch - ein unerwarteter Schachzug, da die Bucks im Zentrum der Division stehen und als Mitfavoriten auf die Gürtel galten.

- AEW-Damenchampion Riho und Dr. Britt Baker taten sich gegen Bea Priestley und Sakura zusammen, Baker fuhr den Sieg für ihr Team ein, indem sie Sakura in die Mandible Claw nahm, die Aktion, mit der sich gerade auch der Fiend bei WWE hervortut. Baker ist praktizierende Zahnärztin, der Nervengriff passt also auch zu ihrer Geschichte.

- In einem Duell zweier früherer WWE-Stars besiegte Jon Moxley (ehemals: Dean Ambrose) den von Legende Tully Blanchard begleiteten Shawn Spears (Tye Dillinger). Nach dem Match kam Moxleys Full-Gear-Gegner Kenny Omega zum Ring - mit einem Baseballschläger und einem Besen, die jeweils mit Stacheldraht umwickelt waren. Omega warf Moxley den Schläger zu und forderte ihn zum Duell. Es kam jedoch nicht dazu, weil Pac (bei WWE: Neville) Omega hinterrücks niederschlug und die Situation auflöste.

Die Ergebnisse von AEW Dynamite am 9. Oktober 2019:

AEW Tag Team Title Tournament Match: Private Party besiegen The Young Bucks
AEW World Title #1 Contendership Match: Darby Allin besiegt Jimmy Havoc
Dr. Britt Baker & Riho besiegen Bea Priestley & Sakura
Jon Moxley besiegt Shawn Spears
Chris Jericho & Sammy Guevara besiegen Dustin Rhodes & Hangman Page

AEW vs. WWE NXT - das Rating:

Ohne den Premieren-Effekt der Vorwoche und gegen starke Konkurrenz durch die MLB-Playoffs verlor AEW Dynamite in dieser Woche ebenso Zuschauer wie die parallel laufende Episode von WWE NXT. Die Dynamite-Quote sank von 1,409 auf 1,14 Millionen Zuschauer (1,018 Millionen auf TNT, 122.000 auf dem Schwester-Sender TruTV), die von NXT weniger stark von 891.000 auf 790.000. AEW schlug NXT in allen Altersgruppen außer bei den Zuschauern über 50.

Eine schlechte Nachricht für Dynamite: Die vergangene Woche so starke Quote bei den Zuschauern unter 20 sank deutlich um 36 Prozent. Anders als vergangene Woche gewann AEW diesmal im Lauf der Show in vielen Märkten Zuschauer hinzu statt sie zu verlieren. Insgesamt blieb bei TNT unterm Strich aber dennoch ein Abfall von 1,138 auf 1,036 Millionen.

Der Zuschauerverlust von NXT war in dieser Woche geringer, wird aber dennoch als letztlich noch schmerzhafter eingeordnet, denn nach der starken Premierenquote von 1,179 Millionen Zuschauern ist das Rating nun zum dritten Mal in Folge in nicht unerheblichem Maße gesunken.

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